Haushaltsentwurf: 1000 DAAD-Stipendien für ausländische Studenten bedroht

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Studenten in Magdeburg (Archivbild): Weniger Geld für DAAD-Stipendien Zur Großansicht
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Studenten in Magdeburg (Archivbild): Weniger Geld für DAAD-Stipendien

Die Bundesregierung will ab 2014 beim Deutschen Akademischen Austauschdienst sparen: 1000 Stipendien sowie Programme mit ausländischen Hochschulen müssten gestrichen werden - sowohl Grüne- als auch CSU-Abgeordnete sind entsetzt.

Aufregung beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD): Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung für das Jahr 2014 sieht massive Kürzungen in der Kultur- und Bildungspolitik im Ausland vor. Die Opposition spricht von mehr als 40 Millionen Euro, die in diesen Bereichen eingespart werden sollen.

Der Plan der Bundesregierung liegt SPIEGEL ONLINE vor. Demnach will das Auswärtige Amt (AA) einen Großteil des Geldes beim DAAD sowie bei der Förderung von Auslandsschulen einsparen. Dem DAAD drohen Kürzungen in Höhe von 16 Millionen Euro, den Auslandsschulen stehen Kürzungen in Höhe von 20 Millionen Euro bevor.

"Das ist sehr schmerzlich", sagte DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel. Die Kürzungen betreffen vor allem Stipendien für ausländische Studenten. Zuvor hatte der DAAD knapp 90 Millionen Euro für diese Projekte erhalten. Nun müssten, so Wintermantel, mindestens 1000 Stipendien für ausländische Studenten gestrichen werden. Zudem könnte der DAAD den deutschen Hochschulen weniger Gelder für die Betreuung ausländischer Studenten zahlen. Darüber hinaus sind, sagt Wintermantel, geplante Abkommen mit ausländischen Regierungen gefährdet, die Stipendien für deren Studenten sicherstellen sollten.

Opposition nennt Pläne "schizophren"

Laut Opposition ist das Auswärtige Amt mit diesen Plänen selbst nicht zufrieden. Dass das Amt den Kürzungen zugestimmt habe, wird in der Grünen-Fraktion als "schizophren" kommentiert. So wurde erst kürzlich im Bundestag ein Gesetz beschlossen, um die Finanzierung der Auslandsschulen zu sichern. "Mit den Kürzungen drohen nun Schließungen von Auslandsschulen", sagt der Grünen-Abgeordnete Sven-Christian Kindler.

Auch in der CSU stoßen die Pläne auf heftige Ablehnung: "Die vorgesehenen Kürzungen sind schlichtweg nicht akzeptabel. Das muss dringend wieder geändert werden", sagt Herbert Frankenhauser, CSU-Abgeordneter und stellvertretender Vorsitzender des Haushaltsauschusses. Eine Korrektur sei jedoch erst im neuen Bundestag nach der Bundestagswahl im September möglich.

Der DAAD versucht derzeit, mit dem AA zu verhandeln. "Wir tun, was wir können", sagt Wintermantel. Was die DAAD-Präsidentin noch nicht weiß: Auch das Bildungsministerium sieht im Haushaltsentwurf unter anderem Kürzungen beim DAAD vor. Knapp zehn Millionen Euro sollen im Bereich "Studenten- und Wissenschaftleraustausch sowie internationale Hochschul- und Wissenschaftskooperation" eingespart werden.

Der DAAD ist ein Zusammenschluss von 238 deutschen Hochschulen und 124 Studierendenschaften, er will das deutsche Hochschulsystem internationalisieren. Rund zwei Drittel seines Budgets - 407 Millionen im Jahr 2012 - kamen aus dem AA und dem Bildungsministerium.


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insgesamt 11 Beiträge
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1. Richtig so !
guentherprien, 28.06.2013
Wem es nicht passt, der kann ja selbst die Studenten sponsern. Dann mal los Herr Kindler, wenn die Grünen das als "schizophren" ansehen, dann wissen wir ja, was sie mit unseren Steuergeldern vorhaben !!!
2. Falscher Ansatz
henrik-flemming 28.06.2013
Zitat von sysopDPADie Bundesregierung will ab 2014 beim Deutschen Akademischen Austauschdienst sparen: 1000 Stipendien sowie Programme mit ausländischen Hochschulen müssten gestrichen werden - sowohl Grüne- als auch CSU-Abgeordnete sind entsetzt. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/haushaltsentwurf-2014-daad-stipendien-bedroht-a-908451.html
Wir müssen die Anzahl Stipendien für die DAAD erhöhen, aber dafür die Möglichkeit für nicht EU Ausländer (davon Ausgenommen Ausländer deren Eltern eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland haben bzw. anerkannte Flüchtlinge) DFG/BMBF Stipendien zu erhalten abschaffen. D.h. alle nicht-EU Ausländer, deren Eltern hier im Lande keine Aufenthaltsgenehmigung haben, bekommen entweder ein DAAD Stipendium, oder die müssen ihre Ausbildung hier im Lande selbst finanzieren.
3. Alt bekannte Maxime deutscher Politik
neutralix 29.06.2013
Viele unserer Studenten wissen nicht, wie sie ihr Studium finanzieren sollen und ein Teil der deutschen Politik hat nichts besseres zu tun, als sich um die Streichung von Stipendien für ausländische Studenten zu sorgen! Förderung fehlender Fachkräfte sollte erst einmal im eigenen Land betrieben werden. Aber diese Maxime wurde hierzulande ja schon auf mehreren Ebenen aufgegeben.
4. Beim DAAD sparen?
gegenstroemung 29.06.2013
Das kann doch wohl nicht wahr sein. Die Förderung internationaler Hochschulbeziehungen und ausländischer Spitzenstudenten ist die wichtigste Außenpolitik überhaupt. Deutschland ist auf dem besten Weg, sich international zu isolieren.
5. Ich fass es nicht....
slainte321 29.06.2013
40 Millionen ? Kürzungen für Auslandsstipendien.... und der Bund schafft es nicht mal , sich an deutschen Musikschulen mit 3 ? zu beteiligen.
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