Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Exzellenzinitiative: DFG-Chef fordert schnelle Milliarden-Entscheidung

Die Milliarden für die dritte Runde der Förderung von Spitzenforschung kommen, das steht fest. Doch für was dürfen sie ausgegeben werden? Wie viele deutsche Unis zählen bald zur Elite? Darüber wird nun gestritten.

Der große Termin ist zwar erst in rund zwei Wochen, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) macht aber schon mal klar: Es muss jetzt losgehen mit der Entscheidung, wie die Exzellenzinitiative für die Spitzenforschung in Deutschland fortgesetzt werden soll.

Das Warten auf die konkreten Beschlüsse von Bund und Ländern führe in der Wissenschaft zu wachsender Nervosität, sagte DFG-Präsident Peter Strohschneider am Montag in Berlin und sprach von wachsendem Zeitdruck und steigendem Erwartungsdruck.

Ende Januar kommt zunächst der Bericht einer Expertenkommission um den Forschungsmanager Dieter Imboden, der die bisherige Exzellenzinitiative zur Förderung der Spitzenforschung und zum Aufbau von Elite-Universitäten einer Bewertung unterziehen sollte.

Die milliardenteure Exzellenzinitiative gibt es seit 2005. Die aktuelle Förderperiode läuft 2017 aus, eine Verlängerung um weitere zehn Jahre ist bereits beschlossen. Die Details müssen allerdings noch zwischen Bund und Ländern ausgehandelt werden: Welche Bereiche sollen in Zukunft mit wie viel Geld gefördert werden? Davon hängt nicht nur das Prestige einzelner Hochschulen ab, sondern auch Verträge und Projektlaufzeiten.

Fotostrecke

11  Bilder
Elite-Unis: Das sind die deutschen Exzellenzen
DFG-Präsident Strohschneider hofft nach der Vorstellung des Imboden-Berichts auf eine Detail-Lösung bis Juni: Bis dahin müssten Bund und Länder zueinanderfinden. Die Exzellenzinitiative habe das deutsche Hochschulsystem bereits deutlich leistungsfähiger gemacht, sagte Strohschneider. Die ersten Verträge zur Exzellenzinitiative waren vor elf Jahren mit einem Gesamtvolumen von 1,9 Milliarden Euro abgeschlossen worden. Im Juni 2009 vereinbarten Bund und Länder eine zweite Runde mit insgesamt 2,7 Milliarden Euro.

Die Hochschulen konkurrierten bislang in drei Förderlinien: dem Aufbau von Graduiertenschulen, der Einrichtung von fachübergreifenden Forschungsprojekten - sogenannten Exzellenzclustern - und drittens der Prämierung von Exzellenzuniversitäten.

Strohschneider forderte nun, die Schwächen der bisherigen Förderung zu beseitigen. Notwendig sei unter anderem mehr Flexibilität, etwa bei Laufzeiten und Fördervolumen. Die Förderinstrumente müssten sich an den Belangen der Forschung ausrichten, nicht umgekehrt. Darüber hinaus forderte der DFG-Chef ein "wissenschaftsgeleitetes Entscheidungssystem": Bei der Entscheidung über die Zuteilung von Fördergeldern müsse die wissenschaftliche Qualität der Projekte Vorrang haben vor politischen oder regionalen Kriterien.

Um "die allerbeste Forschung in den Universitäten" zu fördern, hatte die DFG bereits im vergangenen Jahr die Einrichtung von Exzellenzzentren vorgeschlagen. Sie sollen an die Stelle der bisherigen Graduiertenschulen und Exzellenzcluster treten und die Förderung von Spitzenforschung auch mit der des wissenschaftlichen Nachwuchses verbinden können.

Die zehn fetten Fächer
Zahnmedizin

Platz 10: Absolventen der Zahnmedizin verdienen beim Berufseinstieg laut der Gehaltsdatenbank Gehalt.de 40.700 Euro brutto im Jahr. Damit belegen die Zahnmediziner den Schlussplatz der Top-Ten-Liste.

