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Abschlussarbeit Sechs Tipps für den großen akademischen Wurf

6. Teil: Abgeben - jedem Ende wohnt ein Zauber inne

Eine wissenschaftliche Abschlussarbeit abgeben - das klingt so simpel, wären da nicht diese Angstmechanismen: Du wirst das Gefühl (und damit deine Abschlussarbeit) nicht los, dass "da irgendwas nicht stimmt, dass es von Rechtschreibfehlern nur so wimmelt, dass das intellektuelle Niveau einer wissenschaftlichen Arbeit nicht genügt" etc.

Diese Gedanken gilt es zu ignorieren. Handle nach dem Prinzip: erst die Verantwortung, dann die Arbeit abgeben. Lasse dein Werk von mindestens zwei Menschen lesen. Das beruhigt. Der erste Lektor (Kommilitone, Freund, Fachverständiger) sollte die Arbeit inhaltlich durchgehen und vor allen Dingen Zeit und Lust für diese Aufgabe mitbringen. Er sollte weder dir noch deinem Fach fremd sein.

Der zweite Leser (Mutter/Bruder/Germanist) sollte das Werk danach professionell auf Rechtschreibfehler überprüfen. Er kann von deinem Fachgebiet - von A wie Altbauinstandsetzung bis Z wie Zölibatwissenschaften - nur Bahnhof verstehen, sollte aber Ahnung von der Rechtschreibung haben und sehr gewissenhaft sein.

Nach diesen zwei Überarbeitungsschleifen sollten sich deine Ängste in Luft aufgelöst haben. Die Anmerkungen beider Leser arbeitest du ein, liest dir deine Arbeit noch genau einmal in Ruhe durch und gibst das "zauberhafte" Werk in Druck.

Wer weiß, vielleicht stehen bald darauf doch ein paar Menschen vor dem Prüfungsamt, die dir applaudieren und zuwinken. Und du trabst müde zwar, aber in bester Laune nach Hause. Denn: Jedem Ende wohnt ein Zauber inne. Du musst ihn nur entdecken!


Autor Philipp Braun, 26, studiert PR/Kommunikationsmanagement an der Universität Leipzig und arbeitet daneben als freier Journalist. Derzeit schreibt er seine Abschlussarbeit beim Praxispartner Scholz & Friends Group in Berlin. Der Abgabetermin rückt näher und näher und näher ...

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pumpkin79 28.08.2008
Mit Interesse habe ich obigen Artikel gelesen, da ich selber jahrelang als Mitarbeiter Seminar- und Diplomarbeiten betreut und bewertet habe - und nicht zuletzt habe ich auch im Studium welche geschrieben. Was der Autor allerdings [...]
Mit Interesse habe ich obigen Artikel gelesen, da ich selber jahrelang als Mitarbeiter Seminar- und Diplomarbeiten betreut und bewertet habe - und nicht zuletzt habe ich auch im Studium welche geschrieben. Was der Autor allerdings an Vorschlägen unterbreitet, ist leider fernab jeglicher Realität und teilweise, man verzeihe meine Wortwahl, etwas dummes Geschwätz. Wie kann der Autor als Tipp geben, sich Bücher für die Literaturrecherche vorzunehmen, wo doch Forschung zu 99% nicht über Bücher, sondern Artikel in referierten Zeitschriften läuft? Wie kann ein Tipp lauten, die Einleitung als erstes zu schreiben, wo man doch zu diesem Zeitpunkt gar nicht wissen kann, zu welchen Erkenntnissen die Arbeit am Ende kommt? Auch die Praxis des Exposé-Schreibens ist an vielen Universitäten nicht gefragt, zudem ist es auch nicht so schlimm wie beschrieben, einen Professor für seine Abschlussarbeit zu bekommen wie beschrieben, und ich komme von einer Fakultät mit mehr als 4000 Studierenden und einem sehr ungünstigen Studenten-Betreuer-Verhältnis. Hinzu kommt die Anforderung, die der Autor stellt, nämlich den großen akademischen Wurf zu landen. Wer die Latte so hoch setzt, kann nur scheitern, denn einem Studenten ist es einfach nicht möglich, etwas auf dem Niveau eines referierten Artikels zu schreiben (wenige Ausnahme mögen die Regeln bestätigen). Sonst wäre es wohl nicht sonderlich schwer, Forschungsleistungen wie die an der Uni zu erbringen. Meine Erfahrung legt folgende Tipps nahe: Intensive Literaturrecherche, vor allen in englischsprachigen Journals. Gerne auch Versuche, Forscher einmal interviewen zu können, das hilft ungemein. Rechtzeitiges Erstellen einer flexiblen Gliederung. Dabei Schwerpunkte setzen: Erstelle ich eine eigene Empirie, habe ich Ideen für ein Modell, am besten quantitativ? Und wenn ja, habe ich Hoffnung, überhaupt eine Lösung zu bekommen? Beginn des Schreiben mit dem Literaturüberblick. Regelmäßiger Kontakt zum Betreuer, immer Auszüge zum Lesen mitbringen. Die Arbeit immer gleich richtig formatieren. Einleitung und Fazit zum Ende schreiben. Viel Erfolg!
johann76!!! 28.08.2008
Am schlimmsten finde ich, dass der Autor versucht, seine (im Kern z.T. evtl. ja gar nicht unbedingt nur falschen) Tipps, als allgemeingültig zu verkaufen. Zwar mag manches für eine geisteswissenschaftliche Wissenschaftskultur [...]
Am schlimmsten finde ich, dass der Autor versucht, seine (im Kern z.T. evtl. ja gar nicht unbedingt nur falschen) Tipps, als allgemeingültig zu verkaufen. Zwar mag manches für eine geisteswissenschaftliche Wissenschaftskultur zutreffend sein, für empirisch orientierte Fächer ist aber das Meiste völlig unsinnig. Es ist traurig, dass hier scheinbar die Vorstellung zugrunde liegt, Wissenschaft bestehe darin, in Bibliotheken aus alten Büchern abzuschreiben. So funktioniert moderne Forschung nicht. Und der Vorschlag, ein „Zeit“-Dossier als Ausgangspunkt einer wissenschaftlichen Arbeit zu wählen, ist geradezu grotesk. Von peer-reviewed Journals scheint der Autor noch nie gehört zu haben. Meinen Studierenden würde ich jedenfalls dringend davon abraten, sich an diesen „Tipps“ zu orientieren.
WebFritzi 06.11.2008
Ganz eurer Meinung. Aber was erwartet man von Spiegel-Redakteuren... Die haben ja eh keine Ahnung von Wissenschaft.
Ganz eurer Meinung. Aber was erwartet man von Spiegel-Redakteuren... Die haben ja eh keine Ahnung von Wissenschaft.
altbauer 02.04.2009
Auch ich teile die Einschätzung, dass diese Ratschläge von einem eher Unbedarften stammen. Wer eine wissenschaftliche Arbeit mit der Einleitung beginnt, der kann eigentlich schon aufgeben, denn das funktioniert nicht. Wie man eine [...]
Auch ich teile die Einschätzung, dass diese Ratschläge von einem eher Unbedarften stammen. Wer eine wissenschaftliche Arbeit mit der Einleitung beginnt, der kann eigentlich schon aufgeben, denn das funktioniert nicht. Wie man eine Arbeit schreibt und organisiert findet man z.B. hier recht gut beschrieben und erklärt: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LITERATUR/
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