Fördermittel-Wettbewerb: Hochschulen bekommen Millionen vom Bund 

Bildungsministerin Schavan kürt hundert Hochschulen zu Gewinnern: Sie bekommen im Rahmen des "Qualitätspakts Lehre" Fördermittel in Millionenhöhe. Während die Ministerin ihr Engagement feiert, spricht die Opposition von einer PR-Aktion. 

Erstsemester in München: Insgesamt profitieren 186 Hochschulen von dem Wettbewerb Zur Großansicht
dapd

Erstsemester in München: Insgesamt profitieren 186 Hochschulen von dem Wettbewerb

Um Studienbedingungen und Lehrqualität zu verbessern, erhalten weitere 102 Hochschulen aus ganz Deutschland bis 2016 insgesamt rund 400 Millionen Euro Fördermittel des Bundes. Diese zweite Juryentscheidung des "Qualitätspakts Lehre" gaben Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und ihre rheinland-pfälzische Kollegin Doris Ahnen (SPD) am Dienstag in Berlin bekannt.

Unter den jetzt ausgewählten Hochschulen sind 40 Universitäten, 43 Fachhochschulen sowie 19 Kunst- und Musikhochschulen. Mit dem Pakt will der Bund bis 2020 insgesamt zwei Milliarden Euro in die Qualität der Hochschullehre investieren. Die Länder ergänzen die Bundeshilfe mit eigenen Programmen.

Um die Förderung zu bekommen, hatten mehr als 90 Prozent der deutschen Hochschulen Konzepte für eine attraktivere Lehre eingereicht. Vor allem wurden Projekte gefördert, die Studienanfänger unterstützen. Beispielsweise biete die Universität Bremen eine Akademie für interessierte Schüler an, um sie über Studiengänge zu informieren, sagte die Vorsitzende des Auswahlgremiums, Professorin Karin Donhauser von der Berliner Humboldt-Universität. Ebenfalls würden Studienanfänger durch Mentoren- und Tutorenprogramme unterstützt. Daneben gebe es Brückenkurse, um unterschiedliches Vorwissen von Studenten auszugleichen, oder Schreibkurse in den Geisteswissenschaften.

In einer ersten Förderrunde im Mai hatten bereits 111 Hochschulen insgesamt 600 Millionen Euro erhalten. Nach Angaben Schavans werden allein durch die erste Förderrunde mehr als tausend neue Stellen an den Hochschulen geschaffen. Bundesweit werden nach den beiden Vergaberunden nun 186 Hochschulen gefördert. Sollten die Projekte erfolgreich sein und positiv bewertet werden, können die Hochschulen für die Jahre 2017 bis 2020 mit weiterer Unterstützung rechnen; für diesen Zeitraum sieht der "Qualitätspakt Lehre" eine weitere Milliarde Euro vor.

Alibi- und PR-Veranstaltung Schavans

Während das Bildungsministerium den Qualitätspakt auf seiner Homepage als "beispieloses Engagement für die Hochschullehre" lobt, kritisiert die Opposition diese Form der Förderung: Der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Kai Gehring, sprach von einer Alibi- und PR-Veranstaltung Schavans. Angesichts milliardenschwerer Unterfinanzierung der Hochschulen ließen sich mit 200 Millionen Euro pro Jahr Lehrqualität und Studienbedingungen nicht flächendeckend verbessern. Auch der SPD-Hochschulpolitiker Swen Schulz verwies darauf, dass der Wissenschaftsrat bereits vor Jahren eine Milliarde Euro zusätzlich für die Lehre gefordert hatte.

"Es ist ein Skandal, dass die Grundfinanzierung der Hochschulen mittlerweile so unzureichend ist, dass die Qualität der Lehre und gute Studienbedingungen nicht mehr gewährleistet werden können", sagte die hochschulpolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, Nicole Gohlke. Anstatt allen Hochschulen endlich mehr Geld zur Verfügung zu stellen, müssten sich die Einrichtungen ständig an Wettbewerben wie der Exzellenzinitiative oder dem "Qualitätspakt Lehre" beteiligen, um ausreichend Mittel zu erhalten.

