Erben der Apartheid: "Wie kann man in Südafrika leben und nichts tun?"

Aus Kapstadt berichten Sonja Peteranderl und Julia Jaroschewski

Eigentlich sollte die Hautfarbe keine Rolle mehr spielen - trotzdem spüren sie, wie ihr Land noch heute mit den Folgen der Apartheid kämpft. Drei junge Südafrikaner erzählen vom Aufwachsen in der Township, von ihrem Aufstiegswillen und der Ignoranz in Nobelvierteln.


In der Schule lernten die Kinder nach Hautfarbe getrennt und bei Massenprotesten erschoss die Polizei schwarze Studenten - solch grausame Geschichten kennen junge Südafrikaner meist nur aus Geschichtsbüchern oder von ihren Eltern, auch wenn es noch immer blutige Aufstände gibt, wie während der vergangenen Wochen in den Platingrube Marikana.

Die sogenannte "Born Free"-Generation hat die große Zeitenwende Südafrikas verpasst: Als Nelson Mandela 1994 zum ersten schwarzen Präsident gewählt wurde, waren sie Kleinkinder, Babys - oder noch gar nicht geboren. Die Post-Apartheid-Kinder wuchsen in einem Staat auf, der versucht, sich als vielfältige Regenbogennation und als afrikanisches Musterland zu präsentieren. Als ein Land, in dem Kinder aller Hautfarben gemeinsam zur Schule gehen und die gleichen Chancen erhalten sollten. Eine Illusion?

Drei junge Menschen erzählen von ihrem Leben in Südafrika: Wewe Sokoyi, 24, lebt in Khayelitsha, dem größten Armenviertel Kapstadts. Ayrton Farao, 23, arbeitet vor allem an seinem Aufstieg und die 24-jährige Julia Taylor ist in einer privilegierten, weißen Welt aufgewachsen - und war geschockt als sie merkte, dass südafrikanischer Alltag ganz anders aussehen kann.

