Von Daniel Kastner
Benjamin, 27, Geschichte:
"Ich habe verschlafen. Das klingt erstmal langweilig. Nur: Ich war noch nicht einmal Prüfling, sondern Beisitzer für meinen besten Freund Tobi.
Ich sollte ihn mit dem Wagen abholen und dann mit ihm zur Uni-Bibliothek fahren. Dort sollte die Prüfung in der Handschriften-Abteilung stattfinden. Zwanzig Minuten vor der Prüfung rief er mich an – und schmiss mich damit aus dem Bett. Ausgeschlossen, dass wir es noch pünktlich schafften.
Weil Tobi unbedingt einen Beisitzer brauchte, schleifte er seinen zugekifften Mitbewohner in die Uni. Übers Handy erweichte er den Prüfer, noch eine Viertelstunde zu warten. Und er bestand sogar die Prüfung. Die Unterschrift des Beisitzers war unlesbar, aber das störte nicht weiter.
Ich hatte in der Zwischenzeit versucht, die Eingangskontrolle der Bibliothek mit dem Schrei 'Ich muss sofort in die Handschriften-Abteilung!' zu durchbrechen. Erfolglos natürlich, und so hockte ich zerknirscht vor der Tür. Beste Freunde sind wir übrigens immer noch."
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