Bremen - Der Spruch, die Vergangenheit hole einen immer wieder ein, könnte abgegriffener nicht sein. Doch auf Hans-Christoph Jahr, den designierten Rektor der Hochschule Bremen, trifft er zu. Die Hochschule Bremen will sich noch vor Amtsantritt von dem 54-jährigen Juristen trennen. Denn Jahr soll verschwiegen haben, dass er vorbestraft ist.
Der Akademische Senat beschloss mit knapper Mehrheit, Bremens Wissenschaftssenator Willi Lemke zu bitten, auf die Bestellung Jahrs zu verzichten. Jahr wertete die Abstimmung als reines Meinungsbild. "Ich bin der gewählte und designierte Rektor." Er hoffe auf ein Gespräch mit Lemke. Denn die Vorstrafe sei bereits gelöscht.
Im Februar hatte sich der Jurist bei einer Wahl gegen den Amtsinhaber Elmar Schreiber durchgesetzt. Am 1. Juni sollte er sein Amt antreten. Doch durch einen alten Zeitungsartikel auf der Internetseite der Hochschule wurde bekannt: Der frühere Amtsrichter wurde 1994 wegen Rechtsbeugung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er Akten verfälscht hatte. Diese Strafe verbüßte er als Freigänger. Außerdem bestätigt Jahr, dass er vor fünf Jahren Privatinsolvenz anmeldete.
Jahr gibt an, er habe über sein Vorleben nicht sprechen müssen und sei auch nicht danach gefragt worden. Dies scheint nicht nur für die Hochschule, sondern auch für die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven zu gelten, deren Dekan der Jurist seit dem Jahr 2000 ist. Denn dort waren seine früheren Lebensumstände ebenfalls nicht bekannt.
kat/AP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik UniSPIEGEL | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Studium | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH