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Wo Studenten studieren: Zu Hause ist's am schönsten

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Studenten an der Uni (Archiv): Ich wär' so gern daheim Zur Großansicht
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Studenten an der Uni (Archiv): Ich wär' so gern daheim

In der Bibliothek, der Mensa, der eigenen Wohnung: Wo studieren Studenten, wenn sie gerade nicht im Seminar sitzen? Hochschulforscher haben untersucht, wie viel Zeit die angehenden Akademiker auf dem Campus verbringen - und wo sie am liebsten lernen.

Der Wecker klingelt, der Himmel ist grau, der Abend war lang - soll ich jetzt wirklich in die Uni fahren? Oder vielleicht doch noch ein bisschen schlafen und mich dann hier an den Schreibtisch setzen? Andererseits: An der Uni tue ich vielleicht wirklich etwas. Hier stapelt sich der Abwasch, und die neue Folge "Game of Thrones" ließe sich streamen. Aber zur Uni ist es so weit...

Viele Studenten kennen solche Gedanken, vor allem, wenn sie selbst entscheiden können, ob, wie und wo sie lernen. Eine neue Studie, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, zeigt jetzt, die allermeisten finden: Zu Hause lernt es sich am schönsten. Nur eine Minderheit lernt lieber auf dem Campus als in der eigenen Wohnung, dem WG-Zimmer oder dem Studentenwohnheim. Allerdings kommt es darauf an, was im jeweiligen Studienfach üblich ist: So verbringen Juristen vergleichsweise viel Zeit in Uni-Bibliotheken, während Mediziner viel lieber zu Hause ihren Stoff durcharbeiten.

Für ihre Studie "Orte des Selbststudiums" haben die Forscher vom Hochschul-Informations-System (HIS) die Angaben von rund 8000 online befragten Studenten ausgewertet. Sie wollten herausfinden, wie viel Zeit die angehenden Akademiker außerhalb von Seminaren und Vorlesungen auf ihr Studium verwenden - und wo sie es tun. Das Ziel: Arbeitsplätze an Unis und Hochschulen besser planen zu können.

In einer typischen Uni-Woche, so zeigt es die Studie, investieren die Studenten im Schnitt 34,5 Stunden in ihr Studium, davon 16,5 Stunden in Seminare, Vorlesungen und Tutorien und 18 Stunden ins Selbststudium. Wie stressig das ist, darum geht es in der Studie nicht - dafür wäre die reine Stundenzahl auch kein vernünftiges Kriterium, wie Uni-Psychologen erst kürzlich schrieben.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:

  • Der wichtigste Lernort außerhalb der Lehrveranstaltungen ist für Studenten ihr Zuhause. Etwa zwei Drittel ihres Selbststudiums verbringen die Studenten dort, ein Drittel auf dem Campus - hier unterscheiden sich FH und Uni kaum, die einzelnen Fächer aber stark.
  • Wie viele Stunden die Studenten mit dem Studium außerhalb der Lehrveranstaltungen verbringen, das hat auch damit zu tun, ob sie an einer Fachhochschule oder einer Uni eingeschrieben sind. Die Uni-Studenten lernen etwa 20 Stunden pro Woche allein für sich oder in Lerngruppen und verbringen 15 Stunden in den Hörsälen und Seminarräumen - bei FH-Studenten ist es umgekehrt.

