"Die Wissenschaftsminister sollten genau hinschauen, ob die Alkoholprobleme vor allem bei Studenten in den neuen Studienformen auftauchen."
Ulla Burchardt, Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag, in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die SPD-Politikerin reagierte auf eine Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim, der zufolge jeder dritte Student häufig zur Flasche greift. Für die gemeinsam mit Forschern der Universität Münster durchgeführte Studie waren 1130 Studenten der Universität Mannheim befragt worden.
44 Prozent der Männer seien betroffen, bei den Frauen seien es 19 Prozent, gaben die Forscher an. Oft vernachlässigten die Studenten nach Trinkgelagen ihre Aufgaben bei der Arbeit, in der Universität oder in anderen Bereichen. Teilweise gingen sie betrunken oder verkatert zur Arbeit oder in die Vorlesungen. Als mögliche Ursache für die Alkoholprobleme hatten die Forscher Prüfungsangst und Konflikte mit dem Elternhaus genannt.
Burchardt bestätigte, dass die psychische Belastung der Studenten erheblich zugenommen habe. Viele Studenten seien vor allem damit beschäftigt seien, das Geld für das Studium zusammen zu bekommen. Außerdem sei der Leistungsdruck gestiegen. Es bleibe kaum Zeit für andere Dinge oder zur Muße.
Burchardt: "Wer von zu Hause aus nicht mit üppigen Mitteln ausgestattet ist, steht heute unter erheblichem Druck, schnell zu studieren und seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Studiengebühren verschärfen den Druck."
kat
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