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Protest gegen Bildungsgesetz: Polizei schlägt Studentenaufstand in Burma nieder

Seit Januar protestieren Studenten in Burma gegen ein neues Bildungsgesetz: Nun sind Hunderte Polizeibeamte brutal gegen die Demonstranten vorgegangen.

Sie knien auf dem staubigen Boden, halten sich schützend die Hände vor den Kopf. Um die Studenten in Burma stehen Polizeibeamte mit Schutzschildern, Helmen und Schlagstöcken. Gewaltsam gehen Hunderte Beamte gegen die Demonstranten vor, drängen sie zusammen, schlagen auf sie ein, zerren sie in Polizeitrucks.

In dem Ort Letpadan, der etwa 145 Kilometer nördlich der Hafenstadt Rangun liegt, sitzen die Studenten seit mehr als einer Woche fest. Sie hatten im Januar mit einem Protestmarsch durch Burma begonnen, der in Rangun enden sollte und von der Polizei aufgehalten worden ist.

Die Studenten protestieren gegen ein neues Bildungsgesetz, das im vergangenen September verabschiedet worden war. Demnach soll allein die Regierung über Lehrinhalte an Hochschulen entscheiden, zudem sollen Studenten keine unabhängigen Vereinigungen mehr bilden dürfen. Sie sehen dadurch die akademische Freiheit in Gefahr.

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Gewalt in Burma: Die Schläge der Polizisten
Die Polizei nahm mehrere Studenten fest, darunter war auch einer der Anführer der Bewegung, Min Thwe Thit. Viele Demonstranten wurden verletzt, einige von ihnen am Kopf. Wie die Zeitung "The Irrawaddy" berichtet, machte die Polizei auch auf Journalisten Jagd. In Rangun war es am Dienstag offenbar ebenfalls zu Protesten gekommen.

In Burma war es Ende der Achtzigerjahre zu schweren Studentenprotesten gekommen: Am 8. August 1988 demonstrierten Studenten wochenlang, bis die Militärjunta die Proteste niederschlug und Tausende Menschen tötete.

kha/AP/Reuters

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1. Traurig, aber zu erwarten
crazy.diamond 11.03.2015
Vor wenigen Wochen bin ich dem Protestzug auf der Landstraße begegnet - begleitet von diversen Krankenwagen. Den Studenten, die sich trotz der zu erwartenden Polizei-Exzesse so mutig für die Bildung und ihre geistige Freiheit einsetzen gehört mein tiefster Respekt! Die Ereignisse lassen für die Wahlen im Herbst nichts gutes ahnen..
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