  • Über die Fächer hinweg schwankt der Anteil der Selbststudiumsstunden stark, die meiste Zeit außerhalb der Lehrveranstaltungen investieren angehende Juristen. Sie sind es auch, die besonders viel Zeit auf dem Campus verbringen; das gilt allerdings auch für künftige Ingenieure. Ähnlich ist es in Fächern wie Chemie, wo in höheren Semestern viel im Labor gearbeitet wird.
  • Wenn Studenten auf dem Campus lernen, dann am liebsten in der Bibliothek: Vier Stunden verbringen Uni-Studenten pro Woche dort, FH-Studenten nur etwas mehr als anderthalb Stunden. Die meiste Zeit verbringen auch hier die Juristen.
  • Je enger das Lernkorsett, je voller die Stundenpläne, desto mehr freie Zeit verbringen Studenten auf dem Campus.
  • Natürlich hängt die Zeit auf dem Campus auch von der Studienphase ab: In höheren Semestern haben Studenten mehr Freiräume, sich ihre Zeit einzuteilen.
  • Die Studienautoren vermuten, dass Studenten mit Job insgesamt weniger Zeit für ihr Studium aufwenden und in der Folge auch weniger Zeit zum Lernen auf dem Campus verbringen.

Wenig überraschend sind die Gründe für das Lernen auf dem Campus: Viele Studenten wollen mehrstündige Pausen zwischen zwei Seminaren gern sinnvoll nutzen. Auch finden sie auf dem Campus schneller die Bücher, die sie brauchen. Und, ganz banal, viele Studenten pflegen an der Hochschule ihre Freund- und Bekanntschaften.

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1.
+.+ 03.06.2013
---Zitat--- Über die Fächer hinweg schwankt der Anteil der Selbststudiums-Stunden stark, die meiste Zeit außerhalb der Lehrveranstaltungen investieren angehende Juristen. Sie sind es auch, die besonders viel Zeit auf dem Campus verbringen; das gilt allerdings auch für künftige *Ingenieure*. Ähnlich ist es auch in Fächern wie Chemie, wo in höheren Semestern viel im Labor gearbeitet wird.[/url] ---Zitatende--- Das kann ich bestätigen, die Vorlesungen dienten meist dazu sich grob einen Überblick zu verschaffen, richtig verstehen kommt erst wenn man den Stoff selbst nachliest/nachrechnet/nachprogrammiert/durchsimuliert..... Daher ist meiner Meinung nach so etwas wie Pflichtanwesenheit (von der ich Gottseidank größtenteils verschont wurde) der größte Humbug - wenn man halt mal nicht in der VL steht ja alles im Skript oder man kann mit den Kommilitonen drüber reden.
2.
tbxi 03.06.2013
Außerdem bekannt: zuhause tut man sich oft schlechter, wegen Ablenkung. Die gibt's in der Bibliothek nicht, dafür monotonisches Leuchtstoffröhrenlicht mit dem man die Zeit schnell vergessen kann.
3.
HarrySe 03.06.2013
Ich kann mich in der Bibliothek nicht konzentrieren, weil ständig irgendwer vorbeiläuft und ich automatisch hochgucke. Außerdem ist die Motivation erstmal in die Bib zufahren immer ein Hürde. In meiner Wohnung kann ich mich einfach an den Schreibtisch setzen, aussehen wie ein Penner, nebenbei essen und trinken und los gehts. Aber da hat jeder seine Methoden.
4.
vitalik 03.06.2013
Zitat von HarrySeIch kann mich in der Bibliothek nicht konzentrieren, weil ständig irgendwer vorbeiläuft und ich automatisch hochgucke. Außerdem ist die Motivation erstmal in die Bib zufahren immer ein Hürde. In meiner Wohnung kann ich mich einfach an den Schreibtisch setzen, aussehen wie ein Penner, nebenbei essen und trinken und los gehts. Aber da hat jeder seine Methoden.
So sehe ich das auch. Eine halbe Stunde zur Uni und dann noch mal zurück nach Hause und schon ist eine Stunde hin. Zwar würde ich in der Stunde nichts snnvolles machen, aber naja.
5.
j.jefferson 03.06.2013
--Zitat--Wenn Studenten auf dem Campus lernen, dann am liebsten in der Bibliothek: Vier Stunden verbringen Uni-Studenten pro Woche dort--Zitatende-- 4 Stunden pro Woche in der Bibliothek? Ich würde schätzen dass Wirtschaftsingenieure der TUD 4h pro TAG in der Bibliothek oder sonst. Einrichtungen verbringen!
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