Spicker-Bande in Bangladesch: Schummeln mit der Handy-Armbanduhr

Ich schau nur kurz, wie spät es ist! In Bangladesch haben sich Uni-Bewerber und Job-Anwärter mit Hightech-Methoden durch Tests geschummelt: Sie mieteten Handys, die als Armbanduhren getarnt waren, und ließen sich die Lösungen schicken. Jetzt ist die Bande aufgeflogen.

Bangladesch: Polizei überführt mutmaßliche Hightech-Spicker Zur Großansicht
AFP

Bangladesch: Polizei überführt mutmaßliche Hightech-Spicker

In Bangladesch hat die Polizei einen Hightech-Spicker-Ring hochgenommen: Die Bande spielte Studenten und Jobanwärtern bei Zulassungstests auf elektronischem Weg die richtigen Antworten zu. Sie nutzte dafür Mobiltelefone, die wie Armbanduhren aussahen. Wie die Polizei in der Hauptstadt Dhaka mitteilte, wurden die Geräte umgerechnet für mehr als 1100 Euro an die Prüflinge vermietet.

Die Ermittler nahmen nach eigenen Angaben zehn Mitglieder der Bande fest. Demnach führte die Gruppe 120 der speziell angefertigten Geräte aus China ein. Damit ausgestattet konnten Teilnehmer von Uni-Aufnahmeprüfungen und Einstellungstests schummeln.

Die Zeitung "Daily Star" berichtet auf ihrer Website, ein Mitarbeiter der Anti-Korruptionskommission werde verdächtigt, der Kopf der Bande zu sein. Dem Bericht zufolge war das System ausgeklügelt: So wurden auch die Testaufseher bestochen, um kurz nach Beginn der Klausur die Fragen an den kriminellen Ring weiterzugeben. Gleich darauf machten sich sachkundige Studenten daran, die Fragen zu beantworten. Die Antworten wurden dann per SMS an die Armbanduhr-Handys der Testteilnehmer gesendet.

Die Zeitung berichtet auch, wie der Coup aufgedeckt wurde: Die Polizei habe drei Studenten festgenommen, die einen potentiellen Schummler festhielten. Der habe nicht genug Geld gehabt, um die abgemachte Summe für den Einsatz der Spicker-Uhr zu zahlen.

In Bangladesch sind Mobiltelefone während der Prüfungen verboten. Das Tragen von Armbanduhren bisher nicht.

yoq/AFP

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