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23.11.2007
 

Absolventen-Studie

Blumen für den Bachelor

Von Katrin Schmiedekampf

Mit 25 Jahren den ersten Abschluss in der Tasche - und zufrieden. In einer aktuellen Studie loben Bachelor-Absolventen vor allem, dass das Studium gehörig entstaubt wurde. Davon profitieren sogar traditionelle Studiengänge.

Es gibt Studenten und Professoren, die noch immer murren und brummen - die meisten haben sich aber inzwischen an die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge gewöhnt. Doch wie gut sind die Angebote und Abschlüsse in der Praxis? Das sollten über 11.700 Absolventen aus allen Fachrichtungen verraten. Sie wurden für eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) befragt. Das überraschende Ergebnis: Viele Bachelor-Absolventen sind mit ihrem Studium zufriedener als diejenigen, die traditionelle Studiengänge absolviert haben.

Bachelor-Studenten: Laut HIS-Studie zufriedener als Studenten aus klassischen Studiengängen
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Jacobs University Bremen

Bachelor-Studenten: Laut HIS-Studie zufriedener als Studenten aus klassischen Studiengängen

"Übergänge und Erfahrungen nach dem Hochschulabschluss" heißt die 270 Seiten starke Studie. Für sie wurden Absolventen des Jahrgangs 2005 befragt - und verteilten Blumen für den neuen Bachelor-Abschluss. Ein Großteil der Studenten lobte die modernenisierten Lehr- und Lernformen, die wissenschaftliche Qualität der Lehre und die Möglichkeit, aktiver studieren zu können. In Bachelor-Fächern, so das Urteil, werde mehr Wert auf mündliche Präsentationen gelegt.

"Die neuen Studiengänge haben auch positive Auswirkungen auf die klassischen Studiengänge", sagt HIS-Studien-Mitarbeiter Gregor Fabian im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Schließlich seien nicht einfach nur die Abschlüsse umgestellt worden - sondern die Inhalte. Das Studium sei strukturierter, der Praxisbezug größer, der Stoff auf einem neueren Stand. "So haben im Jahrgang 1997 lediglich 30 Prozent der Fachhochul-Studenten im traditionellen Ingenieursstudium die erlernten Methoden als aktuell eingestuft. Im Jahrgang 2005 haben wir hier eine Zustimmung von knapp 60 Prozent", sagt Fabian.

In die Tiefe geht es nur selten

Dagegen gibt es laut HIS-Studie im Bachelor-Studium oft zu wenig Möglichkeiten, das Wissen in bestimmten Punkten zu vertiefen, also einzelne Themen länger, intensiver und umfassender zu beackern. "Verwundert hat uns das nicht", sagt HIS-Studien-Mitarbeiter Fabian. Das Studium dauere ja insgesamt nur drei bis dreieinhalb Jahre, viele Studenten gingen in dieser Zeit auch noch ins Ausland. Daher könne oft nur Grundwissen vermittelt werden. "Doch das gleicht sich möglicherweise durch ein Master-Studium wieder aus."

Ein weiterer Punkt, der den Absolventen zufolge noch verbessert werden muss: die Vorbereitung auf das Berufsleben. Die Struktur des Bachelor-Studiums, die von vielen als "verschult" bezeichnet wird, hat laut Studie bisher nicht zu einer Verbesserung gegenüber den klassischen Studiengängen geführt. Viele Firmenchefs haben sich mittlerweile immerhin an den neuen Abschluss gewöhnt - und stellen laut einer bereits drei Jahre alten HIS-Studie gern Bachelor-Studenten ein.

Wie die Berufs-Perspektiven der Absolventen des Jahrgangs 2005 aussehen, darüber können die HIS-Studienleiter Kolja Briedis und Karl-Heinz Minks und ihre vier Mitarbeiter noch keine verlässlichen Aussagen treffen. Die Bachelor-Absolventen seien im Schnitt 25 Jahre alt, also etwa anderthalb bis zwei Jahre jünger als Absolventen aus klassischen Studiengängen. Doch diesen Vorteil nutzen längst nicht alle. Zu attraktiv ist eine Fortsetzung des Studiums in einem Master-Programm.

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