Ausflüchte fauler Studenten: Floskeln für Fortgeschrittene

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Das Semesterende naht, nur noch wenig Zeit bis zur Abgabe von Hausarbeiten und Diskussionspapieren. Also gilt es, Inhalte zu überwinden, Floskeln und Ausflüchte müssen her. Hier ist das Rüstzeug - eine akademische Handreichung.

Ein wissender Blick: Wer verschleiert was mit welcher Formulierung? Zur Großansicht
Corbis

Ein wissender Blick: Wer verschleiert was mit welcher Formulierung?

Das Semester ging so gut los, mit so viel Motivation, mit Vorsätzen, es besser zu machen als im Sommer: Dieses Mal einfach rechtzeitig beginnen mit Referaten und Hausarbeiten, nicht trödeln, am besten ein, zwei Texte schon vor der Zeit abgeben. Aber irgendwas ist dann doch wieder dazwischen gekommen - der neue Club, die neuen Freunde, die neue Stromberg-Staffel.

Jetzt naht das Semesterende, und unzählige Studenten sitzen an ihren Tastaturen, die Bildschirme sind leer, die Verzweiflung nimmt zu: Was schreibe ich nur, um rechtzeitig die Seiten zu füllen? Und wie verschleiere ich, dass ich mich doch nicht durch die Texte auf der Literaturliste gequält habe? Dass ich keine Interviews geführt, keine Statistiken ausgewertet, keine Bibliotheken durchstöbert habe?

So werden auch in diesem Winter Arbeiten auf den Schreibtischen von Dozenten, Hilfskräften und Professoren landen, die vor Floskeln strotzen. Es sind akademische Codes, ein bisschen wie in Arbeitszeugnissen: Jeder Prüfer weiß, was die Phrasen bedeuten, Studenten benutzen sie trotzdem.

Der UniSPIEGEL hat die dreistesten und dümmsten zusammengestellt:

Was sie schreiben, was sie meinen

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LESERAUFRUF: Welche Uni-Ausreden kennen Sie? Wie haben Sie sich in Prüfungen um Kopf und Kragen geredet? Wie haben Sie dürftige Leistungen in Hausarbeiten verschleiert? Schicken Sie die schönsten Formulierungen per Mail!

