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Auslandsstudium Raus aus dem Erasmus-Rudel!

6. Teil: Chaostage - ach ja, die Uni

In die Uni muss man. Und wenn man schon 30 Credit points einsammelt, dann auch in der richtigen Gesellschaft. Kurse, in denen nur Erasmus-Studenten sitzen, direkt vom Stundenplan streichen! Die Leute dort kennt man ohnehin längst aus dem Wohnheim oder von einem Welcome-Meeting. Lieber gemischte Kurse besuchen, oder noch effektiver: inmitten von Inländern studieren.

Dafür muss man in der Regel die Sprache des Gastlandes beherrschen. Wer einigermaßen damit klarkommt, sollte es wagen und sich durchmogeln. Bei Gruppenarbeiten am besten den Chaoten anschließen. Die haben Verständnis, wenn man die Abgabefrist für das gemeinsame Paper zwei Tage nach hinten interpretiert. Außerdem feiern sie gern bei einem Bier alle Teilerfolge auf dem langen Weg zur 20-seitigen Hausarbeit.

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insgesamt 53 Beiträge
namlob 20.08.2008
Das kommt zunächst einmal auf den Zweck an, den man mit dem Studium im Ausland verbindet. Zu meiner Zeit - ich studierte nur in Deutschland - ging es bei dem Studium an einer anderen deutschen Universität darum, die dortige [...]
Zitat von sysopDas Studium im Ausland wird immer wichtiger und begehrter. Aber studiert es sich in anderen Ländern wirklich besser als in Deutschland?
Das kommt zunächst einmal auf den Zweck an, den man mit dem Studium im Ausland verbindet. Zu meiner Zeit - ich studierte nur in Deutschland - ging es bei dem Studium an einer anderen deutschen Universität darum, die dortige Mentalität und die dortigen Professoren kennenzulernen. Um ähnliches geht es auch heute, wenn im Ausland studiert wird. Man lernt die Kommilitonen des Gastlandes und deren Mentalität kennen; manchmal auch Kommilitonen aus anderen Ländern, die im selben Studentenheim wohnen. Wenn man in einer gastfreundlichen Gastfamilie wohnt, kann man das Gastland noch besser kennenlernen. Natürlich muss man sich vorher die nötigen Sprachkenntnisse angeeignet haben, um den Vorlesungen hinreichend folgen zu können. Insgesamt wird der Horizont durch das Auslandsstudium deutlich erweitert.
jinky 21.08.2008
Um es mit Frau Hoppenstedt auf dem Weg zum Jodeldiplom zu sagen: "Da regt mich ja schon die Frage auf!" Erstens: das kann man so pauschal nun wirklich nicht beantworten. Es kommt auf das Fach an - und auf den [...]
Zitat von sysopDas Studium im Ausland wird immer wichtiger und begehrter. Aber studiert es sich in anderen Ländern wirklich besser als in Deutschland?
Um es mit Frau Hoppenstedt auf dem Weg zum Jodeldiplom zu sagen: "Da regt mich ja schon die Frage auf!" Erstens: das kann man so pauschal nun wirklich nicht beantworten. Es kommt auf das Fach an - und auf den einzelnen Studenten. Der eine hat's gern etwas freier, der andere etwas verschulter. Und natürlich stellt sich auch die Frage, von welchem Ausland wir reden: USA? Frankreich? Russland? Bangladesh? Und nun? Zweitens: sogar dann, wenn man tatsächlich sagen könnte dass man, sagen wir mal, Biologie an der Università degli studi di Pisa, schlechter studiert als an der Universität Göttingen, wäre ein Auslandsaufenthalt trotzdem in vielfältiger Hinsicht gut und wünschenswert. Es erweitert den Horizont, was ich trotz anderslautender Propaganda immer noch geneigt bin, als positiv zu werten.
chirin 21.08.2008
Antwort: Ich gehe sogar weiter, jeder Auslandsaufenthalt, der nicht nur aus den "all inclusive" Hotels besteht, bildet. Anläßlich einer Spreewaldfahrt erklärte mir gestern eine Brandenburgerin, sie werde niemals [...]