Psychologie

Platz 9: Sie arbeiten in Tageskliniken, Beratungsstellen und Unternehmen: Psychologen bekommen in ihren ersten Arbeitsjahren 42.700 Euro Jahresgehalt. Mit diesem Einstiegsgehalt liegen sie auf Platz neun.

BWL

Platz 8: Vor allem in der Industrie verdienen BWLer gut. Top-Branchen sind Chemie und Verfahrenstechnik, Autoindustrie, Banken, Luftfahrt und Pharmaindustrie. Einsteiger können mit einem Jahresgehalt von durchschnittlich 44.000 Euro rechnen.

Naturwissenschaften

Platz 7: Sie haben Biologie, Physik oder Mathematik studiert: Naturwissenschaftler verdienen im Durchschnitt 47.100 Euro jährlich in ihren ersten Berufsjahren.

Informatik

Platz 6: Bei Informatikern ist der Studienabschluss oft weniger ausschlaggebend als spezielle Programmierkenntnisse. Sie arbeiten zum Beispiel als Web-Entwickler, Systemadministratoren oder Online-Projektmanager und verdienen nach dem Uni-Abschluss 47.300 Euro im Jahr.

Wirtschaftsinformatik

Platz 5: Die Wirtschaftsinformatiker landen im Mittelfeld: Sie verdienen durchschnittlich 700 Euro mehr als die Informatiker, also 48.000 Euro im Jahr.

Medizin

Platz 4: Oft müssen sie nachts und an Wochenenden arbeiten: Mediziner. In ihren ersten Berufsjahren verdienen sie durchschnittlich 49.700 Euro.

Rechtswissenschaften

Platz 3: Juristen können ebenfalls mit hohen Einstiegsgehältern rechnen, wenn sie ein Prädikatsexamen haben. Wer mit einem durchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Examen abschließt, hat diese Möglichkeit nicht. Im Durchschnitt verdienen Juristen als Einsteiger rund 50.000 Euro im Jahr.

Ingenieurwissenschaften

Platz 2: Sie entwickeln Maschinen, Transportmittel oder Systeme: Ingenieure verdienen durchschnittlich 51.000 Euro im Jahr. Damit belegen sie den zweiten Platz der Top-Ten-Liste.

Wirtschaftsingenieure

Platz 1: Wenn Technik und Wirtschaft aufeinander treffen, kommen Wirtschaftsingenieure zum Einsatz. Als Generalisten mit Überblick finden sie sich in beiden Bereichen zurecht. Wirtschaftsabsolventen sind laut Gehalt.de die Top-Verdiener: Sie kommen beim Berufsstart auf 53.000 Euro im Jahr.

