Globales Ranking: Welche Unis Akademiker am tollsten finden

Diesmal geht es nicht um die besten, sondern um die angesehendsten Unis der Welt: Das "Times"-Ranking kürt die Hochschulen mit dem größten Renommee. Auf den vorderen Plätzen landen die üblichen Verdächtigen, aber auch vier deutsche Unis schafften es in die Top 100.

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Absolventen der Harvard Medical School: Juhu, jeder kennt unsere Uni

Neuer Name, aber die alten Bekannten auf den Spitzenplätzen: Bei einer Sonderauswertung des weltweiten Hochschulranking des britischen Magazins "Times Higher Education" (THE) landeten die Harvard University und das Massachusetts Institute of Technology (MIT), beide in den USA, auf den vordersten Plätzen.

Bislang veröffentlichte das Magazin lediglich eine Rangliste, die die angeblich besten Hochschulen der Welt auflistet - berechnet aus mehreren Faktoren wie Forschungs-Output, Zitationen, Dozenten-Studenten-Verhältnis und dem internationalen Ruf der Hochschulen. In der aktuellen Sonderauswertung bewerten die Ranglistenmacher nur noch nach einem Kriterium: Sie zählen die Unis mit dem höchsten Ansehen auf. Die Liste heißt deshalb auch "World Reputaion Rankings" und 13.000 Akademiker aus 131 Ländern wurden der Zeitschrift zufolge dafür befragt.

In der Top Ten sind sieben US-Universitäten vertreten und in der Top 100 insgesamt 45. Ebenfalls unter den ersten zehn fanden sich Cambridge und Oxford in England, sowie die Universität Tokio. Nur bis zum 50 Platz sind die Hochschulen der Rangfolge nach aufgelistet. Ab dann folgen Zehner-Gruppen: Zehn Unis teilen sich die Plätze 51 bis 60, zehn weitere die Plätze 61 bis 70 - so geht es weiter bis 100.

International bekannt sind München, Berlin und Heidelberg

In die Top 100 schafften es nur vier deutsche Hochschulen: die LMU (Platz 48) und die TU in München (in der Gruppe zwischen Platz 61 und 70), die Humboldt-Universität in Berlin (71-80), die Uni Heidelberg (81-90).

Im vergangenen Jahr wurde das Ranking generalüberholt - neue Auswertungsmethode und neue Kooperationspartner zur Datenerhebung. Der Neustart war nötig geworden, weil herausgekommen war, dass die Rankings der vergangenen Jahre "nicht solide waren", wie der damals Verantwortliche sagte, der stellvertretende THE-Herausgeber Phil Baty. In Deutschland etwa habe sich das Ranking auf die Befragung von gerade mal 182 Wissenschaftlern gestützt - ein Geständnis, das für einige Aufregung sorgte an den Hochschulen und in der Fachwelt.

In einem Beitrag für die "Zeit" griff Baty damals indirekt auch die Firma QS an, die die Daten für das Ranking gesammelt hatte. QS widersprach damals den Vorwürfen Batys und rankt fröhlich weiter. Die Firma veröffentlichte ihre erste eigene eigenständige Rangliste, das QS World University Ranking 2010, im vergangenen Jahr.

Solche Ranglisten sind so folgenreich wie umstritten: Gute oder schlechte Platzierungen können an Universitäten zu starken Schwankungen der Bewerberzahlen führen - was die Finanzierung dort, wo hohe Studiengebühren fällig werden, direkt beeinflusst. Für Hochschullehrer ist der Ruf einer Hochschule ein Entscheidungsfaktor in ihrer Karriereplanung, und auch die Politik bleibt nicht unbeeinflusst von Ranking-Ergebnissen.

