Sonntag, 22. November 2009

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17.09.2008
 

Auslandsstudium

Wachsendes Fernweh

Etwas Besseres als die Massen-Uni finden wir überall: Deutsche Studenten zieht es verstärkt hinaus in die Welt. Klassische Studienziele wie die USA bleiben beliebt, noch mehr locken aber die kleineren Nachbarländer - allen voran die Niederlande.

Immer mehr deutsche Studenten zieht es an ausländische Hochschulen. Allein im Jahr 2006 sammelten 83.000 Studenten Erfahrungen zwischen Hörsaal und Kneipe im Ausland, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Das waren sieben Prozent oder 5.700 Studierende mehr als im Vorjahr. Dieser starke Anstieg liegt vor allem an der großen Beliebtheit Deutschlands kleinerer Nachbarländer wie Niederlande, Österreich und Schweiz.

Deutschland ist Erasmus-Europameister

Generell zeigen sich die jungen Deutschen reisefreudig. Die Zahl der Studienaufenthalte im Ausland ist in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Während 1996 auf 1000 deutsche Studierende an inländischen Hochschulen noch 26 deutsche an Hochschulen im Ausland kamen, waren es 2006 bereits 48.

SCHWEIZ- QUIZ

REUTERS
Kleiner Grenzverkehr: SPIEGEL ONLINE schickt Sie ins alpine Basis- und Höhenlager. Man spricht Dütsch: Von Cüpli über Zeltli bis zum Gipfeli - ein Sprachtest mit 13 Helvetismen, die nicht jeder versteht.
Deutsche Studenten dürfen sich außerdem Erasmus-Europameister nennen: Sie sind die mobilsten Studenten von allen. Mit 23.848 Teilnehmern stellten sie im Hochschuljahr 2005/2006 die stärkste Fraktion im Erasmus-Programm der Europäischen Union.

Beliebtestes Zielland 2006 waren die Niederlande mit 16,8 Prozent aller deutschen Studierenden im Ausland. Seit drei Jahren zieht kein anderes Land so viele deutsche Studenten an: Rund jeder sechste deutsche Auslandsstudent war im Jahr 2005 in Holland eingeschrieben, 12.000 insgesamt.

Ebenfalls beliebt sind Großbritannien (14,6 Prozent) und Österreich (14,4 Prozent). Es folgten die Schweiz mit 10,7, die USA mit 10,4 und Frankreich mit 8,4 Prozent. Diese sechs Länder zogen zusammen drei Viertel der deutschen Auslandsstudenten an.

Medizinerflucht nach Budapest

Ganz unterschiedlich verteilt sind dabei die besuchten Fächergruppen in den Zielländern: Zum Beispiel waren in den Niederlanden und in Großbritannien fast die Hälfte aller deutschen Studenten in der Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften eingeschrieben.

In Frankreich geht es kultureller zu: Dort belegen rund 45 Prozent der deutschen Auslandsstudenten Veranstaltungen in der Fächergruppe Sprach- und Kulturwissenschaften und Sport.

Einen Sonderfall bildet Ungarn, wo die weit überwiegende Mehrheit von 73 Prozent der deutschen Studenten im Fach Humanmedizin immatrikuliert ist - in Budapest lockt die Semmelweis-Universität, die kürzlich in Hamburg eine Filiale eröffnet hat.

Umgekehrt sind aber auch die deutschen Hochschulen für ausländische Studenten attraktiv. Waren im Wintersemester 1996/97 an deutschen Hochschulen noch 100.033 Studierende aus dem Ausland eingeschrieben, stieg die Zahl bis zum Wintersemester 2006/2007 bereits auf 188.436.

cpa/AP/AFP

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