Wer schon einmal zu Semesterbeginn eine neue Bleibe gesucht hat, kennt die Verzweiflung über hohe Mieten, kleine Zimmer und ständige Absagen. Günstig und gleichzeitig skurril wohnt es sich dagegen als professioneller Haussitter: Vor gut zwei Jahren brachte die Firma Camelot das niederländische Hauswächter-Prinzip nach Deutschland.
Für 180 Euro im Monat wohnen die Wächter zum Beispiel in einem leerstehenden Einfamilienhaus mit Swimmingpool, auf einem 600-Quadratmeter-Landsitz oder in einem ehemaligen Berliner Kinderkrankenhaus - je nach Immobilie entweder allein oder als WG, manchmal sogar mit 60 Mitbewohnern wie in dem Krankenhaus. Bis die Eigentümer in ihr Haus zurückkehren oder eine andere Verwendung dafür gefunden haben, schützen die Haussitter die Gebäude vor Vandalismus, Diebstahl und Feuer.
Deshalb müssen die Bewohner nicht nur flexibel, sondern auch verlässlich sein: Wilde Partys sind nicht erlaubt, ebenso wenig darf geraucht oder in die Wände gebohrt werden. Und Besuche, die länger als eine Woche dauern, müssen vorher angekündigt werden. Derzeit ist unter anderem ein Ausflugslokal in Bonn inseriert - wer "viel Platz und Licht" mag, kann sich für die Restaurant-Räume online bewerben unter www.cameloteurope.com.
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