Er gilt als unglaublich gewissenhaft und fleißig, hart mit sich selbst. Seine Mitarbeiter berichteten von seiner schier unerschöpflichen Arbeitskraft: General Stanley McChrystal, ehemaliger Afghanistan-Kommandeur, joggt angeblich täglich 13 Kilometer und gönnt sich pro Nacht nur vier bis fünf Stunden Schlaf.
So jemand macht auch aus seiner Entlassung etwas, aus seinem Scheitern. Jemand, der über 30 Jahre lang Karriere beim US-Militär machte, zieht sich nicht einfach still aufs Altenteil zurück. Vielmehr geht er an eine der renommiertesten Unis der USA, um Studenten etwas übers Scheitern beizubringen.
Denn mit dem plötzlichen Scheitern kennt er sich aus: McChrystals Karriere endete abrupt, nachdem er sich im Magazin "Rolling Stone" abfällig über Mitglieder der US-Regierung und Diplomaten äußerte. Einer seiner Mitarbeiter wurde mit den Worten zitiert der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Obama sei ein "Clown". Daraufhin entließ Obama McChrystal.
20 Seminar-Plätze und ein Platz nur mit Motivationsschreiben
Jetzt hat der General aus seinen misslichen Erfahrungen ein Lehrprogramm für Studenten gestrickt. In Yale will er Vorlesungen zu folgenden Themen halten: "Das Scheitern bewältigen", "Durch die Politik steuern" und das "Medien-Umfeld". Das geht aus einer Ankündigung hervor.
Als Armee-Kommander war McChrystal relativ unerfahren im Umgang mit der Öffentlichkeit, bevor er auf den exponierten Posten in Afghanistan kam. Offenbar will er seine Studenten nun dafür sensibilisieren, was es bedeutet, plötzlich im Rampenlicht zu stehen. Seine für den 30. November geplante Vorlesung trägt den Titel: "Der Anführer - die persönlichen Auswirkungen von Verantwortung, Berühmtheit und anderen Wirklichkeiten".
Jim Levinsohn, den Leiter des Jackson Institute for Global Affairs, an dem McChrystal lehren wir, sagte, es werde auch für Studienanfänger einige Plätze reservieren. McChrystals Seminar wird allerdings auf 20 Teilnehmer begrenzt und größtenteils von Masterstudenten und Doktoranden besucht werden, teilte das Institut auf Anfrage der Campus-Zeitung "Yale Daily News"mit. Die Bewerber müssen sich außerdem mit einem Motivationsschreiben um einen Platz im Seminar des Vier-Sterne-Generals bewerben.
otr/cht/AFP
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Zwar mag man fragen, wie es sein kann, dass sich Soldaten überhaupt irgendetwas von einem Friedensnobelpreisträger befahlen lassen, aber damit dürfte es sich wohl in den USA ähnlich verhalten wie hierzulande einst mit dem gewissen [...] mehr...
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