"Viele meiner Freunde haben gefragt 'Warum Deutschland?' und nicht zum Beispiel Frankreich. Vor zehn Jahren habe ich schon einmal für eine kurze Zeit in Deutschland gelebt. Von meiner Zeit hier verspreche ich mir eine neue Art zu denken. Die Uni ist sehr gut, für mich eine neue Qualität der Bildung. Einige polnische Mitstudenten waren dann doch ein wenig neidisch, dass ich hier studieren darf, im Land der Dichter und Philosophen.
Ich liebe vor allem Berlin, die ganze Stadt ist so dynamisch. Hier ist alles möglich, es herrscht eine wahnsinnig große Kreativität, ohne Konventionen, die begrenzen. Ich habe auch schon in Ungarn und Frankreich gewohnt und kann darum vergleichen. Die Deutschen sind flexibler. Sie sind objektiv, ehrlich, man kann ihnen vertrauen.

Das Schwierigste war am Anfang, Freundschaften zu schließen. Alle waren nett zu mir, aber distanziert. Mittlerweile sind aber tiefe Freundschaften entstanden. In Polen herrscht bezüglich Deutschland das 'Lederhosen und Bratwurst'-Klischee - die Leute essen aber auch wirklich ständig Würste. Ansonsten sagt man den Deutschen ja Fleiß nach, auch das stimmt. Wenn sie arbeiten, dann arbeiten sie, und Punkt. Das imponiert mir.
Bürokratisch finde ich Deutschland nicht - wenigstens im Vergleich mit Polen. Ich mag auch die Sprache, sie ist sehr logisch aufgebaut, und ich finde es wertvoll, die Sprache meiner Nachbarn zu sprechen. Ich fühle mich unglaublich wohl und würde gerne noch ein Semester bleiben."
Protokolliert von Marie-Charlotte Maas
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik UniSPIEGEL | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Studium | RSS |
| alles zum Thema Auslandsstudium | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH