Frage: Herr Steinke, Droege war bisher Förderer der privaten Universität Witten/Herdecke und hat heute in einer scharf formulierten Pressemitteilung angekündigt, man sehe keine weitere Basis für eine Sponsoringzusammenarbeit. Was genau ist da passiert?
Uni Witten/Herdecke: Es kriselt wieder
Frage: Aber wenn das nun schon ein paar Monate so geht, warum dann die Entscheidung heute? Was war der auslösende Faktor?
Steinke: Wir haben in dieser Woche einen sogenannten Sponsoringvertrag vorgelegt bekommen, der uns verpflichtet, 9,4 Millionen der Universität zur Verfügung zu stellen, quartalsweise, nachdem wir ja schon 2,6 Millionen ohne Vertragsgrundlage im Dezember letzten Jahres bezahlt haben. Im Sponsoringvertrag werden diese Milestones überhaupt nicht erwähnt. Die Universität erwartet offensichtlich, dass wir dieses Geld auch ohne die zu erfüllenden Bedingungen zur Verfügung stellen, und das kommt für uns überhaupt nicht in Frage. Also man könnte fast vermuten, die Universität sucht einen Weg uns loszuwerden. Und das hätte man auch anders haben können. Da hätte man einfach ein vernünftiges Gespräch geführt, dann hätte es eine andere Lösung gegeben.
Frage: Das heißt, Sie sehen keine Chance mehr, dass Droege und die Hochschule noch zusammenkommen?
Steinke: Nein. Nach der Situation in den letzten Monaten ist das Tischtuch zerschnitten. Wir sehen keine Grundlage mehr für die Unterstützung der Universität.
Frage: Haben Sie auf Ihre heutige Erklärung hin Rückmeldungen aus der Universität bekommen?
Steinke: Nein, es gibt keine Antwort auf die Informationen, die die Uni von uns bekommen hat. Es gibt aber auch in den letzten Monaten schon keine Antworten mehr. Alle Versuche, die Universität dazu zu bringen, uns über die aktuelle Finanzplanung, Businessplanung im Haushaltsjahr und im Folgejahr solche Informationen uns zur Verfügung zu stellen, laufen ins Leere. Das Einzige, was wir bekommen haben, ist der angesprochene Sponsoringvertrag, der aber völlig inakzeptabel ist.
Das Interview führte Armin Himmelrath,
"Campus & Karriere" / Deutschlandfunk
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