Wer Andreas Gursky noch nicht kennt, der hat sicher trotzdem schon einen Gursky gesehen. Der Düsseldorfer XXL-Fotograf lichtet Alltägliches ab: Fußballrasen, Treppenhäuser, Häuserfassaden, Menschenmassen - allerdings in monumentalem Format und aus einem Blickwinkel, der einen die Luft einziehen und eine ganze Weile anhalten lässt.
Gursky ist mit diesen Fotos seit einigen Jahren medialer Dauergast - und einer der wichtigsten zeitgenössischen Fotografen weltweit. Diese Wertung der globalen Kultureinschätzer wirkt sich auf den Preis seiner Bilder aus. Der Düsseldorfer verkaufte in diesem Jahr die riesenhaften Abzüge seiner Fotos für Millionenbeträge.
Superstars vom Schlage Gurskys haben Fotografie in Deutschland zu einem Popularitätsschub verholfen, und dank digitaler Hilfsmittel werden heute bereits digitale Kleinknipser zu Hobby-Fotokünstlern. Wie schon Gursky und Kollegen kommt der künstlerische Nachwuchs allerdings aus den angesehenen Kunst- und Fotohochschulen. Der UniSPIEGEL hat Dozenten renommierter Fotoschulen gebeten, die besten Arbeiten ihrer Studenten einzureichen.
SPIEGEL ONLINE zeigt in einer sechsteiligen Serie eine Auswahl. Deren Gemeinsamkeit: Der Nachwuchs setzt eher auf Montage als auf Realismus - und folgt damit großen Vorbildern. Timo Wilke ist ein typisches Beispiel dieses Stils: Der Student an der Muthesius Kunstschule Kiel stellte mit Maus und Rechner Fotomodelle inmitten von monumentalen Katastrophen und plazierte diese Kombination obendrein in Fabrikhallen - sehenswert und irritierend. Viel Vergnügen!
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