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24.01.2008
 

Uni Frankfurt

Bewerber mit Fachhochschulreife müssen draußen bleiben

In Hessen können auch Leute studieren, die kein Abi haben. Die Uni Frankfurt will aus der Reihe tanzen und Bewerber mit Fachhochschulreife bald nur noch in absoluten Ausnahmefällen aufnehmen - um ihnen einen "frustrierenden Studienverlauf zu ersparen".

Kein Abi, kein Studienplatz - diese Gleichung gilt künftig an der Uni Frankfurt. Leute mit Fachhochschulreife haben kaum Chancen, sich einzuschreiben. Die Regelung wurde vom Uni-Senat abgesegnet. Sie muss nun noch vom Hochschulrat bestätigt werden.

Frankfurts Uni-Präsident Steinberg: "Die Hochschule wird am Abitur festhalten"
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Uni Frankfurt

Frankfurts Uni-Präsident Steinberg: "Die Hochschule wird am Abitur festhalten"

Die Uni Frankfurt wäre damit die einzige Uni in Hessen, in der Bewerber mit Fachhochschulreife für Bachelor-Studiengänge abgelehnt würden, sagte die hochschulpolitische Sprecherin der Grünen, Sarah Sorge. Die Uni weiche mit ihrer Regelung vom Hessischen Hochschulgesetz ab. Das sehe vor, dass Unis auch Bewerber mit Fachhochschulreife für die dreijährigen Bachelor-Studiengänge zulassen müssten. Die Verfassung der Stiftungsuniversität lasse es jedoch zu, sich darüber hinwegzusetzen, so Sorge.

Der Grund für die Nur-Mit-Abi-Regelung wird in einer Pressemitteilung der Uni (Überschrift: "Das Abitur zählt") so beschrieben: "Dem Senat war es wichtig, deutlich zu machen, dass dadurch die unterschiedlichen Profile von Studiengängen an Universitäten und Fachhochschulen erhalten blieben."

"Mit falschen Voraussetzungen an der Uni"

Nach Ansicht der Uni sei ein erfolgreiches wissenschaftliches Studium nur gewährleistet, wenn man ein Abitur vorweisen kann. "Durch die Neuregelung bliebe Studierenden, die aufgrund der Fachhochschulreife mit falschen Voraussetzungen an die Universität kämen, ein womöglich frustrierender Studienablauf erspart", heißt es in der Pressemitteilung.

Zurzeit sind etwa sieben Prozent der eingeschriebenen Studenten mit einer Fachhochschulreife an die Frankfurter Uni gekommen, schätzt Heidemarie Barthold, Referentin für Lehr- und Studienangelegenheiten. Ob diese Studenten alle einen frustrierenden Studienverlauf erleben, konnte sie nicht sagen. Doch in der Pressemitteilung finden sich noch ein paar beruhigende Worte für die Abiturlosen: "Bereits eingeschriebene Studierende mit Fachhochschulabschluss bleiben von dem Beschluss unberührt."

Dass an der Uni Frankfurt neuerdings "das Abitur zählt", findet Barthold gut. "Für die alten Diplom- und Magister-Studiengänge war ein Abitur erforderlich, in die Bachelor- und Masterstudiengänge kam man aber auch mit Fachhochschulreife ganz automatisch hinein - das hat uns nie überzeugt", sagte die Referentin SPIEGEL ONLINE. Das bedeute aber nicht, dass Leute mit Fachhochschulreife überhaupt keine Chance mehr hätten. Es gebe da ja noch die Möglichkeit, einen Begabtentest zu machen, sagte Barthold. Auf die Frage, wieviele Bewerber sich dieser Prüfung denn im Jahr stellen, sagte sie: "Etwa vier bis sechs."

Eingeschriebene Studenten dürfen bleiben

Der Asta verurteilte den Ausschluss der Studenten mit Fachhochschulreife als unsoziale Selektion, die neue Bildungshürden aufbaue. Die Vorsitzende Anja Engelhorn kritisierte, die Entscheidung sei nicht auf der Basis von Fakten etwa über Studienabbrecher mit Fachhochschulreife getroffen worden. Engelhorn: "Es ist grob fahrlässig, derartige Entscheidungen zu treffen aufgrund bloßer Vermutungen."

Mit dem Ausschluss von Bewerbern mit Fachhochschulreife bewegt sich die Uni Frankfurt gegen den allgemeinen Trend, die Trennung zwischen wissenschaftlicher und Praxis orientierter Ausbildung aufzuheben. Außerdem soll die Zahl der Studenten an allen Unis soll erhöht werden. Die von Bund und Ländern gemeinsam angepeilte Studienquote liegt bei 40 Prozent eines Altersjahrgangs.

Wer an der Uni Frankfurt weiterhin einen Studienplatz bekommen kann? "Bewerber, die eine Studienqualifikation durch die allgemeine und die fachgebundene Hochschulreife sowie durch die Meisterprüfung vorweisen können", heißt es in der Pressemitteilung der Uni.

kat/dpa

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