lgr/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 29 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Vieles davon...
soundwaves 11.01.2016
... wird in Projekte gesteckt, die politisch nach einer gewissen Zeit eh wieder abgesetzt werden... Man sollte sich fragen, wieviel von dem Geld in nicht fertig gestellte Projekte/Forschung versenkt wird...
2. Phrasen, Phrasen, Phrasen...
rvanpelt 11.01.2016
... und Platitueden. Verlogenes WissManagementsprech. Gerade erst mit dem WissZVG dem wissenschaftlichen Nachwuchs weiterhin berufliche Perspektiven vorenthalten, um dann mehr Geld in die "Foerderung des Nachwuchses" stecken zu wollen.
3. Exzellenzini ==> Unterfinanzierung der Unis
ka888amazon 11.01.2016
Es ist wichtig, dass mehr Geld in die forschenden Unis gesteckt wird! Wir leben von hellen Köpfen und Innovationen! 1) Die Exz.-Ini hat im Ausland großes Aufsehen erregt und unsere Exzellenz-Unis in ein helles Licht getaucht. Viele unserer nicht international gerankten Unis sind besser als solche, die in diesen Listen auftauchen. 2) Viele Unis haben gerade in der 3. Förderlinie zu den Zukunftskonzepten über sich und ihre Organisation nachgedacht. Dabei ist viel Gutes herausgekommen, selbst wenn die eine oder andere Uni dann doch nicht gefördert wurde. 3) Die Ex-Ini kann aber nicht heilen, was in den vergangenen Jahren von den Ländern vernachlässigt wurde: Die Grundfinanzierung der Unis. Nicht das Wissenschaftsarbeitszeitgesetz ist das Problem, sondern die generelle personelle Unterfinanzierung. 4) Die Exzellenzcluster haben an den Unis oft große Probleme bereitet, was die Verstetigung von ExIni-Cluster-Personalstellen betraf. Diese Stellen müssen an anderer Stelle der Unis eingespart werden. Das ist das größte Problem!
4. Korrekt.
rvanpelt 11.01.2016
Zitat von ka888amazonEs ist wichtig, dass mehr Geld in die forschenden Unis gesteckt wird! Wir leben von hellen Köpfen und Innovationen! 1) Die Exz.-Ini hat im Ausland großes Aufsehen erregt und unsere Exzellenz-Unis in ein helles Licht getaucht. Viele unserer nicht international gerankten Unis sind besser als solche, die in diesen Listen auftauchen. 2) Viele Unis haben gerade in der 3. Förderlinie zu den Zukunftskonzepten über sich und ihre Organisation nachgedacht. Dabei ist viel Gutes herausgekommen, selbst wenn die eine oder andere Uni dann doch nicht gefördert wurde. 3) Die Ex-Ini kann aber nicht heilen, was in den vergangenen Jahren von den Ländern vernachlässigt wurde: Die Grundfinanzierung der Unis. Nicht das Wissenschaftsarbeitszeitgesetz ist das Problem, sondern die generelle personelle Unterfinanzierung. 4) Die Exzellenzcluster haben an den Unis oft große Probleme bereitet, was die Verstetigung von ExIni-Cluster-Personalstellen betraf. Diese Stellen müssen an anderer Stelle der Unis eingespart werden. Das ist das größte Problem!
Danke, fuer die Klarstellung. Dieses Faktum scheint aber die Entscheidungstraeger nicht weiter zu jucken. Hauptsache man betreibt mit viel Bling, Bling die uebliche Augenwischerei. Und die Stellen, die geschaffen werden, gehen in die Verwaltung.
5. Alles Blödsinn!
Skakesbier 11.01.2016
1) Die "ausgezeichneten" Unis stecken prinzipiell jede Menge Geld in die Aufblähung ihrer Verwaltung. Dazu werden ständig neue "Geschäftsfelder" sowie die ihnen gewidmeten Unterabteilungen von Unterabteilungen erfunden. Wenn selbst "Gender" nicht mehr ausreicht, wird's halt um "Diversity" angereichert. Und genügt nicht mal das, kommt sogar noch "Family" hinzu. 2) Sagenhaft aufgebläht werden überdies die unterhalb der Führungsebene für MA-Damen reservierten sogenannten "Zentren für internationale Beziehungen". So unterhält eine Groß-Uni speziell dafür ein sündhaft teures Mega-Etablissement in Manhattan (allein für das steuerfreie Auslandsentgelt der diversen Beschäftigten könnte man in der BRD ein halbes mittelgroßes Institut finanzieren). Ziel des geplanten/gewollten Schwachsinns: Es soll tatsächlich Yale- oder Princeton-Elite in die BRD gelockt werden. Hohohoho! Daß Rektor, Kanzler und Pro-Rektoren zur Eröffnung in NY first-class einfliegen "mußten", versteht sich "natürlich" von selbst. 3) Das ganze Programm sofort einstampfen!!! Es dient nur der Verwaltungs-Aufblähung und dem Amüsement der jeweiligen Uni-Spitzen. Was in der Forschung ankoomt, sind allenfalls peanuts!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Hochschul-Ranking: Sind das die besten Unis?