Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Ausbildungsförderung: Bundesregierung erhöht Bafög um sieben Prozent

Bundesbildungsministerin Wanka: Anpassung an gestiegene Lebenshaltungskosten Zur Großansicht
DPA

Bundesbildungsministerin Wanka: Anpassung an gestiegene Lebenshaltungskosten

Mehr Ausbildungsförderung für Studenten und Fachschüler: Bildungsministerin Johanna Wanka will das Bafög ab Herbst 2016 um sieben Prozent erhöhen. Der Förderhöchstsatz steigt damit auf 735 Euro.

Berlin - Studenten und Fachschüler, die Anspruch auf Bafög haben, bekommen ab Herbst 2016 deutlich mehr Geld: Die Ausbildungsförderung soll zum Wintersemester 2016/2017 um sieben Prozent angehoben werden. Dies gaben Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) und die Vizefraktionschefs der Koalitionsparteien, Michael Kretschmer (CDU) und Hubertus Heil (SPD), am Montag bekannt.

Zugleich sollen die Einkommensfreibeträge der Eltern für die Berechnung der Ausbildungsförderung ebenfalls um sieben Prozent steigen. Damit wächst der Kreis der Förderberechtigten laut Bundesbildungsministerium um mehr als 110.000 Studierende und Schüler.

Wegen der hohen Mieten in Hochschulstädten werde auch der Wohnzuschlag auf 250 Euro angehoben. Für Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, steigt damit der monatliche Förderhöchstsatz von derzeit 670 Euro auf künftig 735 Euro.

Förderlücke zwischen Bachelor und Master geschlossen

Außerdem werden die Hinzuverdienstmöglichkeiten für Studenten ausgeweitet: Sie dürfen künftig dauerhaft einen Minijob bis zur vollen Höhe von 450 Euro monatlichem Verdienst ausüben. Der Freibetrag für eigenes Vermögen der Bafög-Empfänger soll künftig 7500 Euro statt 5200 Euro betragen.

Die geplante Bafög-Reform soll zudem eine Förderlücke beim Übergang zwischen einem Bachelor- und anschließenden Masterstudiengang schließen: Demnach solle zukünftig grundsätzlich die Bekanntgabe des Abschlussergebnisses als Ausbildungsende gelten, nicht bereits die letzte Prüfungsleistung. Damit wird die Förderung um maximal zwei Monate verlängert.

Ein Masterstudium wird mit der Reform schon ab einer vorläufigen Zulassung und damit noch vor Abschluss des Bachelorstudiums förderungsfähig. Binnen eines Jahres muss dann die endgültige Zulassung vorliegen.

Fotostrecke

13  Bilder
Studenten und das liebe Geld: "30 Euro Bafög sind lächerlich"
Eine deutliche Anhebung sowohl der Förderung als auch der Elternfreibeträge war angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten erwartet worden. Das Bafög war zuletzt 2010 um zwei Prozent erhöht und dann von der schwarz-gelben Vorgängerregierung eingefroren worden. Die Einkommensfreibeträge stiegen damals um drei Prozent.

Rund 630.000 Studenten und Fachschüler erhalten derzeit die Ausbildungsförderung. Das ist der höchste Stand seit 30 Jahren. Besonders die steigende Zahl der Studienanfänger der vergangenen Jahre hat die Zahl in die Höhe schießen lassen. Im Schnitt wurden Bafög-Studenten 2013 monatlich mit 448 Euro gefördert.

Die Kosten für das Bafög soll ab 2015 allein der Bund zahlen. Das hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) im Mai mitgeteilt. Bislang haben der Bund 65 und die Bundesländer 35 Prozent der Kosten getragen.

Die Bundesregierung will die Abstimmung über die Bafög-Reform voraussichtlich an die Änderung des umstrittenen Kooperationsverbots koppeln. Es untersagt dem Bund, in Bereiche zu investieren, für die allein die Länder zuständig sind. Bildungspolitiker diskutieren über das Verbot, seit es durch die Föderalismusreform II vor acht Jahren eingeführt wurde.

Im Juni hat die Große Koalition aus CDU und SPD eine entsprechende Grundgesetzänderung auf den Weg gebracht. Die Änderungen betreffen nur die Wissenschaft - nicht die Schulpolitik.

Finanzierungsquellen von Studenten:





 

Geht es Ihnen finanziell besser oder schlechter als den anderen Studenten? Der Vergleichsrechner verrät es:

Ihr Einkommen in Euro:

In welcher Gruppe Sie sind, sehen Sie hier:



sun/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 65 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. voellig ueberfluessig
ziegenzuechter 21.07.2014
Zitat von sysopDPAMehr Ausbildungsförderung für Studenten und Fachschüler: Bildungsministerin Johanna Wanka will das Bafög ab Herbst 2016 um sieben Prozent erhöhen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/bafoeg-bedarfssaetze-steigen-um-sieben-prozent-a-982048.html
fuer was soll das gut sein? damit die philisophiestudenten im 25 semester einmal oefter saufen gehen koennen? zu meiner zeit ging man als student noch arbeiten.
2. Überfällig
friiex 21.07.2014
Zwar längst überfällig, aber trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung.
3. Reisserische Schlagzeile ohne Wert
maerlynausderprim 21.07.2014
Die Ankündigung für die Erhöhung gilt frühestens für den Herbst in zwei Jahren. Und so lange Schäuble sein "Okay" nicht gibt, ist noch gar nichts erhöht........
4.
harryholdenwagen 21.07.2014
Zitat von sysopDPAMehr Ausbildungsförderung für Studenten und Fachschüler: Bildungsministerin Johanna Wanka will das Bafög ab Herbst 2016 um sieben Prozent erhöhen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/bafoeg-bedarfssaetze-steigen-um-sieben-prozent-a-982048.html
Das ist aber der Höchstsatz für die ü25 Studenten, die ihre Krankenkasse selber zahlen müssen. Ansonst ist es 597 Euro. Das wären knapp 42 Euro mehr. Davon kann man sich sehr viel leisten und die hohen Mieten bezahlen. Bei meinem letzten Bafögsatz wären das 12 Euro. Was ich davon alles machen könnte. Die 12 Euro würden schon von meiner Stromrechnung fast geschluckt werden. Ich hab mit min. 10% Erhöhung gerechnet, aber das ist doch ein Witz. Das BAfög müsste richtig reformiert werden und dann auch noch erst zum WiSe 16/17.
5.
harryholdenwagen 21.07.2014
Zitat von ziegenzuechterfuer was soll das gut sein? damit die philisophiestudenten im 25 semester einmal oefter saufen gehen koennen? zu meiner zeit ging man als student noch arbeiten.
Im 25. Semester bekommt man kein Bafög mehr, weil nur die Regelstudienzeit gefördert wird. Auch heute gehen die Studenten zum Großteil arbeiten.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Baustellen der Bildungspolitik: Was sich jetzt ändern muss