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22.07.2007
 

Willkommen im Osten

Geh doch nach drüben!

18 Jahre nach dem Fall der Mauer winkt wieder Begrüßungsgeld - diesmal für Wessis. So freundlich kann Ostdeutschland sein: Politiker und Hochschulen ködern West-Abiturienten mit kleinen und größeren Geschenken, vom 100-Euro-Schein bis zum Segeltörn.

Die ostdeutschen Bundesländer gehen neue Wege im Kampf gegen den Bevölkerungsschwund: Sie wollen Studenten aus den überfüllten westdeutschen Hochschulen anlocken. Politiker und Hochschulvertreter beraten über eine gemeinsame Strategie, mit der sie den Osten für angehende Akademiker unwiderstehlich machen wollen.


Schon jetzt werben einzelne Standorte mit attraktiven Prämien: Wer sich etwa neu an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) einschreibt, bekommt als Willkommensgeschenk die Gebühren, rund 200 Euro, für das erste Semester erlassen. Abiturienten, die sich für Erfurt entscheiden, erhalten sogar jedes Semester 100 Euro Prämie.

Sachsen-Anhalt hat unter dem Namen "In Magdeburg studieren und Geld kassieren" ein Bonusprogramm aufgelegt, mit dem, über zwei Jahre verteilt, insgesamt 160 Euro ausgezahlt werden. Dresden ködert Neustudenten mit Kulturgutscheinen.

"Zwischen Strand und Audimax"

Auf seinen hohen Freizeitwert setzt auch Mecklenburg-Vorpommern: Unter dem Motto "Zwischen Strand und Audimax" wirbt Bildungsminister Henry Tesch (CDU) um Zuzügler; Greifswald verlost unter seinen Erstsemestern einen Segeltörn auf der Ostsee und gewährt Ermäßigungen fürs Strandbad.

Noch ehrgeiziger ist Jena in Thüringen: Uni-Rektor Klaus Dicke hat angekündigt, die Stadt solle die studentenfreundlichste in ganz Europa werden, Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben eine "Arbeitsgemeinschaft Studentenparadies Jena" gegründet, die unter anderem Studenten nach deren Wünschen fragen soll.

Die Lockrufe haben gute Chancen, im Westen gehört zu werden: Dort erwarten die Statistiker bis zum Jahr 2010 rund 90 000 zusätzliche Studienbewerber. Und ihren wichtigsten Trumpf haben die ostdeutschen Hochschulen bislang kaum ausgespielt: Sie erheben keine Studiengebühren.

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