An deutschen Universitäten grassiert das Erasmus-Fernweh: Deutschland nimmt bei der Entsendung von Studenten ins Ausland einen Spitzenplatz ein. Im Hochschuljahr 2006/2007 konnten knapp 24.000 Studenten aus Deutschland mit dem Erasmus-Programm der Europäischen Union in 30 anderen europäischen Ländern einen Teil ihres Studiums absolvieren, teilt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) mit.
Aus keinem EU-Mitgliedsland nahmen mehr Studenten am Erasmus-Programm teil. In Deutschland waren es noch etwas mehr als im Vorjahr. Ähnlich reiseverrückt sind nur Studenten aus Frankreich und Spanien - aus diesen Ländern traten jeweils über 22.000 Studis ein Auslandssemester an, aus Italien 17.000. In absoluten Zahlen liegt also Deutschland vorn, ist aber auch Bevölkerungsriese in der EU.
Für Auslandserfahrungen zwischen Hörsaal und Kneipe haben deutsche Studenten zwei Top-Ziele. Für Spanien entschied sich mehr als jeder fünfte Erasmus-Stipendiaten, auf Platz zwei liegt Frankreich mit 18 Prozent vor Großbritannien (knapp 13 Prozent). Unter den studentischen Weltreisenden waren besonders viele angehende Betriebswirte, Sprachwissenschaftler und Soziologen.
Besonders stark am Erasmus-Programm beteiligten sich die Universität Mainz, die FU Berlin und die Humboldt-Universität Berlin. Umgekehrt kamen Deutschland vor allem Studenten aus Mittel- und Osteuropa.
Eine Viertelmillion Deutsche ins Ausland verschifft
Seit dem Hochschuljahr 2007/2008 wird Erasmus unter dem Dach des neuen EU-Bildungsprogramms zum lebenslangen Lernen weitergeführt. Ziel ist, die Zahl der Erasmus-Studierenden bis 2012 auf drei Millionen zu verdoppeln. Im ersten Hochschuljahr 1987/88 verbrachten noch 649 deutsche Studenten einen Teil ihres Studiums mit dem Erasmusprogramm im Ausland. 2006 waren es bereits über 23.000.
Insgesamt hat die Europäische Union in 20 Jahren rund 1,5 Millionen Studenten aus 31 Ländern Europas gefördert. Dabei liegt Deutschland an der Spitze in Europa vor Spanien und Frankreich: Fast 240.000 deutsche Studenten haben dank Erasmus im Ausland gelebt, geliebt, gegessen, getrunken.
Im Rahmen des Bildungsprogramms sollen außerdem die monatlichen Mobilitätszuschüsse schrittweise auf 200 Euro erhöht werden. Im Moment kassieren deutsche Auslandsstudenten einen monatlichen Zuschuss von durchschnittlich 155 Euro und eine Befreiung von Studiengebühren im Gastland.
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