Es gibt sie. Noch sind die alten Abschlüsse an der Uni nicht ganz ausgestorben, auch wenn sie vielerorts wie Dinosaurier behandelt werden, wie eine ausgestorbene Art. Im Studium bringt das für die Übriggebliebenen allerhand Probleme mit sich.
Studenten in den alten Studiengängen stellen derzeit noch immer die Mehrheit an deutschen Hochschulen: Im Wintersemester 2008/09 haben 57,1 Prozent auf ein Staatsexamen, Magister oder Diplom hin studiert. "Über die redet aber niemand mehr", sagt Felix Koch vom Asta der Freien Universität Berlin. "Die versuchen nur noch durchzukommen."
Studienordnungen schreiben Seminare vor, die es nicht mehr gibt
Dass Magister und Diplom so ins Hintertreffen geraten, liegt am Vormarsch der neuen Studiengänge: Gut zehn Jahren nach Start der Bolognareform führen inzwischen acht von zehn Studiengängen an deutschen Hochschulen zum Bachelor oder Master. Im Wintersemester 2009/2010 waren es mehr als 10.400 Studienangebote für die beiden neuen Abschlüsse, ein Anstieg um rund neun Prozent gegenüber dem Sommersemester. Der Großteil der gut 2700 alten Studiengänge führt zum Staatsexamen oder zu einem kirchlichen Abschluss.
Da ist es nicht immer leicht, als Magister- oder Diplomstudent durchzuhalten. Der Bachelor-Student Koch kennt Kommilitonen, die noch die alten Abschlüsse anstreben. Deren Studienordnungen schreiben mitunter aber Seminare vor, die gar nicht mehr angeboten werden. Weigern sich die Professoren, für die mittlerweile dezimierte Zahl der Altstudenten am Institut ein Seminar anzubieten, heißt es hart bleiben. "Auf Institutsebene dagegen angehen", sagt Koch. Konfrontiere man die Professoren mit konkreten Forderungen, lasse sich einiges durchboxen.
Alles eine Frage der Anerkennung
Zu den häufigsten Problemen der Studenten im alten System zählt das geringer werdende Kursangebot. "Seminare, Vorlesungen und Kurse gehen sukzessiv zurück", hat Koch beobachtet. Zwar sei es den "Alten" erlaubt, auch Bachelor-Vorlesungen zu hören. Es gebe aber immer wieder Anrechnungsprobleme. Was nicht genau auf den Studiengang zugeschnitten ist, wird nur mitgezählt, wenn der Prüfer kulant ist.
Alles "eine Frage der Anerkennung", sagt dazu auch Professor Michael Breitner von der Universität Hannover. An seinem Institut für Wirtschaftsinformatik werden viele Vorlesungen für beide Abschlussarten zusammen angeboten. Reine Diplom-Vorlesungen dagegen laufen bis 2011 aus. Zurzeit sei das Angebot für die "Diplomer" genauso gut wie zu der Zeit, als sie anfingen, sagt Breitner. "Aber das kann nicht ewig so gehen." Irgendwann seien diese Studenten gezwungen, aufzuhören oder in den Bachelor zu wechseln.
Das Thema Studiengangwechsel ist für den Asta-Vertreter Koch ein rotes Tuch. Meist könne ein Diplom- oder Magisterstudent nur in den Bachelor wechseln, nicht aber in den Master, bemängelt er. Das sei auch so, wenn der Betreffende schon im Hauptstudium und damit quasi überqualifiziert für den Bachelor ist.
Wechseln in den Bachelor: Chance oder Tragödie?
Eine Lösung könne laut Koch der Vertrauensschutz sein. Das bedeutet: Jeder Student hat das Recht auf die Möglichkeit, ein begonnenes Studium nach den ursprünglichen Regeln zu Ende zu bringen. Ihm sei erst ein Fall bekannt, in dem die Uni einen Diplom-Studenten der Wirtschaftswissenschaften exmatrikuliert habe. "Das wurde aber wieder zurückgenommen." Auch in dem Fall habe sich gezeigt, dass "dagegen angehen" meist weiterhilft.
Andere sehen den Wechsel in einen Bachelor-Studiengang eher eine Chance als ein Problem. Die neuen Studiengänge seien "inhaltlich mehr auf Lernergebnisse ausgerichtet und nicht inputgesteuert wie die alten", sagt etwa Monika Schröder vom Bologna-Zentrum der Hochschulrektorenkonferenz. Aus der größeren Berücksichtigung der im Beruf benötigten Kompetenzen ergebe sich ein stärkerer Bezug zum Arbeitsmarkt. Einen generellen Vorsprung hätten Absolventen der neuen Studiengänge gegenüber denen mit traditionellen Abschlüssen aber nicht.
Schröder vermutet, dass kleine und mittelständische Unternehmen im Moment noch eher die Abschlüsse bevorzugen, die sie von jeher kennen, "weil sie wissen, was sie erwarten können". Personalabteilungen großer Unternehmen dagegen hätten wahrscheinlich die besseren Mittel, sich mit den neuen Abschlüssen und Qualifikationen zu beschäftigen. Sie stellen daher möglicherweise eher die neuen Absolventen ein, sagt Schröder. "Ich bin sicher, dass in einigen Jahren die Neuen überall der Maßstab sein werden."
Von Johanna Uchtmann, dpa
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und DAS habe ich auch nicht behauptet ! Also: Bitte nicht das Wort um Munde umdrehen ! Ich habe auch nicht davon gesprochen, die Zuständigkeit für Bildung der EU zu übertragen, sondern dem Bund. Und das so etwas gut [...] mehr...
Ihr positivistisches Dogma übersieht, daß der Unmut über die EU (NICHT Europa!!) von Tag für Tag in der Bevölkerung anwächst und weit über die 50 Prozent hinausgeht. Das Faktische als normative Kraft, das hätten Sie wohl gerne? [...] mehr...
Wenn Sie das so bestimmt sagen, muss es ja stimmen... mehr...
Auch wenn Sie dieses „Argument“ noch tausendmal in hundert Strängen wiederholen, wird es nicht logischer. Weil _Europa_ zusammenwächst, soll die Zuständigkeit auf den _Bund_ übertrgen werden? Wo ist da der Sinn? mehr...
Sie kostet nur Geld und hat noch nie konkrete Ergebnisse gebracht, die erwähneswert gewesen wären. Die Existenz von 16 Kultusministerien sind in Zeiten eines zusammenwachsenden Europas ein Anachronismus ! Sie sollten [...] mehr...
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