Die finanziellen Einbrüche sind zu gewaltig, um sie zu verschweigen. Nach der Harvard University hat auch die Uni Yale an der US-Ostküste massive Verluste eingestanden. Ein Viertel ihres Stiftungsvermögens hat die Universität eingebüßt, es schrumpfte um etwa fünf Milliarden Dollar. Im Sommer, zum Ende des Geschäftsjahres, saß die Universität noch auf einem Vermögen von 22 Milliarden Dollar - jetzt sind nur 17 Milliarden übrig.
Nur? Mit ihrem Stiftungsvermögen liegt die Universität in New Haven, Connecticut, trotzdem noch auf Rang zwei der reichsten Unis in den USA, übertroffen lediglich von Harvard im benachbarten Boston. Der ewige Rivale Harvard verfügte Ende Juni noch über exorbitante 36 Milliarden Dollar. Doch auch dort hat das Vermögen massiv gelitten. Aktuelles Minus: irgendwo zwischen den bereits eingestandenen acht und geschätzten 16 Milliarden Dollar in einem knappen halben Jahr - das wäre etwa die Summe, die Yale jetzt noch übrig hat.
Allein was diese beiden Großuniversitäten im Krisenstrudel mit Finanzgeschäften verloren haben, übersteigt bei weitem das Vermögen der meisten anderen Hochschule in den Vereinigten Staaten. Entsprechend zerknirscht zeigte sich daher Yale-Präsident Richard C. Levin in einem Schreiben an die Mitglieder der Uni, das auch auf der Web-Seite der Hochschule steht.
Gewöhnlich schweigen die Universitäten eisern zu ihren Quartalszahlen und geben nur ihren Kassensturz zur Jahresmitte öffentlich bekannt. Aber: "Diese ungewöhnlichen Umstände verlangen die Abkehr von den üblichen Sitten", schreibt Levin. Bis Ende Oktober habe Yales Investment 13,4 Prozent verloren, dabei sei aber der Wertverfall von Immobilien oder auch von Private-Equity-Investments nicht enthalten. Deshalb sei "die bestmögliche Schätzung des Vermögens zu diesem Zeitpunkt 17 Milliarden Dollar".
Hausmeister, Köche, Techniker müssen darben
Weil die Universität Yale seit Jahren höchstbezahlte Investmentstrategen für sich anlegen lässt, waren Gewinne in beispielloser Höhe angehäuft worden. Problematisch ist für Yale: Die Uni bestreitet bisher fast die Hälfte ihrer Ausgaben mit Investmentgewinnen. Diese jährlichen Ausgaben betrugen zuletzt 2,7 Milliarden Dollar.
Im kommenden Jahr, prognostiziert Uni-Präsident Levin, werden Yale 100 Millionen Dollar fehlen, fünf Jahre später sogar 300 Millionen. Geld, mit dem die Uni geplant hatte, im festen Glauben, dass es mit den Kursen und dem Vermögen immer weiter nach oben geht.
Um der Krise zu begegnen, spart Yale vor allem bei den einfachen Uni-Angestellten, die nicht zum wissenschaftlichen Personal zählen und ohnehin schon wenig verdienen. Hausmeister, Techniker und Kantinenpersonal wird das Gehalt um fünf Prozent gekürzt. Gehaltserhöhungen für universitäre Mitarbeiter wird es dagegen weiter geben - sie werden lediglich auf zwei Prozent begrenzt.
Sparen, wo es geht
Außerdem tritt Yale auf die Einstellungsbremse. Alle neuen Fakultätsstellen müssen vom jeweiligen Kanzler oder seinem Stellvertreter abgesegnet werden. Für genehmigte Stellen bekommen interne Bewerber den Vorzug. Bauvorhaben werden nicht gestrichen, aber für ein Jahr ausgesetzt.
Insgesamt soll Yale 69 Prozent seines Stiftungsvermögens in sogenannten "illiquid assets" gesteckt haben, berichtet das britische Nachrichtenmagazin "The Economist". Solche illiquide Beteiligungen sind in der Regel Hedgefonds, Unternehmensbeteiligungen sowie Anteile an Immobilien und Grundbesitz.
Architekt des Finanzierungsmodells und Herr über das Stiftungsvermögens Yales ist David Swensen. Er trieb das Vermögen der Universität seit 1985 von damals einer Milliarde Dollar auf das 22-fache. Swensen ist eine Art Investment-Guru, vor allem für langfristige Anlagen von Stiftungen und anderen Institutionen.
Das Swensen-Modell interpretierten viele private Hochschulen in den USA offenbar als Masterplan zur Vervielfachung ihres Vermögens - nicht zuletzt Harvard, das darum in den frühen neunziger Jahren die Harvard Management Company gründete, um den gleichen Weg zu beschreiten wie Yale. In der globalen Krise stürzen jetzt beide ab.
cht
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nach welchen Kriterien wird hier allgemein angenommen, dass George Bush eine Pappnase in seinem Studienfach gewesen ist? Klar ist er ein äußerst unbeliebter und für viele auch ein sehr schlechter Politiker gewesen, aber was [...] mehr...
Nun ja um eine hohe Mortalitätsrate zu halten, haben die USA ein liberales Waffenrecht. Dazu brauchen die also keine Mediziner. mehr...
Weil man in den USA eben einfach kein Gesundheitswesen wie in Burundi hat. Schauen sie sich die Mortalitätsstatistiken mal an! mehr...
...auch niemand bestritten. Am auffälligsten ist die Dominanz der USA aber natürlich in den Naturwissenschaften und der Medizin. Die eigentliche Publikationssprache ist vielleicht noch nicht mal der wichtigste Indikator für [...] mehr...
...the point is, that we diskutieren den Mythos der US-Unis. Die Humanisten waren eine eigne "Uni", da haben Sie recht, und publizierten untereinander in lateinischer Sprache. Als es aber keine übernationalen [...] mehr...
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