seh/dpa/dapd/AFP

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
gandalfthegreen 13.12.2011
Zitat von sysopBildungsministerin Schavan kürt hundert Hochschulen zu Gewinnern: Sie bekommen im Rahmen des "Qualitätspakt Lehre" Fördermittel in Millionenhöhe, um die Lehre zu verbessern. Während die Ministerin ihr*beispielloses*Engagement feiert, spricht die Opposition* von einer*PR-Aktion.* http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,803524,00.html
Die Aktion ist eine FARCE, es ist lug und betrug. An meiner "Elite"-Hochschule ist es üblich erst viele Studenten zu ködern und dann sofort auszusieben, nachdem die Hochschule die Förderrung eingesackt hat. Unmotivierte Professoren, die absichtlich Sachverhalte falsch oder verwirrend erklären. Eine erklörung wozu der Prof 180 minuten benötigt und wonach man nur noch bahnhof versteht, kann man als lehrvideo in 10 minuten Verstehen. Auf nachfrage nach der Vorlesund wird man nur angeblafft, dass eine erklärung UNNÜTZ SEI, weil man ja ein DUMMER STUDENT IST. Die FH muss ihren ELITE!!! Status wahren so sich 90% Durschfallquote in den Prüfungen NORMAL. An Atraktivität hat weder die Hochschule, noch die Vorlesungen gewonnen. Laptops sind in der Vorlesung VERBOTEN! Skripte gibt es keine, und Schlampige Overhead folien die man ab der 4. Reihe nicht mehr lesen kann sind usus. Aber wie sagt der Leiter des Prüfungsamtes: Mit den Leuten hinter der 4. Reihe REDE ICH NICHT, sie fallen sowieso durch. Der Leiter des Prüfungsamtes ist gleichzeitig Professor und Exmatrikulator. Ja Jetzt haben wir einen Bachelor, und noch mehr Geklungel an der Hochschule. Vielen Dank Frau Schavan NUR LUG UND BETRUG
2. haben sie jemals eine hochschule von innen gesehn?
Gebetsmühle 14.12.2011
Zitat von gandalfthegreenDie Aktion ist eine FARCE, es ist lug und betrug. An meiner "Elite"-Hochschule ist es üblich erst viele Studenten zu ködern und dann sofort auszusieben, nachdem die Hochschule die Förderrung eingesackt hat. Unmotivierte Professoren, die absichtlich Sachverhalte falsch oder verwirrend erklären. Eine erklörung wozu der Prof 180 minuten benötigt und wonach man nur noch bahnhof versteht, kann man als lehrvideo in 10 minuten Verstehen. Auf nachfrage nach der Vorlesund wird man nur angeblafft, dass eine erklärung UNNÜTZ SEI, weil man ja ein DUMMER STUDENT IST. Die FH muss ihren ELITE!!! Status wahren so sich 90% Durschfallquote in den Prüfungen NORMAL. An Atraktivität hat weder die Hochschule, noch die Vorlesungen gewonnen. Laptops sind in der Vorlesung VERBOTEN! Skripte gibt es keine, und Schlampige Overhead folien die man ab der 4. Reihe nicht mehr lesen kann sind usus. Aber wie sagt der Leiter des Prüfungsamtes: Mit den Leuten hinter der 4. Reihe REDE ICH NICHT, sie fallen sowieso durch. Der Leiter des Prüfungsamtes ist gleichzeitig Professor und Exmatrikulator. Ja Jetzt haben wir einen Bachelor, und noch mehr Geklungel an der Hochschule. Vielen Dank Frau Schavan NUR LUG UND BETRUG
wissen sie was? das sagen vermutlich alle, die durch die prüfung gefallen sind. immer sind die andren schuld und vor allem der professor. das war schon in der volksschule so. dort war auch nur der lehrer blöd, die schüler nie. ich hab noch nie gehört, dass ein professor einen sachverhalt absichtlich falsch erklärt. das dürfte vermutlich eine erfindung von ihnen sein. mein sohn sagt, professoren werden ständig evaluiert. haben sie sich schon mal gedanken drüber gemacht, dass er evtl. recht haben könnte? sie haben den artikel offensichtlich nicht verstanden. die schavan will geld locker machen für die verbesserung der lehre. was haben sie dagegen eigentlich einzumwenden? wenn laptops verboten sind, dürfte das einen grund haben. mal ehrlich: ich könnts auch nicht leiden, wenn die 500 studis statt zuhören irgendwelche ballerspielchen machen. ansonsten gehen sie doch einfach zum studiendekan. der kann ihnen helfen. der leiter des prüfungsamts ist in allen deutschen hochschulen ein reiner verwaltungsbeamter, sagt mein sohn, der freiberuflich als lehrbeauftragter an einer fh unterrichtet. ein professor als leiter des prüfungsamts hab ich ja noch nie gehört. wo soll das denn sein? in burma? das ist ziemlicher unfug. das prüfungsamt kann auch niemand exmatrikulieren und schon gar nicht arbeiten dort professoren. am bachelor ist nicht frau schavan schuld, sondern die bildungspolitiker unter hellmut kohl.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik UniSPIEGEL
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Studium
RSS
alles zum Thema Bildungspolitik
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 2 Kommentare
Fotostrecke
Bildungsgipfel: Geschimpf und Geschacher

Fotostrecke
Stille statt Show: Wie Annette Schavan leise wenig bewirkt