Glückliche Uni-Abbrecher: Mein Studium kann mich mal!
Wer Abitur hat, der muss studieren - oder doch nicht? Vier Ex-Studenten erzählen, warum sie ihr Studium geschmissen haben, um zu lernen, was sie glücklicher macht.
Wenn Franziska etwas anfängt, dann will sie es auch durchziehen. Sie ist nicht der Typ, der aufgibt. Als sie merkte, dass sie keinen Spaß mehr an ihrem Studium hat, machte sie einfach weiter. Schließlich wollte sie schon immer Grundschullehrerin werden.
Ihr Studium abzubrechen, kam für die 25-Jährige aus Niederbayern nicht in Frage. Erst kurz vor dem Staatsexamen kam die Einsicht, dass es so nicht weiter geht. Doch statt in ein anderes Fach, in ein anderes Studium oder eine andere Stadt zu wechseln, startete sie eine Ausbildung zur Floristin und merkte: Das passt viel besser zu mir.
Für viele Abiturienten ist es nach der Schule ein Automatismus: Mit der Hochschulreife gehe ich an die Hochschule, wohin sonst? Zwar wählten zuletzt fast 130.000 junge Menschen nach dem Abi den Weg in eine Berufsausbildung, doch mehr als eine halbe Million strömte an die Hochschulen - und wer erst einmal im Hörsaal sitzt, für den ist es umso schwerer, wieder umzusteuern.
Der Bruch im Lebenslauf, der Stempel "Studienabbrecher" - für viele Studenten, und oft auch für deren Eltern, kommt er einer Katastrophe gleich. Doch was sollen jene tun, denen selbstständiges Lernen, jede Menge grauer Theorie und unregelmäßige Arbeitszeiten nicht liegen?
Derzeit bringen fast 30 Prozent der Bachelor-Studenten ihren eingeschlagenen Studienweg nicht zu Ende. Besonders hoch sind die Abbrecherquoten bei den Ingenieuren und den Naturwissenschaftlern. Zu hohe Anforderungen, Geldsorgen und mangelnde Motivation. Zwei von drei Abbrechern sagen, sie wollen sich beruflich neu aufstellen.
Floristin Franziska hat ihre Entscheidung keine Sekunde bereut. Heute würde sie sich wünschen, sie hätte nicht so lange gezögert. "Ich hätte mir viel Zeit und Arbeit gespart, wenn ich mich früher getraut hätte, eine Ausbildung zu machen", sagt sie.
Hier erzählen vier Studienabbrecher, warum sie es an der Uni nicht mehr ausgehalten haben und warum eine Ausbildung derzeit besser zu ihnen passt. Klicken Sie auf die Überschriften, um zu den einzelnen Protokollen zu gelangen.
- 1. Teil: Mein Studium kann mich mal!
- 2. Teil: Franziska, 25, Floristin - "Im Studium war alles so verkopft"
- 3. Teil: Steffen, 28, Buchhändler - "Ich bin mit dem Lernen nicht klargekommen"
- 4. Teil: Vincent, 22, Zahntechniker - "Ich wollte etwas Konkreteres lernen"
- 5. Teil: Lukas, 21, Landschaftsgärtner - "Das Studium geht an der Realität vorbei"
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