In Deutschland gibt es die Rankings seit gut 20 Jahren, einige internationale Rankings kommen hinzu. Wie die Leistungen in Forschung und Lehre erfasst, nach welchem Schema sie gewichtet werden, das ist für die Hochschulen von hoher Bedeutung.

otr

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insgesamt 14 Beiträge
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1. ...
Blaue Fee 11.03.2011
Zitat von sysopDiesmal geht es nicht um die besten, sondern um die angesehendsten Unis der Welt: Das "Times"-Ranking kürt die Hochschulen mit dem größten Renommé. Auf den vorderen Plätzen landen die üblichen Verdächtigen, aber auch vier deutsche Unis schafften es in die Top 100. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,750328,00.html
Aber nur meine Alma mater unter die Top 50? Da gibt es doch noch Raum zur Verbesserung.
2. Marketing
H. Hipper 11.03.2011
Die Öffentlichkeit sollte diese Rankings nicht allzu ernst nehmen, denn letztlich sind sie i.d.R weniger eine objektive Orientierungshilfe als ein Instrument des Marketings.
3. Guter Indikator
demophon 11.03.2011
Zitat von H. HipperDie Öffentlichkeit sollte diese Rankings nicht allzu ernst nehmen, denn letztlich sind sie i.d.R weniger eine objektive Orientierungshilfe als ein Instrument des Marketings.
Das sagen Sie vielleicht, weil Ihre Alma Mater in der Liste der rennomiertesten Unis gar nicht oder ganz unten auftaucht, denn so kann man die Meinung der 13.000 Akademiker aus 131 Ländern, die der Zeitschrift zufolge dafür befragt wurden, nicht abtun. Die Befragten wurden ja nicht dafür bezahlt, eine bestimmte Uni zu nennen. Bei den riesigen Qualitätsunterschieden der Universitäten weltweit, ist dieses Ranking schon ein guter Indikator, seine Uni global einzuordnen. Ich selbst habe an einer amerikanischen Uni (UCLA) studiert und kann deren verdiente höhere Einstufung gegenüber den bekannten deutschen Unis mit überfüllten Hörsälen, miserabler Student-Faculty ratio, stadtweit versprengter Uni-Gebäude statt Campus, usw. ganz und gar nachvollziehen.
4. Mann sind Sie toll...
.sagittarius. 12.03.2011
Zitat von demophonIch selbst habe an einer amerikanischen Uni (UCLA) studiert und kann deren verdiente höhere Einstufung gegenüber den bekannten deutschen Unis mit überfüllten Hörsälen, miserabler Student-Faculty ratio, stadtweit versprengter Uni-Gebäude statt Campus, usw. ganz und gar nachvollziehen.
, dass Sie an einer amerikanischen Uni studiert haben. Es gibt hierzulande auch genügend Unis, auf die ihre Kriterien zutreffen und überhaupt nicht in den Top 100 vertreten sind. Am besten einfach die kleineren und unbekannten Unis suchen, aber die sind ja unter Ihrer Würde. Man kann eben mit einer Top-gerankten Uni besser prahlen. Am Ende lernen Sie überall denselben Mist, oder eignen sich diesen privat an.
5. Schlechtes Abschneiden wg. Outsourcing von Forschung
huberrob 12.03.2011
Das schlechte Abschneiden deutscher Unis liegt auch daran, daß Forschung eben in großem Stil aus den Universitäten (Max Planck, Fraunhofer...) ausgelagert wurde. Innereuropäisch liegt Deutschland sehr wohl an der Spitze, wenn dies berücksichtigt wird: http://www.researchranking.org/index.php?action=ranking
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Das Times Higher Education Ranking erscheint in der Londoner Zeitung "Times Higher Education Supplement". Das Ranking basiert auf dem Ansehen von Hochschulen in der Fachwelt und bei Arbeitgebern. Auch spielen Zitationsraten, Betreuungsverhältnis von Lehrenden und Studierenden und der Anteil ausländischer Studierender und Dozenten eine Rolle.
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Die Jiao-Tong-Universität in Shanghai vergleicht Unis seit 2004 auf der Basis von sechs Indikatoren, die sich auf die Forschung konzentrieren. Neben Publikationen bringen Forscher und Alumni, die einen Nobelpreis oder einen wichtigen Mathematikpreis gewonnen haben, Punkte.
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