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Studentenaustausch-Programm: Geld für Erasmus wird knapp

Die Haushaltslage der EU ist prekär. Auch das Studentenaustausch-Programm Erasmus ist davon betroffen. Bis zum Jahresende fehlt rund ein Drittel der benötigten Summe. Die rund 200.000 Erasmus-Studenten können jedoch auf einen Nachtragshaushalt hoffen.

Brüssel - Das Geld für das europäische Studentenaustausch-Programm Erasmus wird knapp. Als Grund nannte die EU-Kommission Finanzierungslücken im EU-Haushalt. Nach jetzigem Stand fehlt bis Jahresende knapp ein Drittel der noch benötigten Summe, um das Programm wie geplant zu finanzieren. Für andere von der EU finanzierte Programme fehlten ebenfalls Mittel.

Die Behörde arbeite bereits an einem Nachtragshaushalt, am 23. Oktober will sie Vorschläge dazu machen. Zu der Höhe des Finanzbedarfs wollte sich die Kommission nicht äußern. Nachträge zum EU-Haushalt sind jährliche Routine. Diesmal dürfte die Lücke jedoch größer ausfallen als gewohnt. Beobachter gehen von mehreren Milliarden aus. Einem Nachtragshaushalt müssten die EU-Mitgliedsstaaten und das Europa-Parlament zustimmen.

Die Chancen, dass das Erasmus-Programm weiter gefördert wird, stehen gut: "Auf allen letzten EU-Gipfeln gab es 27 Staats- und Regierungschefs, die einstimmig erklärt haben, dass wir in die jungen Menschen, Beschäftigung und Forschung investieren müssen, um aus der Krise zu kommen", sagt ein Sprecher von EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski.

Das Erasmus-Programm ermöglicht jedes Jahr rund 200.000 Studierenden Aufenthalte in anderen EU-Ländern. 1987 war das Programm gegründet worden, neben den 27 Mitgliedsstaaten beteiligen sich sechs weitere europäische Länder an dem Studentenaustausch. Laut der offizielle EU-Internetseite beträgt das jährliche Budget für Erasmus 450 Millionen Euro.

