Forschung an Hochschulen: Unis fühlen sich "ausgehungert und ausgezehrt"

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Studenten im Hörsaal: Unis bangen um öffentliche Forschungsgelder

In der deutschen Forschungslandschaft zeichnet sich ein Konflikt um die Verteilung öffentlicher Gelder ab: Nach Informationen des SPIEGEL will der Deutsche Hochschulverband für eine stärkere Rolle der Unis kämpfen - und das "Vormachtstreben" außeruniversitärer Forschungseinrichtungen bremsen.

Zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bahnt sich nach SPIEGEL-Informationen ein grundlegender Konflikt um öffentliche Gelder an. Der Deutsche Hochschulverband (DHV), der die Uni-Wissenschaftler vertritt, will diese Woche eine Resolution mit dem Titel "Vorfahrt für Universitäten" verabschieden. Darin fordert der Verband die Politik auf, die "ausgehungerten und ausgezehrten" Universitäten finanziell besser zu stellen und das "Vormachtstreben" der außeruniversitären Einrichtungen zu beschneiden.

Während Organisationen wie die Helmholtz-Gemeinschaft regelmäßige Haushaltszuwächse verzeichneten, würden die Hochschulen "allenfalls mit dem Notwendigsten versorgt", heißt es in dem Entwurf der Resolution. "Die deutsche Universität ist kein Steinbruch, aus dem nach Belieben die besten Stücke herausgebrochen werden können", sagt DHV-Präsident Bernhard Kempen. Staatlich finanzierte Forschung müsse zuvorderst an den Universitäten stattfinden, ihnen allein stehe auch das Promotionsrecht zu.

Der Verband fürchtet eine "Marginalisierung der Universitäten", wie aus dem Entwurf hervorgeht. Er will deswegen darauf drängen, dass das Grundgesetz so geändert wird, dass der Bund dauerhaft die Forschung und Lehre an Hochschulen fördern darf - bislang darf er das nur für einzelne Projekte. Denn noch gilt das sogenannte Kooperationsverbot, das eine engere Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Bildungsfragen verhindert.

