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11.07.2007
 

Was kostet die Welt?

Amsterdam, charmant und chaotisch

Automaten-Essen, Plüschkinos, Flatrate-Pinkeln: In der niederländischen Hauptstadt gibt es seltsame Dinge und geschäftstüchtige Menschen. Erasmusstudentin Anne Huschka weiß: In Amsterdam kann man gut klarkommen - darf aber nie "Danke, ich komm schon klar" sagen.

Rund um einen Damm im niederländischen Fluss Amstel entstand im 12. Jahrhundert eine Siedlung. Der Untergrund war sumpfig, doch die Menschen wussten sich zu helfen: Sie befestigten den Boden mit unzähligen Pfählen und bauten Häuser und Straßen. Heute ist vom Sumpf nichts mehr zu spüren. Nur der Name der Stadt erinnert noch an den Damm in der Amstel: Amsterdam.

Über 735.000 Einwohner leben in der niederländischen Hauptstadt, im Großraum rund 2,5 Millionen. Bei den Mietpreisen landet Amsterdam hinter London, Paris und Rom auf dem vierten Platz, so eine Studie von ECA International. Zum Glück sind die sonstigen Lebenshaltungskosten nicht so hoch.

Eten: Frietjes, Frikandel & Co.

Eine Rindfleischkrokette gibt es manchmal schon für 60 Cent. Das bedeutet nicht, dass Amsterdam ein billiges Pflaster ist, sondern lässt Rückschlüsse auf die niederländische Esskultur zu. Es gibt Frittiertes aus dem Automaten und Flatrate-Essen ("So viel du magst für 8,50 Euro pro Stunde!"). Das ist mehr originell als lecker.

Auch das Mensaessen (ab 5 Euro) schmeckt eben wie Mensaessen. Zu empfehlen ist dagegen die indonesische Küche - für 10 bis 15 Euro die schönere Art, satt zu werden.

Hutjes et Paleisen

Der Traum von der gemütlichen Wohnung im Kaufmannshaus mit Blick auf die Gracht zerplatzt beim Blick auf die Mieten. "Huisjesmelker" nennt der Volksmund die Halsabschneider der Immobilienbranche. Eine kleine Einzimmerwohnung kostet mindestens 450 Euro. Dazu kommt noch die Provision, denn die Wohnungen werden meistens über Makler vermittelt.

Wer niedrige Ansprüche und viel Glück hat, kommt im Studentenwohnheim Uilenstede unter. Dort leben etwa 3000 Menschen. Ein Zimmer kostet um die 250 Euro, die Küche teilt man sich mit 13 Flurnachbarn.

Fiets

Auf ein "Pssst! Fietsje kopen?" aus zwielichtiger Quelle sollte man sich besser nicht einlassen. Finger weg von Fahrrädern, die auf der Straße angeboten werden! Auch wenn der Preis noch so verlockend klingt - wer ein geklautes Rad kauft, macht sich strafbar. Natürlich kostet ein rechtschaffenes Fahrrad dann mehr als ein Schuss Heroin. Ein gutes Gebrauchtrad ("tweedehandfiets") bekommt man aber schon für 75 Euro. Ein gutes Schloss kostet fast genauso viel.

Vorsicht: Die Polizei sieht manch geliebten Drahtesel als "Wrack". Das erkennt man an den signalfarbenen Aufklebern "Fiets wordt verwijdert" (Fahrrad wird entfernt) - eine ernst gemeinte Drohung.

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