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02.11.2007
 

Was kostet die Welt

New York, schnell und einzigartig

Ein WG-Zimmer im Szeneviertel? Kann sich in New York kein Student leisten. "Zieht lieber in die Außenbezirke", rät UniSPIEGEL-Autor Sebastian Moll. Er weiß auch, wo es kostenlose Hot Dogs gibt und wie man mit Senioren-Karten ins Kino kommt.

"Wer es gern bequem hat, kommt besser nicht nach New York", sagt Nina Brandt, die Medienwissenschaften an der "New School" studiert hat. Kleine Wohnungen, lange U-Bahnfahrten, weite Wege zu günstigen Lebensmittelläden - wer bereit ist, das auf sich zu nehmen, dem liegt der Big Apple zu Füßen.

New York kann, muss aber nicht teuer sein. Bis sie nach ihrem Abschluss einen Job bei der Uno fand, ist Nina Brandt mit 1400 Dollar pro Monat ausgekommen - gerade mal rund 1000 Euro. Der günstige Dollarkurs hilft Europäern.

Die teuerste amerikanische Stadt ist New York nach wie vor. Im Weltvergleich liegt sie jedoch laut Ranking der Unternehmensberatung Mercer nur noch auf Platz 15 - hinter Singapur und Paris und nur knapp vor Dublin und Tel Aviv.

Studiengebühren von 28.000 Dollar

Die größte Hürde zu einem Studium in New York sind die hohen Studiengebühren amerikanischer Unis: zwischen 16.000 Dollar für ein einjähriges Studium der Sozialarbeit und 28.000 Dollar für ein Jahr an der renommierten Columbia Business School. Die Kurse haben aber dafür ein hohes Niveau.

Wie man sich das leisten kann? Mit Hilfe von Austauschprogrammen deutscher Unis oder über Stipendien von Organisationen wie Fulbright und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Einzelne Fachbereiche fördern auch gute Studenten und erlassen ihnen einen Teil der Gebühren - besonders, wenn man schon ein oder zwei Semester mit einem Austauschprogramm hier ist.

Zimmer frei, ab sofort

Eine halbwegs bezahlbare Wohnung zu finden, ist die größte Herausforderung. New Yorker geben zwischen 40 und 60 Prozent ihres Einkommens für ihre Miete aus. Eine Einzimmer-Wohnung mit Kochnische in Manhattan südlich der 110ten Straße kostet in der Regel um die 1800 Dollar pro Monat. Ein Fenster gehört nicht immer dazu - und vor Ratten und Bettwanzen ist man auch nicht sicher.

Die meisten Studenten, aber auch viele Berufstätige, leben daher in WGs. Ausländische Studenten können kaum eine eigene Wohnung mieten, weil Vermieter grundsätzlich die Bonität des Mieters prüfen: Wer nicht schon seit Jahren Konten in Amerika hat und Kreditkarten vorweisen kann, bekommt keinen Vertrag.

In einem begehrten Viertel sind aber auch WG-Zimmer für Studenten kaum bezahlbar. So kostet im Szeneviertel East Village ein etwa zehn Quadratmeter großes, fensterloses Zimmer in der Vierer-WG zwischen 1200 und 1500 Dollar. Studentenwohnheime sind auch nicht viel günstiger: Ein Zimmer in einer Wohnung, die man mit drei oder vier Kommilitonen teilt, kostet etwa 1300 Dollar.

Viele ziehen deshalb in die Außenbezirke. Über die Website craigslist.com findet man schnell und leicht ein Zimmer - man kann meist binnen weniger Tage einziehen. So wohnt Nina Brandt in Bedford Stuyvesant, einem Viertel in Brooklyn, wo bis vor zehn Jahren noch Bandenkriege und Schießereien an der Tagesordnung waren. Dort zahlt sie für ein hübsches Zimmer in einer Vierer-WG 875 Dollar.

Seit der frühere Bürgermeister Rudy Giuliani die Stadt ziemlich rabiat befriedet hat, muss man sich in solchen Vierteln nicht mehr fürchten. Man muss allerdings lange U-Bahn-Fahrten in Kauf nehmen und sich von der Vorstellungen des schicken Boheme-Lebens in New York mit coolen Cafes und Kneipen direkt vor der Tür verabschieden.

Die Subway ist kein Sandwich

Ist das Wohnproblem einmal gelöst, kommt man in New York auch mit wenig Geld blendend über die Runden. U-Bahn-Fahren ist mit zwei Dollar pro Ticket erschwinglich (wenn man mehrere Karten kauft, wird's noch billiger) - auch wenn New Yorker über Fahrpreiserhöhungen ebenso leidenschaftlich schimpfen wie über den miserablen Zustand der Züge. In Wahrheit bringen einen die alten quietschenden Züge aber rund um die Uhr und rasch überall hin.

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