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17. Dezember 2012, 17:19 Uhr

Bologna-Reform

Fast nur noch Bachelor und Master

Adé, Diplom: Die Hochschulen bieten fast nur noch Bachelor- und Master-Programme an. Knapp 90 Prozent der Studiengänge enden zehn Jahre nach dem Start der Bologna-Reform mit diesen Abschlüssen, nur einige hundert mit Diplom oder Magister.

Die allermeisten Studiengänge enden inzwischen mit einem Bachelor oder einem Master. Das geht aus einer neuen Publikation der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hervor. Mehr als 86 Prozent der Studienangebote, für die man sich derzeit einschreiben kann, zielen demnach auf diese beiden Abschlüsse.

Insgesamt stehen im laufenden Wintersemester mehr als 16.000 Studienmöglichkeiten zur Auswahl, davon rund 7200 Bachelor-Studiengänge und über 6700 Master-Programme. 1700 Studiengänge führen zu einem staatlichen oder kirchlichen Abschluss, rund 420 enden noch mit Diplom, Magister oder Künstlerischem Abschluss.

Vor gut zehn Jahren zogen Bachelor und Master an Deutschlands Hochschulen ein, die Einführung war stets umstritten. Viele Studenten klagen seitdem über den Druck, einige Bildungspolitiker lobten die neuen Abschlüsse, andere verwünschten sie. Im November kündigte die HRK an, die sogenannte Bologna-Reform zu überprüfen.

Eine Arbeitsgruppe werde die Entwicklung in den einzelnen Fächern und die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Vorgaben für die Studienstruktur genau analysieren, sagte HRK-Präsident Horst Hippler. Danach werde die Arbeitsgruppe Vorschläge machen, wie man Fehlentwicklungen korrigieren kann.

Hippler hatte bereits im Sommer eine kritische Bilanz zur Bologna-Studienreform gezogen und mit seinen Äußerungen über die Bachelor-Einführung bei einem Teil der Hochschulrektoren für erheblichen Unmut gesorgt. Damals sagte er, der Ansatz, junge Menschen flotter durchs Studium und in den Beruf zu bringen, sei falsch gewesen. Eine Universität müsse mehr leisten als Ausbildung, nämlich Bildung. "Das tut sie mit dem Bachelor nicht."

son

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