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04.06.2007
 

Was kostet die Welt?

Madrid, himmlisch und hektisch

"Vorhof des Himmels", so schwärmen Madrilenen von ihrer Stadt. Doch wie teuer ist das watteweiche Leben in der spanischen Metropole? Erasmus-Student Philipp Braun weiß, wo man günstig Tapas speisen, die Nacht durchfeiern und sich dadurch die teure Wohnung sparen kann.

Madrid ist mit sechs öffentlichen Universitäten eine der beliebtesten Städte deutscher Erasmus-Studenten. Was sicher nicht nur am südländischen Flair, an den weltberühmten Museen und an Heimspielen von Real Madrid liegt, sondern auch an den moderaten Preisen. Abgesehen von den Mieten ist das Leben in Madrid nämlich erschwinglich.

Die spanische Hauptstadt mit ihren mehr als drei Millionen Einwohnern liegt bei vielen Lebenshaltungskosten-Rankings im Mittelfeld. In der aktuellen Studie des Beratungsunternehmens ECA International landet Madrid europaweit auf Platz 50 hinter Städten wie Stuttgart und Tirana (Albanien). In diesem Ranking sind die Preise für Kleidung, Elektrogeräte, Lebensmittel und Dienstleistungen enthalten - die fürs Wohnen nicht.

Gaststudenten sind zwar scharf auf viele Erfahrungen im Ausland. Die der Obdachlosigkeit wegen Zahlungsunfähigkeit gehört aber eher nicht dazu.

Casa & Kabuff

Da sich der Normalstudent kaum ein, zwei Semester lang im Hotel Ritz (510 bis 4650 Euro pro Nacht) einquartieren kann, kommt man zu Beginn des Auslandsstudiums an der klassischen Wohnungssuche nicht vorbei. Die ist in Madrid anstrengend und nervenaufreibend, obwohl es ein Überangebot an freiem Wohnraum gibt.

Schon bald wird man zweierlei feststellen. Erstens: Der Unterschied zwischen spanischen und spartanischen Wohnungen ist oft verschwindend gering. Zweitens: Auf Außenstehende wirkt so manches Jugendstilgebäude charmant, auf Innendrinstehende einfach nur schimmelig. Die Preise für diese dunklen Löcher (oft ohne Fenster) sind meist hoch. Die Miete im Zentrum rund um die Puerta del Sol beträgt für ein WG-Zimmer zwischen 350 und 500 Euro pro Monat. Für rund 250 Euro bis 350 Euro kann man sich im Zentrum auch ein WG-Zimmer teilen. Wer ein wenig außerhalb wohnt, zahlt jeweils rund 50 Euro weniger.

Bus, Bahn & Taxi

In den ersten Tagen empfiehlt sich das preiswerte Zehnerticket Diez Viajes für sechs Euro. Es gilt in Stadtbussen wie in der Metro. Als Student sollte man sich bald für rund 47 Euro ein Monatsticket leisten.

Auch Taxifahren ist im internationalen Vergleich sehr günstig: Wer vor der Fahrweise der Madrider Taxifahrer (erinnert häufig an die von Fernando Alonso) nicht erschrickt, lässt sich in einem weißen Seat schnell und preiswert nach Hause schaukeln. Der Grundpreis beträgt immer 1,65 Euro, im Stadtverkehr kostet ein Kilometer tagsüber 0,75, bei Nacht und an Feiertagen 0,90 Euro. Weil neben den Taxifahrern auch alle anderen Autofahrer in Madrid flott unterwegs sind, ist das Fahrrad keine gute Wahl.

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