Cambridge - Diskussionen über Peitschen, Seile, Knebel und ihre Anwendung könnten demnächst in den altehrwürdigen Mauern der Elite-Uni Harvard, der ältesten Hochschule der USA, geführt werden. Die Uni hat die Initiative offiziell anerkannt, die ein Forum für Anhänger von Sadomasochismus und anderen alternativen Sexpraktiken bieten will.
"Unsere Anerkennung zeigt, dass wir ernst genommen werden", zitierte die Campuszeitung "The Harvard Crimson" einen der Gründer. Vor über einem Jahr hatten sieben Mitglieder angefangen, sich informell zu treffen. Mittlerweile zählt die Gruppe rund 30 Mitglieder. "Munch" erfülle ein Bedürfnis, das ansonsten am Campus nicht thematisiert werde, so die Gruppe.
An der Uni ist die Initiative derzeit jedenfalls Thema Nummer eins, hitzige Diskussionen ranken sich um die Anerkennung der SM-Gruppe. Dabei gehen die Meinungen weit auseinander: In "The Harvard Crimson" sprechen die einen von einer "wirklich coolen" Aktion der Universität und von einer Gruppe, die nicht mehr Aufhebens verdient als eine soziale Initiative. Laut Campus-Magazin haben viele Studenten ihre Unterstützung für die Gruppe zum Ausdruck gebracht. Ein anonymer Befürworter meint gar: "Es ist eine interessante Gelegenheit, darüber zu sprechen, was sexuelle Perversion überhaupt bedeutet."
Andere wettern dagegen, es seien "Grenzen überschritten worden". Die Anerkennung der Gruppe werde nur ähnliche, wenn nicht noch extremere Gruppen in der Gemeinschaft hervorbringen.
Nach der offiziellen Anerkennung durch den Ausschuss für studentisches Leben gehört Munch zu den rund 400 unabhängigen Studentengruppen von Harvard. "Munch" hat außerdem ein "Sicherheitsteam" gegründet, das Missbrauchsopfern oder von einem Trauma Betroffenen Hilfe bieten soll.
mia/dapd
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