Britische Unis: Cambridge scheffelt Geld, Oxford macht Verluste

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Die ham's ja: Cambridge ist die reichste Uni der Insel

Fast zwei Milliarden Euro: Der Stiftungsfonds der Elite-Uni Cambridge verfügt über eine Menge Geld. Sie ist damit die reichste britische Hochschule. Die Konkurrenten aus Oxford sind nicht ganz so erfolgreich.

Viel unterscheidet die beiden ältesten britischen Spitzen-Unis nicht, jedenfalls nicht in Bezug auf ihr akademisches Ansehen. Doch beim Geld sieht es anders aus: Während Cambridge von der Nachrichtenagentur Reuters als reichste Unis des Landes gewertet wird, gibt Oxford mehr Geld aus, als es einnimmt.

Reuters hat sich Stiftungsfonds der Unis angesehen und bewertet: Welcher Fonds wuchs am meisten durch Spenden und gewinnbringende Investments, nachdem die Ausgaben bereits abgezogen waren? Demnach konnte Cambridge seine Stellung als reichste britische Uni verteidigen - der Uni-Fonds wuchs zum Ende des akademischen Jahres im Juli 2012 um 6,5 Prozent auf 1,65 Milliarden Pfund (umgerechnet fast 2 Milliarden Euro). Der Oxford-Fonds hingegen schrumpfte um 0,2 Prozent auf 854 Millionen Pfund (990 Millionen Euro).

Für die Rangliste hat Reuters die Finanzen der 14 britischen Unis mit den größten Fonds ausgewertet. Beim Wachstum liegen auf den Plätzen zwei und drei das Imperial College London und das King's College London.

"Die wirtschaftlichen Unsicherheiten der letzten Jahre und die zum Teil gebremste Weltwirtschaft haben den Fonds beeinflusst", sagte ein Cambridge-Sprecher und fügte hinzu, die Investments in den Jahren 2012 und 2013 seien "sehr zufriedenstellend". Aus Oxford wollte die Zahlen niemand kommentieren.

Britische Unis nutzen die Stiftungsfonds, die sich meist aus Spenden speisen, um durch geschickte Investitionen Geld zu verdienen und damit die eigenen Ausgaben zu bestreiten. Verglichen mit ähnlichen Modellen in den USA sind die Summen aber noch immer eher klein; in den USA ist es weitaus üblicher, dass Absolventen ihre alte Uni finanziell unterstützen. Harvard etwa verfügt über den größten amerikanischen Uni-Fonds, er wird mit etwa 36 Milliarden Euro bewertet, gefolgt von Yale mit etwa 22,5 Milliarden Euro.

Die öffentlichen Ausgaben für Unis in Großbritannien sind zurückgegangen, auch deswegen setzen die Hochschulen verstärkt auf das Geld solventer Ehemaliger und werben um Spenden.

Mit den Haushalten deutscher Unis, die sich vor allem aus Grund- und Drittmitteln zusammensetzen, lässt sich all das nur schwer vergleichen. Insgesamt haben etwa die Wissenschaftler aller deutschen Hochschulen im Jahr 2010 gerade mal etwa 5,9 Milliarden Euro an Drittmitteln eingeworben.

otr/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Zu kurz gedacht - das System ist komplexer
sapere+aude 18.08.2013
Bei Oxbridge zählt bei weitem nicht nur, was die Universitäten für ein Stiftungsvermögen besitzen. Sondern ganz zentral ist ebenfalls der Reichtum - oder Mangel - der einzelnen Colleges, aus denen sich die Universität konstituiert. Laut Wikipedia beträgt das Gesamtendowment von Oxford inklusive der Colleges 3,7 Milliarden Pfund, was dann doch ein signifikanter Unterschied zu den im Artikel genannten 854 Millionen Pfund ist. Dito beträgt das von Cambridge 4,9 Mrd statt der genannten 1,65 Mrd. Dummerweise schlägt Cambridge Oxford also auch dann, wenn man die College-Endowments mitzählt, aber damit muss man als Oxonier halt leben - oder der Universität was spenden ;-).
2. Spenden sind keine Drittmittel
Dr.Fons 23.08.2013
Die Spenden der Unis wie Oxford, Cambridge oder Harvard und die daraus entstehenden Endowment-funds mit ein-geworbenen Drittmitteln Deutscher Unis zu vergleichen ist schon ein starkes Stück. Forschungsgelder (und nichts anderes sind Drittmittel) kommen bei den besagten Unis noch zusätzlich rein.
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