Warum sich auf der Fähre von Puttgarden nach Dänemark ein voll beladenes Auto mit dänischem Kennzeichen hinter das nächste reiht? Weil viele Dänen Lebensmittel in Deutschland kaufen. Ein Besuch im Supermarkt zeigt, wie kostspielig das Leben in Kopenhagen ist. Nach einem Ranking des Forschungsinstituts Economist Intelligence Unit ist Dänemarks Hauptstadt die drittteuerste Metropole der Welt.
Ein Euro entspricht umgerechnet gut 7,50 Kronen. Doch für das, was bei uns ein Euro kostet, bezahlt man hier mindestens zehn Kronen. Wer erst an der Kasse feststellt, dass die 100 Kronen im Portemonnaie für Milch, Brot, Eier und Äpfel leider nicht ausreichen, hat man ein Problem. Anspruch auf diese dänische Kreditkarte "Dankort" hat nur, wer ein regelmäßiges Einkommen in Dänemark vorweisen kann.
Zimmer und Ikea-Betten
Ein Zimmer zu bekommen, ist ebenfalls nicht einfach. Es gibt Leute, die auch nach vier Wochen noch in der Jugendherberge wohnen. Mit Glück wohnt man für 400 Euro im Monat zur Untermiete, mit noch mehr Glück liegt die Bleibe sogar innerhalb der Stadt. Ein Zimmer im Studentenwohnheim kostet monatlich bis zu 600 Euro.
Wie man sich geschmackvoll einrichtet, wissen die Kopenhagener. Manche bevorzugen den Landhausstil, andere halten's minimalistisch mit dänischen Design-Klassikern von Arne Jacobsen. Studenten kaufen wie in Deutschland häufig bei Ikea. Weil das schwedische Möbelhaus hier recht teurer ist, fahren viele über die Öresundbrücke, die Dänemark und Schweden verbindet, und gehen in Malmö einkaufen.
Wann genau die schick gekleideten Dänen ihre stilvollen Klamotten und Möbel kaufen, bleibt ein Rätsel. Die meisten Läden sind innerhalb der Woche nur bis 18 Uhr geöffnet, samstags sogar nur bis 14 Uhr.
Fahrräder und Metro
Kopenhagen ist eine Fahrradstadt - mit extra breiten Radwegen. Die Radfahrer halten sich meist an die Verkehrsregeln, manchmal haben sie aber auch ganz eigene: Wenn man anhalten will, muss man dies mit hochgehobenem Arm rechtzeitig signalisieren. Wer im Dunkeln von der Polizei ohne Licht erwischt wird, zahlt 70 Euro Strafe - pro Licht.
Kopenhagen war eine der ersten Städte mit "city-bikes". An verschiedenen Stationen der Stadt kann man sich für 20 Kronen Räder ausborgen - wie einen Einkaufswagen im Supermarkt. Bei Rückgabe an einer beliebigen Station, bekommt man sein Geld zurück. Wer lieber seinen eigenen Drahtesel fährt, kauft ein gebrauchtes Rad. Das gibt's ab 100 Euro.
Auch mit der Metro fährt es sich in Kopenhagen gut. Die Stationen sind aus Glas, Stahl und Beton, sie sehen so modern aus, dass man sich ins Jahr 2050 versetzt fühlt. Länger als zwei Minuten muss man selten auf die nächste Bahn warten, und erst kürzlich wurde die Strecke zum internationalen Flughafen Kastrup eröffnet. Von der Innenstadt aus dauert die Fahrt gerade 14 Minuten.
Allerdings verfügt die Metro, die erst vor fünf Jahren eingeweiht wurde, bisher nur über zwei Linien. Und die Preise sind hoch: Eine einfache Fahrt im Innenstadtbereich kostet 2,55 Euro. Wer die S-Bahn in den Großraum nehmen muss, zahlt bis zu 10,50 Euro. Fahrräder und Hunde mitnehmen kostet extra.
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