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Bachelor-Berufsstarter Gut für die Wirtschaft, schlecht für die Wissenschaft

9. Teil: Moritz Delbrück: "Der klassische Tunnelblick wäre mir zu eng"

"Der Bachelor war für mich die Chance, einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss zu bekommen, der zugleich viele Möglichkeiten offen lässt. Deshalb habe ich auch ein sehr generalistisches Fach gewählt. Der klassische BWL-Tunnelblick wäre mir zu eng gewesen.

Ich kann in der Wirtschaft arbeiten wie jetzt gerade, aber auch in der Politik oder bei Nichtregierungsorganisationen. Nach zwei, drei Jahren im Job will ich wieder studieren und noch einen Master of Business Administration und eine Promotion draufsatteln."

Moritz Delbrück, 29, hat an der Universität Bayreuth Philosophy & Economics studiert und arbeitet bei der Unternehmensberatung MSR Consulting in Köln

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insgesamt 1657 Beiträge
DJ Doena 26.04.2008
Gegenfrage: Ist die Uni denn Selbstzweck?
Gegenfrage: Ist die Uni denn Selbstzweck?
Senfkorn 26.04.2008
Das Bachelorstudium ist mittlerweile eine Fortsetzung von Schule. Auswendiglernen, Testen, Vergessen. In Deutschland lebt man nicht behütet auf dem Campus, sondern wohnt vielleicht zum ersten Mal alleine, muss Wohnung, Haushalt [...]
Das Bachelorstudium ist mittlerweile eine Fortsetzung von Schule. Auswendiglernen, Testen, Vergessen. In Deutschland lebt man nicht behütet auf dem Campus, sondern wohnt vielleicht zum ersten Mal alleine, muss Wohnung, Haushalt organisieren, dazu die neue Situation an der Uni. Wenn dann in den ersten Monaten schon Prüfungen geschrieben werden, die für die Endnote relevant sind, braucht man sich über hohe Abbrecherquoten auch nicht wundern. Dazu wird duch die enge Taktung Studenten das Leben erschwert, die sich selbst finanzieren müssen. Der Verdacht liegt nahe, das dies auch so gewollt ist, wozu gibt es Studienkrdite und schon hat man neue Kunden für die Finanzwirtschaft gewonnen. Insgesamt wird zur Zeit in der Bildung nur gehetzt, ohne Sinn und Verstand, früher Einschulen, G8, Bachelor. Vielleicht läuft sich das ein, aber einige Generationen werden dabei wohl verloren gehen.
Der Bologna (http://de.wikipedia.org/wiki/Bologna-Prozess) Prozess ist mir ein Graus. Wenn ich die Bachelor Informatiker in meinen Tutorium ein wenig nach mathematischen Hintergrundwissen frage, ist es sehr still. Was hat das noch [...]
Der Bologna (http://de.wikipedia.org/wiki/Bologna-Prozess) Prozess ist mir ein Graus. Wenn ich die Bachelor Informatiker in meinen Tutorium ein wenig nach mathematischen Hintergrundwissen frage, ist es sehr still. Was hat das noch mit Informatik zu tun? Das gleiche höre ich von vielen Kollegen, die selbst mit Diplom abgeschlossen haben, und nun mit Bachelor-Studenten Umgang haben - Es geht nur noch um pauken pauken pauken. Wissen, Lust am Fach? Uninteressant, wichtig sind nur die Klausuren, von den es reichlich jedes Semester gibt. Das sollen Wissenschaftler werden? Das ist Pfusch, das hat doch nichts mehr mit der Jahrhunderten alten Tradition zu tun - Humbold (http://de.wikipedia.org/wiki/Humboldtsches_Bildungsideal) muss im Grabe sich nicht nur drehen, sondern schon rotieren!
ondrana 26.04.2008
Von mir behaupte ich, eine außergewöhnlich breite Allgemeinbildung zu haben. Die ist mir nur zum Teil von zu Hause anerzogen worden, denn meine Eltern waren sehr einfache Leute, die mir aber den Drang anerzogen haben, mich [...]
Zitat von Kristian ViesmannEs geht nur noch um pauken pauken pauken. Wissen, Lust am Fach? Uninteressant, wichtig sind nur die Klausuren, von den es reichlich jedes Semester gibt. Das sollen Wissenschaftler werden? Das ist Pfusch, das hat doch nichts mehr mit der Jahrhunderten alten Tradition zu tun
Von mir behaupte ich, eine außergewöhnlich breite Allgemeinbildung zu haben. Die ist mir nur zum Teil von zu Hause anerzogen worden, denn meine Eltern waren sehr einfache Leute, die mir aber den Drang anerzogen haben, mich umzuschauen und mehr als meine kleine Welt wahrzunehmen. Im Studium habe ich mit vielen Dingen Kontakt gehabt, die mir von zu Haus aus fremd waren, die aber mein Leben und meine Grundeinstellung zum Leben und den Menschen geprägt haben. An den Cafeteriatischen der Uni hatte ich Kontakt mit Musikern - also machte ich beim Unichor mit und bekam tiefe Einblicke in die klassische Musik. Im Unichor lernte ich dann Biologen kennen und ich half ihnen im Labor bei den Versuchen für ihre Examensarbeit. Eine völlig neue Welt! Aktiv zu sein im ASTA prägte mich hinsichtlich meiner späteren politischen Aktivitäten. Ein Literaturzirkel interessierter Studenten entwickelte sich zu einer Theatergruppe und wir hatten wunderbare Aufführungen auf höchstem Niveau. Dort lernte ich Selbstvertrauen, Mut, Konzentration. Außerdem verbrachte ich ein Jahr in England an einer englischen Schule als Assistant Teacher. Trotz alle dem - oder vielleicht GERADE DESWEGEN- habe ich mein Studium mit guten Noten in der Regelstudienzeit abgeschlossen. Vielleicht bin ich ja eine Bildungsromantikerin, aber ich bin der Meinung, dass zu Menschen, die ja irgendwie später zur Führungsschicht gehören (fachlich oder politisch), etwas mehr gehört als Fachidiotentum. Studenten muss die Möglichkeit gegeben werden, über den Tellerrand hinauszuschauen. Sie müssen sich ausprobieren können und ihre Stärken und Schwächen herausfinden, sowohl menschlich als auch fachlich. Das Bachelorstudium schient in dieser Hinsicht nicht der richtige Weg zu sein.
Die Bachelor-Studiengänge haben nur ein Ziel: Die Wirtschaft schnell mit Fachkräften zu versorgen. Toller Lebenslauf, sollen wir jetzt alle klatschen und uns geehrt fühlen, mit einem Vertreter der geistigen Elite ein Thread [...]
Zitat von ondranaDas Bachelorstudium schient in dieser Hinsicht nicht der richtige Weg zu sein.
Die Bachelor-Studiengänge haben nur ein Ziel: Die Wirtschaft schnell mit Fachkräften zu versorgen. Toller Lebenslauf, sollen wir jetzt alle klatschen und uns geehrt fühlen, mit einem Vertreter der geistigen Elite ein Thread teilen zu dürfen? Kopfschüttelnd, Kristian Viesmann
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