max/dpa/Reuters

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Geld für Forschungsförderung...
mrotz 05.10.2012
ist wahrscheinlich bei ERASMUS am schlechtesten angelegt. Jeder, den ich kenne, der mit ERASMUS im Ausland war, war halt dort. Scheine konnten meist nicht angerechnet werden und die meisten haben Vorlesungen gehört, die sie hier schon gehört hatten. Urlaub, Selbterfahrungstrip. Sicher auch schöne Eindrücke und ich denke, viele wollen nichts missen, aber Geld für Forschungsförderung ist in der Forschung besser angelegt. Oder eben Austauschprogramme, die später ansetzen und nicht zu beginn bis mitte des Studiums.
2.
mind_the_gap 05.10.2012
Zitat von mrotzist wahrscheinlich bei ERASMUS am schlechtesten angelegt. Jeder, den ich kenne, der mit ERASMUS im Ausland war, war halt dort. Scheine konnten meist nicht angerechnet werden und die meisten haben Vorlesungen gehört, die sie hier schon gehört hatten. Urlaub, Selbterfahrungstrip. Sicher auch schöne Eindrücke und ich denke, viele wollen nichts missen, aber Geld für Forschungsförderung ist in der Forschung besser angelegt. Oder eben Austauschprogramme, die später ansetzen und nicht zu beginn bis mitte des Studiums.
Das halte ich für nicht richtig. In meinem Erasmus Aufenthalt habe ich in einer Arbeitsgruppe ein Projekt mitbearbeitet und am Ende ist sogar ein wissenschaftliches Paper herausgekommen. Zudem konnte ich ohne Problem 75% meiner Kurse anrechnen lassen. Auch meine Kommolitonen haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Sicher gibt es Leute die damit Probleme haben/hatten bzw. andere Prioritäten setzen, auch bei mir stand eigentlich die kulturelle Erfahrung im Fordergrund, aber ganz so stehen lassen, kann ich das einfach nicht.
3. Forschung und Leere
querollo 05.10.2012
Ja richtig, den Erasmus-Studenten geht es vornehmlich um die Exzellenz ihrer Ausbildung. Ich vermute, das ist der Grund warum Spanien - europaweit für seine außergewöhnlich innovative Forschungsarbeit bekannt - das bei weitem beliebteste Ziel von Erasmus-Studenten ist. Ganz oben auf der Liste: Die Uni Granada, die ja weltberühmt ist für ihre Forschung in - äh, ja was denn eigentlich? Ich habe einen wunderbaren Erfahrungsbericht einer Erasmus-Studentin gefunden die ganze 3 (!) Kurse in Granada belegte - davon war einer Wirtschafts-Englich. Klar, dafür ist Granada natürlich die erste Adresse. http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/fileadmin/user_upload/dateien_international/Studienberichte/Granada.pdf Auch hier in Barcelona herrscht an Erasmus-Studenten kein Mangel. Nicht wenige sehen praktisch nie eine Uni von innen. Das liegt nicht nur daran, dass die ausgedehnten Strand- und Kneipenbesuche ihnen keine Zeit dafür lassen, sondern auch daran, dass ihnen in ihrem Spanisch-Grundkurs niemand gesagt hat, dass die Vorlesungen hier oft auf Katalan stattfinden. Es gibt hier extra Erasmus-Kurse, die auf Englisch abgehalten und selbstverständlich von keinem einheimischen Studenten besucht werden und die von sehr überschaubarer Qualität sind. Die Unis wollen aber die Studenten und die damit verbundenen Gelder nicht verlieren und den Studenten ist es eh egal. Viele fahren nach Hause und haben außer dem Zimmerwirt und diversen Barmännern keinen einzigen Einheimischen kennengelernt und weder Ihre Fach- noch ihre Spanischkenntnisse erweitert. Egal. Das Wetter war gut und der Strand nahe. Als ich studiert habe, gab es Erasmus noch nicht. Ich hab an einem Austausch zwischen meiner Uni und einer englischen teilgenommen, in der alles perfekt organisiert und sicher gestellt war, dass wir mit englischen Studenten studierten und wohnten. Mir hat das eine Welt von Möglichkeiten eröffnet und einige Kontakte habe ich noch heute. Austausch ist also als Idee nicht schlecht, aber in Erasmus scheitert es an nachlässiger Organisation seitens der Unis und mangelnder Motivation seitens der Studenten. Für mich kann man das sang- und klanglos untergehen lassen und über sinnvollere Förderung von Auslandsaufenthalten nachdenken.
4. Erasmus: Steuerfinanzierter Urlaub
gerd33 05.10.2012
Zitat von querolloJa richtig, den Erasmus-Studenten geht es vornehmlich um die Exzellenz ihrer Ausbildung. Ich vermute, das ist der Grund warum Spanien - europaweit für seine außergewöhnlich innovative Forschungsarbeit bekannt - das bei weitem beliebteste Ziel von Erasmus-Studenten ist. Ganz oben auf der Liste: Die Uni Granada, die ja weltberühmt ist für ihre Forschung in - äh, ja was denn eigentlich? Ich habe einen wunderbaren Erfahrungsbericht einer Erasmus-Studentin gefunden die ganze 3 (!) Kurse in Granada belegte - davon war einer Wirtschafts-Englich. Klar, dafür ist Granada natürlich die erste Adresse. http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/fileadmin/user_upload/dateien_international/Studienberichte/Granada.pdf Auch hier in Barcelona herrscht an Erasmus-Studenten kein Mangel. Nicht wenige sehen praktisch nie eine Uni von innen. Das liegt nicht nur daran, dass die ausgedehnten Strand- und Kneipenbesuche ihnen keine Zeit dafür lassen, sondern auch daran, dass ihnen in ihrem Spanisch-Grundkurs niemand gesagt hat, dass die Vorlesungen hier oft auf Katalan stattfinden. Es gibt hier extra Erasmus-Kurse, die auf Englisch abgehalten und selbstverständlich von keinem einheimischen Studenten besucht werden und die von sehr überschaubarer Qualität sind. Die Unis wollen aber die Studenten und die damit verbundenen Gelder nicht verlieren und den Studenten ist es eh egal. Viele fahren nach Hause und haben außer dem Zimmerwirt und diversen Barmännern keinen einzigen Einheimischen kennengelernt und weder Ihre Fach- noch ihre Spanischkenntnisse erweitert. Egal. Das Wetter war gut und der Strand nahe. Als ich studiert habe, gab es Erasmus noch nicht. Ich hab an einem Austausch zwischen meiner Uni und einer englischen teilgenommen, in der alles perfekt organisiert und sicher gestellt war, dass wir mit englischen Studenten studierten und wohnten. Mir hat das eine Welt von Möglichkeiten eröffnet und einige Kontakte habe ich noch heute. Austausch ist also als Idee nicht schlecht, aber in Erasmus scheitert es an nachlässiger Organisation seitens der Unis und mangelnder Motivation seitens der Studenten. Für mich kann man das sang- und klanglos untergehen lassen und über sinnvollere Förderung von Auslandsaufenthalten nachdenken.
Sehen Sie sich die Erasmus - T-Shirts an: (Gibt's tatsächlich) Slogan: Erasmus - Wir vögeln uns durch Europa So kann man auch interkulturelle Kompetenz erlangen.
5. Typisch deutsche Neiddebatte
themarsvolta 05.10.2012
Was bitte hat ein Studentenaustauschprogramm mit Forschungsförderung zu tun? Und wer sagt, dass man ein Erasmus Semester zum studieren nutzen muss? Studieren kann man auch in Deutschland und das meistens sogar auf einem höheren Niveau als z.B. im Vergleich zu Spanien. Das Hauptziel von Erasmus ist der interkulturelle Austausch, aber das muss ja nicht zwangsweise mit Einheimischen passieren (die das vielleicht gar nicht wollen), es gibt ja schließlich nicht nur deutsche Erasmus Studenten. Gerade in Spanien haben die Leute zur Zeit andere Sorgen als irgendwelche Austauschstudenten aus dem Ausland mit denen sie sich mangels Fremdsprachenkenntnissen eh nicht unterhalten können.
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