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27. Februar 2013, 08:58 Uhr

Online-Panne

Professor schaut Pornos und alle schauen zu

Weil er in einem Hörsaal ein Sexvideo schaute, hat ein belgischer Professor mächtig Ärger. Zwar war die Vorlesung vorbei, im Hintergrund aber lief der Beamer weiter. Per Live-Stream wurde der private Spaß ins Netz übertragen. Die Uni will den Belgier nicht mehr einladen.

Einem belgischen Professor wurde das Studium einer nicht jugendfreien Sexseite zum Verhängnis. Offenbar packte den Gastdozenten an der niederländischen Universität Wageningen derart die Lust, dass er sich direkt nach Vortragsende auf seinem Computer ein Pornovideo anschaute.

Unglücklicherweise vergaß der Hochschullehrer dabei, die Verbindung zum Beamer zu beenden, und so wurde das private Vergnügen in Großaufnahme auf die Leinwand des Hörsaals übertragen. Zwar befanden sich zu diesem Zeitpunkt keine Studenten mehr im Raum, die Vorlesungsreihe wurde jedoch auch live ins Netz gestreamt. So konnte jeder, der eingeloggt war, den Professor dabei beobachten, wie er sich konzentriert durch das einschlägige Angebot klickte.

Die verdutzten Studenten, die noch vor den Laptops saßen, lernten unfreiwillig eine sehr private Seite ihres Dozenten kennen. Ein Screenshot der Szene wurde schließlich der Uni-Leitung zugespielt - und zusätzlich dutzendfach im Internet zusammen mit dem verfänglichen Link verbreitet.

Netzwerk nicht für Pornografie gedacht

Die Universität Wageningen reagierte verständlicherweise verschnupft auf die delikate technische Panne ihres belgischen Besuchers: Es sei verboten, sich über das Netzwerk der Universität Pornografie anzuschauen, zitiert die niederländische Nachrichtenseite blikopnieuws.nl die Universitätsleitung. Während Angestellte der Uni in diesem Fall mit einer Verwarnung rechnen müssen, wurde der Gastdozent für zukünftige Vorlesungen ausgeladen.

Der ertappte Hochschullehrer war aus dem Nachbarland an die Universität für Lebens- und Agrarwissenschaften gekommen, um einen Vortrag über Lebensmittelchemie zu halten. Nach Aussagen von mehreren Studenten, sei er dabei ein ausgezeichneter Dozent gewesen.

Schwacher Trost für den Professor: Angeblich haben sich die Betreiber der entsprechenden Porno-Website schon bei ihm gemeldet und ihm einen kostenlosen Premium-Account angeboten. Diesen sollte er in Zukunft allerdings möglichst privat nutzen.

jon

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