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insgesamt 28 Beiträge
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1.
Günter Stalinski 06.02.2012
Seit KTzG ist bekannt, dass sich auch der Lehrkörper im Internet tummelt - wer möchte da schon etwas hier im Forum preisgeben?
2. Eine Note pro Tag....
mauimeyer 06.02.2012
Zitat von sysopCorbisDas Semester-Ende naht, nur noch wenig Zeit bis zur Abgabe von Hausarbeiten und Diskussionspapieren. Also gilt es, Inhalte zu überwinden, Floskeln und Ausflüchte müssen her. Hier das Rüstzeug - eine akademische Handreichung. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,813201,00.html
...Verzögerung wurde von der erreichten Note abgezogen. So wurde bei 5 Tgen Überziehung selbst aus einer "1" eine "6". Auf diese Weise wurden wir als Studenten der Ingenieurwissenschaften schon mal auf die Praxis der Konventionalstrafen vorbereitet. Terminüberschreitung bei der Abgabe von Semesterarbeiten war nicht drin. Härtefälle, wie die kranke Großmutter, wurden belächelt und nicht akzeptiert. Die Stärke der deutschen Industrie (auch der Dienstleister) wird u.a. durch Termintreue begründet. Man kann die Jugend gar nicht früh genug dazu erziehen. Dies schließt natürlich das gute Vorbild ein: Professoren sollten die eingereichten Arbeiten in einem klar definierten Zeitraum zensiert zurückgeben. Ich denke, seit den 70ern wird vieles zu locker gesehen. Club Med läßt grüßen! Kauri
3.
Kaygeebee 06.02.2012
Wann soll man denn auch an den Abschlussarbeiten arbeiten? Am Anfang des Semesters? Da weiß man doch noch nicht was man überhaupt tun soll. Mitten im Semester? Da lernt man schon für Zwischenklausuren, bereitet Referate oder Vorträge vor und wiederholt den Stoff der Vorlesungen. Am Ende? Klar, neben fast zehn Klausuren noch eine Hausarbeit schreiben oder am besten mehrere. Wie denn? Essen, schlafen, atmen und alle Hobbies aufgeben? In den Semesterferien? Ginge, wenn man nicht noch späte Klausuren und Praktika absolvieren müsste. Mittlerweile muss man seine Semester so vollstopfen um die Regelstudienzeit zu schaffen. Morgens bis Abends in die Uni, dann lernen und für Klausuren schwitzen. Und dann macht sich der Spiegel über Studenten lustig die die Hausarbeiten nicht fertigkriegen...
4. Es ist den Dozenten bekannt, da sie es selbst nicht anders machen
benediktb 06.02.2012
Diese Formulierungen als faule Studententricks zu verkaufen finde ich etwas beleidigend. Ich kenne eine Liste mit ähnlichen Formulierungen und den entsprechenden Bedeutungen auf Englisch aus meiner Universität. Darüber stand jedoch etwas allgemeiner "Scientific expressions, and what they really mean". Es sind nicht die Studenten die sich solche Formulierungen ausdenken. Es sind die Professoren und Dozenten die sie selbst in ihren wissenschaftlichen Arbeiten verwenden. Aufgabe eines Studiums ist es, das Vokabular wissenschaftlichen Schreibens zu erlernen, wozu auch solche Formulierungen gehören. Das sind keine Tricks. Das ist wissenschaftliches Rüstzeug! Wenn man Fomulierungen wie diese "Wie oft wurde der Kairos der Fertigstellung durch freiberufliche wie spätere parlamentarische Ablenkung versäumt, bevor die Erkenntnis dieses traurigen Faktums einer bemerkenswerten Mischung aus eherner professoraler Geduld, sanftem, aber unerbittlichem familiären Druck und wohl auch ein wenig der beklagenswerten Eitelkeit weichen durfte." einfach durch "Ich hatte Wichtigeres zu tun, als mich mit diesem Fußnoten-Kleinklein zu beschäftigen. Jetzt bin ich fertig, verneigt Euch! " ersetzten würde..wo wäre die Wissenschaft? Wo wäre hier eine besondere Begabung des Formulierenden erkennbar?
5.
TribbleOO 06.02.2012
Zitat von KaygeebeeWann soll man denn auch an den Abschlussarbeiten arbeiten? Am Anfang des Semesters? Da weiß man doch noch nicht was man überhaupt tun soll. Mitten im Semester? Da lernt man schon für Zwischenklausuren, bereitet Referate oder Vorträge vor und wiederholt den Stoff der Vorlesungen. Am Ende? Klar, neben fast zehn Klausuren noch eine Hausarbeit schreiben oder am besten mehrere. Wie denn? Essen, schlafen, atmen und alle Hobbies aufgeben? In den Semesterferien? Ginge, wenn man nicht noch späte Klausuren und Praktika absolvieren müsste. Mittlerweile muss man seine Semester so vollstopfen um die Regelstudienzeit zu schaffen. Morgens bis Abends in die Uni, dann lernen und für Klausuren schwitzen. Und dann macht sich der Spiegel über Studenten lustig die die Hausarbeiten nicht fertigkriegen...
Aufhören zu weinen. Ja, es ist hart. Ist das Berufsleben auch. Mit ein bisschen Zeitplanung durchaus zu machen (Berufstätige Studenten mal ausgenommen, die sind wirklich im Eimer). Ich kann dem Vorredner nur zustimmen, Verzögerung gibt Verschlechterung der Note (oder gleich nicht bestanden). Tut weh, hilft aber ungemein zu motivieren.
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