Zitat von jinkyUm es mit Frau Hoppenstedt auf dem Weg zum Jodeldiplom zu sagen: "Da regt mich ja schon die Frage auf!" Erstens: das kann man so pauschal nun wirklich nicht beantworten. Es kommt auf das Fach an - und auf den einzelnen Studenten. Der eine hat's gern etwas freier, der andere etwas verschulter. Und natürlich stellt sich auch die Frage, von welchem Ausland wir reden: USA? Frankreich? Russland? Bangladesh? Und nun? Zweitens: sogar dann, wenn man tatsächlich sagen könnte dass man, sagen wir mal, Biologie an der Università degli studi di Pisa, schlechter studiert als an der Universität Göttingen, wäre ein Auslandsaufenthalt trotzdem in vielfältiger Hinsicht gut und wünschenswert. Es erweitert den Horizont, was ich trotz anderslautender Propaganda immer noch geneigt bin, als positiv zu werten.
Antwort: Ich gehe sogar weiter, jeder Auslandsaufenthalt, der nicht nur aus den "all inclusive" Hotels besteht, bildet. Anläßlich einer Spreewaldfahrt erklärte mir gestern eine Brandenburgerin, sie werde niemals nach Italien fahren, denn ihre "Gruppe" hätte ihr erzählt, in Venedig wären diese bestohlen worden. Ich antwortete:" Dann können Sie auch nicht zum Berliner Bhf. Zoo fahren, dort lauern auch die Spitzbuben und klauen, wenn man nicht aufpaßt." Diese "Dummhheit" und wirklich üble Nachrede über unsere liebenswerten Nachbarn, die Italiener, hat mich sehr befremdet. Zu Zeiten der Fürstentümer sind unsere Handwerker auch gewandert und erheblich klüger als ein Teil unserer heutigen Abiturienten nach Hause zurück gekommen. Deshalb doch das Lied:" Auf, Du junger Wandersmann, itzo kommt die Zeit heran...." Die Arbeit lag im Mittelalter auch nicht vor der Haustür, - Also, ein Bravo für die Studenten, die sich ein bißchen "andere Luft um die Nase wehen lassen."
nobbi_83 21.08.2008
Ich habe von 2004-2007 meinen Bachelor an der Uni Maastricht gemacht und fange nächsten Monat mit meinem Master in Rotterdam an. Und ja, die Unis sind besser: Unterricht in Kleingruppen und keine Vorlesungen mit 1000 Studenten im [...]
Ich habe von 2004-2007 meinen Bachelor an der Uni Maastricht gemacht und fange nächsten Monat mit meinem Master in Rotterdam an. Und ja, die Unis sind besser: Unterricht in Kleingruppen und keine Vorlesungen mit 1000 Studenten im Saal; Blöcke von je 2 Fächern à 2 Monaten und dann Klausuren und ein Beamer in jedem Raum. Neben dem rein theoretischen Wissen kriegt man durch Gruppenarbeiten noch Projekt Management, Teamwork und präsentieren vermittelt. Das Preis/Leistungsverhältnis ist um einiges besser als an deutschen Unis, während die Qualität den Vergleich mit Unis wie WHU und EBS nicht zu scheuen braucht.
SunSailor 21.08.2008
Deutschland hat das ernste Problem, dass viele sogenannte Lehrstühle die Lehre eher als Belastung denn als Existenzsinn verstehen, man versteht sich in erster Linie als Forschungsbetrieb. Unabhängig vom Studienfach spürt man diese [...]
Deutschland hat das ernste Problem, dass viele sogenannte Lehrstühle die Lehre eher als Belastung denn als Existenzsinn verstehen, man versteht sich in erster Linie als Forschungsbetrieb. Unabhängig vom Studienfach spürt man diese Einstellung durch viele Türen strömen. Aus den Schilderungen aus anderen Ländern, sowohl aus Artikeln, als auch Berichten von Komilitonen, schließe ich, dass dies im Ausland häufig anders ist, insbesondere in Spanien und den Niederlanden. Zu sehr wird in Deutschland zwischen Forschungs- und Lehrwissen unterschieden, dabei sollte beides doch weite Überschneidungen besitzen - zum Vorteil beider Seiten.
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