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insgesamt 33 Beiträge
testthewest 02.10.2012
Wieso schreibt der Spiegel nur schlecht über die weissen Südafrikaner? Sie haben ohne Revolution ihre Sonderrecht abgegeben. Es herrscht Meinungsfreiheit und Demokratie. Der Staat funktioniert besser als jeder andere in [...]
Zitat von sysopEigentlich sollte die Hautfarbe keine Rolle mehr spielen - trotzdem spüren sie, wie ihr Land noch heute mit den Folgen der Apartheid kämpft. Drei junge Südafrikaner erzählen vom Aufwachsen in der Township, von ihrem Aufstiegswillen und der Ignoranz in Nobelvierteln. Born Free Generation: Junge Afrikaner sprechen über Apartheid - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/born-free-generation-junge-afrikaner-sprechen-ueber-apartheid-a-857003.html)
Wieso schreibt der Spiegel nur schlecht über die weissen Südafrikaner? Sie haben ohne Revolution ihre Sonderrecht abgegeben. Es herrscht Meinungsfreiheit und Demokratie. Der Staat funktioniert besser als jeder andere in Afrika - weil es eben noch ein paar Weisse gibt. Doch deren Zahl sinkt rasch. Dann wird man sehen was aus Südafrika wird. Es gibt schon genug Anzeichen, dass es kein gutes Ende nehmen wird. Der ANC ist schon viel zu lange an der macht, manch ein Funktionär glaubt bereits es sei eine Monarchie. Der Wahlkampf wird durch Stammeszugehörigkeit entschieden, die Kriminalität ist hoch, die AIDS-Rate auch - was kaum verwundert, wenn der Staatspräsident meint, gegen HIV helfe nach dem Verkehr einmal gut duschen. Auch so Kommentare wie: "Die Schwarzen sind immernoch arm" sind ziemlich reisserisch. Wie sollen denn Millionen Schwarze von einer kleinen weissen Minderheit alle reich gemacht werden? Woher soll der Wohlstand kommen, wenn nicht durch eigenen Fleiss? Eine Mehrheit mag einer Minderheit helfen, aber eine 9% Minderheit, kann nicht eine 79% Mehrheit plötzlich in fleissige, ausgebildete Arbeitnehmer und Arbeitgeber verwandeln. Das geht erst Recht nicht, wenn auch noch aus dem ganzen südlichen Afrika immer mehr ungelernte Menschen kommen. Die Weissen sind das intelektuelle und wirtschaftliche Herzstück Südafrikas, sein Standortvorteil auf einem Kontinent der ansonsten der zurückgeblibenste ist.
donnacappuccina 02.10.2012
@testthewest .. die tollen Weißen mal wieder. Deine Aussage ist ja wohl, dass Reichtum an die Hautfarbe gebunden ist. Das ist Nonsens meiner Ansicht nach. Die Weißen haben u.a. Bildung und Strukturen mitgebracht und davon [...]
@testthewest .. die tollen Weißen mal wieder. Deine Aussage ist ja wohl, dass Reichtum an die Hautfarbe gebunden ist. Das ist Nonsens meiner Ansicht nach. Die Weißen haben u.a. Bildung und Strukturen mitgebracht und davon profitiert Südafrika nun, unabhängig von der Hautfarbe. Können diese Strukturen erhalten bleiben, egal durch wen, führt das auch zu mehr Wohlstand. Es wäre jedoch Nonsens, zu behaupten, andere "Rassen" hätten nicht die Disziplin, demokratische Werte zu erhalten..
testthewest 02.10.2012
Ja, die tollen Weissen! Sie haben Bildung und Struktur gebracht, also alles was ein Entwicklungsland von einem Industrieland unterscheidet, alles was Wohlstand von Elend trennt. Das ist in Afrika ziemlich viel. Der Rest ist [...]
Zitat von donnacappuccina@testthewest .. die tollen Weißen mal wieder. Deine Aussage ist ja wohl, dass Reichtum an die Hautfarbe gebunden ist. Das ist Nonsens meiner Ansicht nach. Die Weißen haben u.a. Bildung und Strukturen mitgebracht und davon profitiert Südafrika nun, unabhängig von der Hautfarbe. Können diese Strukturen erhalten bleiben, egal durch wen, führt das auch zu mehr Wohlstand. Es wäre jedoch Nonsens, zu behaupten, andere "Rassen" hätten nicht die Disziplin, demokratische Werte zu erhalten..
Ja, die tollen Weissen! Sie haben Bildung und Struktur gebracht, also alles was ein Entwicklungsland von einem Industrieland unterscheidet, alles was Wohlstand von Elend trennt. Das ist in Afrika ziemlich viel. Der Rest ist eben Text von jemand, der nie selber dort gelebt hat und die Menschen dort nicht kennt. Schauen sie doch an, was aus den Strukturen wird, wenn die "Weissen" weg sind. Simbabwe ist da ein Beispiel unter vielen. Die meisten afrikansichen Länder sind nach dem Weggang der Kolonialherren eher schlechter geworden als besser. Die Strukturen bleiben nicht erhalten. Sie verfallen und es werden Elendsgebiete daraus. Und dann frage ich sie: Warum wird nicht berichtet über arme Weisse in Südafrika, denn die gibts da auch zu Hauf. Denen wird auch nicht geholfen. Und warum wird kein Wort darüber verloren, dass eine ganze Bevölkerungsschicht auswandert, weil ihr keine Perspektive im eigenen Land geboten wird. Der Rassismus wurde dort teilweise nicht besiegt, sondern nur die Vorzeichen geändert. Aber bitte: An der Armut der Schwarzen sind alle Schuld, nur sie selber nicht!
jocheno.b. 02.10.2012
Unfaires Verhalten, Ausbeutung, Brutalität, Rechthaberei waren und sind die Mittel mit denen sich die 'Buren' ihren Reichtum verschafft haben. Das Erbe der Apartheitszeit sind diese Strukturen, die teilweise von der neuen [...]
Unfaires Verhalten, Ausbeutung, Brutalität, Rechthaberei waren und sind die Mittel mit denen sich die 'Buren' ihren Reichtum verschafft haben. Das Erbe der Apartheitszeit sind diese Strukturen, die teilweise von der neuen schwarzen Oberschicht kopiert werden. Diese 'dog eats dog' Mentalität macht es schwer eine faire Gesellschaft und demokratische Verhältnisse zu etablieren. Die Buren haben ihre Privilegien nicht freiwillig aufgegeben und tun das heute auch nur in den seltensten Fällen.
testthewest 02.10.2012
Doch, es gab eine Wahl, in der man für das Ende der Apartheid gestimmt hat. Stimmberechtigt waren nur Weisse. Der ganze Rest ist der typische Schmutz den sie werfen, weil sie die Geschichte nicht verstehen. Ausbeutung war zu [...]
Zitat von jocheno.b.Unfaires Verhalten, Ausbeutung, Brutalität, Rechthaberei waren und sind die Mittel mit denen sich die 'Buren' ihren Reichtum verschafft haben. Das Erbe der Apartheitszeit sind diese Strukturen, die teilweise von der neuen schwarzen Oberschicht kopiert werden. Diese 'dog eats dog' Mentalität macht es schwer eine faire Gesellschaft und demokratische Verhältnisse zu etablieren. Die Buren haben ihre Privilegien nicht freiwillig aufgegeben und tun das heute auch nur in den seltensten Fällen.
Doch, es gab eine Wahl, in der man für das Ende der Apartheid gestimmt hat. Stimmberechtigt waren nur Weisse. Der ganze Rest ist der typische Schmutz den sie werfen, weil sie die Geschichte nicht verstehen. Ausbeutung war zu diesen Zeiten überall auf der Welt üblich, auch in Deutschland, erst Recht in den USA. Zuletzt sollte man mal bemerken, dass die Buren nur ein Teil der Weissen ausmachen und die Schwarzen sicher nicht die Buren "kopieren", sondern sich eben so verhalten, wie sonst auch überall in Afrika.
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  • Dienstag, 02.10.2012 – 14:09 Uhr
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Fläche: 1.219.000 km²

Bevölkerung: 50,492 Mio.

Hauptstadt: Pretoria

Staats- und Regierungschef: Jacob Zuma

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