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09.09.2008
 

Philosophie

"Themenfindung ist ein intuitiver Akt"

Von Marion Hartig

Das Philosophicum Lech hat sich zum Publikumsmagneten entwickelt. Ein Gespräch mit dem wissenschaftlichen Leiter Konrad Paul Liessman über das Gespür für Themen.

Frage: "Geld. Was die Welt zusammenhält" ist das diesjährige Thema des Philosophicums vom 17. bis 21. September. Es fanden Denker weltweit so spannend, dass die Tagung bereits ausgebucht ist. Herr Liessmann, Sie sind der wissenschaftliche Leiter. Haben die Medien Sie auf das Thema gebracht?

Konrad Paul Liessmann: Nicht unbedingt. Die Themenfindung ist eher ein intuitiver Akt. Sie beginnt ein bis zwei Jahre vor einer Tagung und entwickelt sich aus halbbewusster Informationsaufnahme, aus Gesprächen, Büchern, ja, auch aus Medien.

Frage: Was macht ein gutes Thema aus?

Liessmann: Dass es gesellschaftliche Probleme und Fragen aufgreift, die in der Luft liegen.

Frage: Aber wie kommt man auf diese Fragen?

Liessmann: Man muss offen sein für die sozialen, kulturellen, technischen und politischen Entwicklungen: Sie sind die Materie, aus der die Fragen unserer Zeit gemacht sind.

Frage: Was, wenn das Thema gefunden ist?

Liessmann: Die nächsten Schritte sind planbar. Es geht um die genaue Formulierung des Themas, um die Suche nach Referenten, um die Erstellung eines attraktiven Programms. Es muss vor allem ansprechen, Interesse wecken, neugierig machen.

Frage: Was macht es so schwer, spannende Themen zu finden?

Liessmann: Ich halte das nicht für wirklich schwer. Es genügt, in den Spiegel zu sehen: Wer bin ich, da fängt doch die Philosophie an. Doch es geht nicht nur um die immer aktuellen Grundphänomene des Seins, um Liebe und Tod, Recht und Gerechtigkeit, Wahrheit und Lüge. Große Themen der Philosophie sind heute zum Beispiel auch die ethischen Dimensionen von Genetik, Ökonomie oder Medizin.

DPA

Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann ist wissenschaftlicher Leiter des Philosophicums Lech.

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