Von Philipp Braun
1. Themenfindung - wer Visionen hat, sollte ins Archiv gehen
Momentan befindest du, lieber Absolvent in spe, dich mit deiner Arbeit noch ganz am Anfang. In dieser sehr frühen Phase hast du bestenfalls eine vage Vision, wie dein Gesellenstück aussehen soll. Dabei gilt, frei nach Helmut Schmidt: Wer Visionen hat, sollte ins Archiv gehen. Es empfiehlt sich ein Blick ins lehrstuhleigene Archiv (oder der Gang in die Bibliothek): Hier kannst du Abschlussarbeiten der vergangenen Jahre einsehen und bekommst einen Eindruck, wie Qualität, Länge und Struktur aussehen könnten.
Als erster Zugang sind speziell Dissertationen hilfreich, weil sie in der Regel den aktuellen Forschungsstand widerspiegeln. Du solltest, falls du den Verfasser der jeweiligen Arbeit nicht persönlich kennst, herauszufinden versuchen, ob der Autor nun eher links vorn oder rechts hinten im Taxi sitzt - auch wenn das nicht zwangsläufig etwas mit der Qualität der Abschlussarbeit zu tun haben muss.
Die Wahrheit ist jedoch: Sehr gute Arbeiten inspirieren meist zu einer recht passablen eigenen Idee, schlechte Arbeiten verwirren unnötig, kosten Zeit und lassen die Vision Abschlussarbeit ins Stocken geraten. Je nach Studienrichtung können zudem Fachzeitschriften, Fachmedien oder ganz normale Medien helfen. Oftmals gibt ein "Zeit"-Dossier eine Anregung, die sehr wertvoll sein kann.
Nach so viel Einstiegslektüre sollte nun deine Vision zu einem konkreten Vorhaben gereift sein, du kannst dich dem ersten echten Anstieg widmen: der Literaturrecherche.
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