Plagiatsvorwürfe in Rumänien: Bildungsministerin soll abgeschrieben haben 

Rumäniens Bildungsministerin verteidigt hartnäckig ihren Ministerpräsidenten gegen Plagiatsvorwürfe. Nun gerät Ecaterina Andronescu selbst unter Beschuss: Wissenschaftler werfen ihr vor, in einer Arbeit ebenfalls nicht sauber zitiert zu haben.

Bildungsministerin Ecaterina Andronescu: Drei Seiten aus drei Arbeiten plagiiert? Zur Großansicht
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Bildungsministerin Ecaterina Andronescu: Drei Seiten aus drei Arbeiten plagiiert?

Nach Ministerpräsident Victor Ponta sieht sich in Rumänien nun auch Bildungsministerin Ecaterina Andronescu mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Sie soll als Co-Autorin eines wissenschaftlichen Artikels auf dem Gebiet der Chemie im Jahr 2003 insgesamt drei Seiten aus drei Arbeiten von Kollegen ohne Quellenangabe übernommen haben, berichtete eine Vereinigung rumänischer Wissenschaftler auf ihrer Homepage integru.org am Donnerstag. Dieses Forum zitiert sechs internationale Wissenschaftler, die den Plagiatsvorwurf bekräftigen.

Andronescu nahm dazu zunächst keine Stellung. Zuvor hatte die Ministerin es erneut abgelehnt, Ponta den Doktortitel abzuerkennen - obwohl verschiedene akademische Gremien dies mehrfach verlangt hatten. Der Universität Bukarest, an der Ponta promovierte, sind die Hände gebunden: In Rumänien vergibt und entzieht allein das Bildungsministerium akademische Titel. Die Ethikkommission der Universität und externe Gutachter hatten zahlreiche Plagiate in der Doktorarbeit angeprangert.

Der Artikel, für den Pontas Bildungsministerin sich nun rechtfertigen muss, erschien vor neun Jahren im Rahmen einer Fachkonferenz für Chemiker und trägt den englischen Titel "Synthesis of TBP-Based Ferrofluids". Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge handelt das fünfseitige Papier von dem Experiment einer Doktorandin an der technischen Universität "Politehnica" in Bukarest, deren Dissertation Andronescu betreute. Sie war auch damals schon drei Jahre lang Bildungsministerin, im Kabinett von Adrian Nastase.

Dass rumänische Politiker Doktoranden betreuen, ist nicht unüblich. Der Rektor der Universität Bukarest, Mircea Dumitru, hatte im September im Interview mit SPIEGEL ONLINE angekündigt, Politik und Wissenschaft an seiner Universität zu entflechten: "Ein Professor, der in die Politik geht, sollte kein Doktorvater mehr sein dürfen", sagte er.

Pontas Mitte-links-Regierung war Anfang Mai vereidigt worden - und hat seither mit Plagiatsaffären zu kämpfen. Andronescus Vorgänger Ioan Mang trat schon eine Woche nach seinem Amtsantritt zurück, nachdem herauskam, dass er in seiner Doktorarbeit abgeschrieben haben soll. Vor der Regierungsbildung war außerdem die ursprünglich vorgesehene Kandidatin für das Bildungsministerium gescheitert, weil sie offenbar in ihrem Lebenslauf fälschlicherweise behauptet hatte, an der renommierten Stanford University studiert zu haben.

son/dpa

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karlsiegfried 30.11.2012
Das ist die Welt von heute, von gestern, von morgen.
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Bevölkerung: 21,190 Mio.

Hauptstadt: Bukarest

Staatsoberhaupt:
Traian Basescu

Regierungschef:
Victor Ponta

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