Zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bahnt sich nach SPIEGEL-Informationen ein grundlegender Konflikt um öffentliche Gelder an. Der Deutsche Hochschulverband (DHV), der die Uni-Wissenschaftler vertritt, will diese Woche eine Resolution mit dem Titel "Vorfahrt für Universitäten" verabschieden. Darin fordert der Verband die Politik auf, die "ausgehungerten und ausgezehrten" Universitäten finanziell besser zu stellen und das "Vormachtstreben" der außeruniversitären Einrichtungen zu beschneiden.
Während Organisationen wie die Helmholtz-Gemeinschaft regelmäßige Haushaltszuwächse verzeichneten, würden die Hochschulen "allenfalls mit dem Notwendigsten versorgt", heißt es in dem Entwurf der Resolution. "Die deutsche Universität ist kein Steinbruch, aus dem nach Belieben die besten Stücke herausgebrochen werden können", sagt DHV-Präsident Bernhard Kempen. Staatlich finanzierte Forschung müsse zuvorderst an den Universitäten stattfinden, ihnen allein stehe auch das Promotionsrecht zu.
Der Verband fürchtet eine "Marginalisierung der Universitäten", wie aus dem Entwurf hervorgeht. Er will deswegen darauf drängen, dass das Grundgesetz so geändert wird, dass der Bund dauerhaft die Forschung und Lehre an Hochschulen fördern darf - bislang darf er das nur für einzelne Projekte. Denn noch gilt das sogenannte Kooperationsverbot, das eine engere Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Bildungsfragen verhindert.
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