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Facebook-Studie: Je mehr Freunde, umso besser die Noten

Erstaunlich! Studenten checken ihr Facebook-Profil sogar in faden Vorlesungen Zur Großansicht
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Erstaunlich! Studenten checken ihr Facebook-Profil sogar in faden Vorlesungen

Mit Facebook verplempert man nur seine Zeit? Mitnichten, sagen jetzt deutsche Forscher: Männer mit vielen Facebook-Freunden haben an der Uni sogar bessere Noten. Für Frauen gibt's allerdings keine Entwarnung.

Studenten nutzen Facebook, WhatsApp oder Instagram auch in faden Vorlesungen, während des Bibliotheksbesuchs oder dann, wenn sie unter einer Schreibblockade leiden. Diese bahnbrechende Erkenntnis ist mittlerweile auch zu Deutschlands Uni-Professoren durchgedrungen. Und weil sie das fürchterlich interessant finden, beschäftigen sie sich neuerdings immer öfter mit dem Thema "Soziale Netzwerke".

Wirtschaftsprofessor Oliver Hinz von der TU Darmstadt untersuchte in der Studie "Social Media and Academic Performance" das Facebook-Verhalten seiner Studenten und fand dabei zum Beispiel Folgendes heraus: "Wir können mit statistischer Sicherheit sagen, dass Männer mit vielen FB-Freunden bessere Noten haben als Männer mit wenigen FB-Freunden, während der Effekt bei Frauen genau andersherum ist." Huch? Männer profitieren von Facebook, Frauen aber nicht?

Widersprüchliche Erkenntnisse, mit Vorsicht zu genießen

Die Erklärung von Hinz und seinen beiden Forscherkollegen Martin Spann und Bernd Skiera: Für männliche Studenten stellt Facebook häufiger als für Frauen ein "Netzwerk-Instrument" dar. So nutzten sie ihre durchschnittlich 361 FB-Freunde als Informationsquelle, tauschten sich mit ihnen über Prüfungsfragen aus oder organisierten darüber eine Lerngruppe. Studentinnen hingegen pflegten über Facebook vor allem ihre privaten Beziehungen - und das hilft eben nicht bei der Arbeit, sondern klaut nur Zeit.

Die Ergebnisse sind interessant, aber durchaus mit Vorsicht zu genießen. Erstens war die Stichprobe mit gut hundert Studenten vergleichsweise klein, zweitens gibt es zwei Studien, die beiden Geschlechtern nachweisen, dass Facebook eher schadet als nutzt: Eine Untersuchung aus Ohio weist angeblich darauf hin, dass es die Noten grundsätzlich verschlechtert, wenn man viel in sozialen Netzwerken unterwegs ist - und eine Arbeit aus Edinburgh will belegen, dass Studenten mit vielen Facebook-Freunden besonders gestresst sind.

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insgesamt 28 Beiträge
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1.
Tom Joad 31.05.2014
Zitat von sysopDPAMit Facebook verplempert man nur seine Zeit? Mitnichten, sagen jetzt Forscher deutsche Forscher: Männer mit vielen Facebook-Freunden haben an der Uni sogar bessere Noten. Für Frauen gibt's allerdings keine Entwarnung. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/facebook-im-studium-maenner-und-frauen-nutzen-social-media-verschieden-a-970925.html
Zu kleine Stichprobe + hohe Wahrscheinlichkeit für eine Fehlkorrelation = Thema uninteressant.
2.
kuac 31.05.2014
Zitat von Tom JoadZu kleine Stichprobe + hohe Wahrscheinlichkeit für eine Fehlkorrelation = Thema uninteressant.
Thema uninteressant? Keineswegs. Es gibt fast eine Milliarde FB Nutzer und Nutzerinnen. Es ist dringend notwendig das Thema professionell zu untersuchen.
3. Soziale Netzwerke
Unikenner 31.05.2014
Es fehlt wirklich an systematischen Studien. Wir haben in Köln herausgefunden, dass Studierende die sozialen Netzwerke intensiver und "selbstorganisierter" Nutzen als die Hochschulplattformen. Und das macht es dann wirklich spannend und definiert nach meiner Auffassung wirklich eine neue Form des (selbstorganisiserten) Lernens, die wir bisher so noch nicht beobachten konnten. Leider sind die meisten Studien nur anekdotisch (siehe die hier berichtete Genderdifferenz).
4. Noten
flusser 31.05.2014
und wie sidn die Noten von denen die diese ganze Facebookscheisse nicht mitmachen? Die Studie ist mindestens so dämlich wie die Facebooknutzer.
5.
billhall 31.05.2014
Zitat von kuacThema uninteressant? Keineswegs. Es gibt fast eine Milliarde FB Nutzer und Nutzerinnen. Es ist dringend notwendig das Thema professionell zu untersuchen.
Welches Thema und wie sieht ihrer Meinung nach eine "professionelle Untersuchung" aus?
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