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insgesamt 43 Beiträge
smartphone 18.03.2013
ich brauche ja nur mal meine Unizeit und in Folge Bewerbun in der Wirtschaft zu sehen : Die Profs sind mit ihren Gutachten und Eigennetworking viel zu beschäftigt , als daß sie sich mal um Ihre Studenten , sprich Diplomanten [...]
ich brauche ja nur mal meine Unizeit und in Folge Bewerbun in der Wirtschaft zu sehen : Die Profs sind mit ihren Gutachten und Eigennetworking viel zu beschäftigt , als daß sie sich mal um Ihre Studenten , sprich Diplomanten usw bemühem ,daß die nach ihrem Studium auch paßgenau in der Industrie unterkommen......... Wenn der zb Dipl.-Ing ,statt Stelle dumme Sprüche ala Wie schon 4 Monate auf Jobsuche ( hab ich in einem bekannten Technikforum gelesen), können sie überhaupt noch arbeiten .... Wohlgemerkt : dies ggüb Uniabsolventen und nicht ggüb einem 65 Jährigen kruz vor der Rente ... Dann braucht man sich doch nicht wundern , daß die Leute an Imbißbuden etc verloren gehen und sich keiner mehr an die Uni / das Institut erinnert .........
peterdkrause 18.03.2013
Die Universität wurden seit Jahren ausgehungert. An den meisten Universitäten in Deutschland wurden die Grundbedarfsmittel in den letzten Jahrzehnten nicht nur nicht erhöht, sondern zusammengestriche; die Zahl der Studierenden hat [...]
Die Universität wurden seit Jahren ausgehungert. An den meisten Universitäten in Deutschland wurden die Grundbedarfsmittel in den letzten Jahrzehnten nicht nur nicht erhöht, sondern zusammengestriche; die Zahl der Studierenden hat hingegen erheblich zugenommen. Die Folge davon ist, dass die Grundausstattung einer Professorin oder eines Professors, also die Mittel die ein "Lehrstuhl" zur Verfügung hat, um zu forschen und zu lehren, nahezu lächerlich gering sind. Kaum jemand verfügt noch über mehr als eine 25%-Stelle für ein Sekretariat. Ähnlich sieht es bei Stellen für Wissenschaftliche Mitarbeiter aus: Fast alle neuberufenen Professoren müssen ohne jede Mitarbeiterstelle auskommen. Das bedeutet, dass eigenständige Forschung nur noch möglich ist, wenn der Professor/die Professorin in aufwändigen Antragsverfahren sogenannte "Drittmittel" besorgt. Auf diese Art werden die Universitäten zu einer Ansammlung von "freien Wissenschaftsunternehmern", die, anstatt zu forschen und zu lehren, die meiste Zeit damit zubringen, Geld zu besorgen, um ihre Arbeit überhaupt erst machen zu können. Das mit der Einführung neuer Tarifverträge, der sogenannten W-Besoldung und des TVL, zudem noch erhebliche Gehaltskürzungen für alle Beschäftigten an den Universitäten (und auch im Öffentlichen Dienst) verbunden waren, war nur noch ein weiterer Tiefschlag für die an den Universitäten Beschäftigten. Und die sogenannte 12-Jahresregel, die es unmöglich macht, Wissenschaftler länger als 12-Jahre auf befristeten Verträgen zu beschäftigen - und an den Universitäten gibt außer für Professoren nur noch befristete Verträge!!! - hat zehntausenden Wissenschaftlichen Mitarbeitern das Berufsleben zur Hölle gemacht! Es ist dringend geboten, hier endlich Abhilfe zu schaffen!
Diskutierender 18.03.2013
Da wird eine Entwicklung dargestellt, die ich in vollem Umfang begrüsse. Ich kann nur hoffen, dass sich der Trend zugunsten der ausseruniversitären Forschung noch deutlich verstärkt. So wäre es zu begrüssen, wenn auch [...]
Zitat von sysopIn der deutschen Forschungslandschaft zeichnet sich ein Konflikt um die Verteilung öffentlicher Gelder ab: Nach Informationen des SPIEGEL will der Deutsche Hochschulverband für eine stärkere Rolle der Unis kämpfen - und das "Vormachtstreben" außeruniversitäter Forschungseinrichtungen bremsen. Deutscher Hochschulverband will Resolution verabschieden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/deutscher-hochschulverband-will-resolution-verabschieden-a-889432.html)
Da wird eine Entwicklung dargestellt, die ich in vollem Umfang begrüsse. Ich kann nur hoffen, dass sich der Trend zugunsten der ausseruniversitären Forschung noch deutlich verstärkt. So wäre es zu begrüssen, wenn auch ausseruniversitäre Forschungseinrichtungen das Promotionsrecht bekämen. Ich habe selbst Physik studiert, und habe einerseits an der Universität meine Diplomarbeit geschrieben, und andererseits an einem Fraunhofer-Institut meine Doktorarbeit angefertigt. Während ich an der Uni mit schlechten Arbeitsbedingungen und selbstherrlichen Professoren zu tun hatte, habe ich dann an dem Fraunhofer-Institut sehr gute Arbeitsbedingungen gehabt. Lediglich seitens der Universitäten wurden mir massiv Knüppel zwischen die Beine geworfen, da die selbstherrlichen Professoren es natürlich gar nicht gerne haben, wenn die Doktoranden zur ausseruniversitären Forschung mit guten Arbeitsbedingungen gehen. So hat in meinem Fall die Universität Karlsruhe doch glatt verlangt, dass ich dort als externer Doktorand (von Fraunhofer bezahlt) unentgeltlich Praktika und Übungen abhalten sollte - schlicht eine Unverschämtheit und massiver Machtmissbrauch der Herren Professoren. Am Ende wurde meine Doktorarbeit von einer Österreichischen Universität betreut, weil weder ich noch meine Vorgesetzten diese Unverschämtheit eingesehen haben. In jedem Fall sehe ich es an unumgänglich an, dass die Universitäten ihr Monopol auf das Promotionsrecht verlieren, damit dieser Selbstherrlichkeit und dem Machtmissbrauch der Professoren endlich Grenzen gesetzt werden.
thinkthrice 18.03.2013
"Diskutierender" bestätigt doch in seiner Schilderung aufs Deutlichste, dass die Bedingungen an den außeruniversitären Einrichtungen wesentlich besser sind. Ich verstehe zwar, dass er sich von der Uni Karlsruhe gegängelt [...]
"Diskutierender" bestätigt doch in seiner Schilderung aufs Deutlichste, dass die Bedingungen an den außeruniversitären Einrichtungen wesentlich besser sind. Ich verstehe zwar, dass er sich von der Uni Karlsruhe gegängelt fühlte. Aber es ist doch auch eine Überlegung wert, warum die Bedingungen so sind, wie sie sind. Zudem hat die Uni ja noch den Auftrag, zu lehren *und* zu forschen.
interstitial 18.03.2013
Ganz genau das ist der Punkt. Der einen Rattenschwanz hässlicher Konsequenzen wie die vom diskutierenden herausgestrichenen, nach sich zieht. Gute Forschung und gute Lehre ist personalintensiv und braucht Kontinuität. Wenn [...]
Zitat von peterdkrauseDie Universität wurden seit Jahren ausgehungert. [...]
Ganz genau das ist der Punkt. Der einen Rattenschwanz hässlicher Konsequenzen wie die vom diskutierenden herausgestrichenen, nach sich zieht. Gute Forschung und gute Lehre ist personalintensiv und braucht Kontinuität. Wenn man die Realität sieht, braucht man sich nicht wundern. Mit ist noch an keiner Uni ein alchimistisches Institut untergekommen, das zu Gold machen könnte, was die öffentliche Hand anliefert...
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  • Montag, 18.03.2013 – 10:27 Uhr
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