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Hochschulen: Jeder vierte Student klagt über überfüllte Hörsäle

Überfüllter Hörsaal in Halle (Archivbild): 27 Prozent der Studenten kennen das Problem Zur Großansicht
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Überfüllter Hörsaal in Halle (Archivbild): 27 Prozent der Studenten kennen das Problem

Die Luft ist schlecht und die Beine schmerzen vom Stehen: 27 Prozent der Studenten müssen regelmäßig in dicht besetzten Hörsälen und Seminarräumen lernen. An Unis ist die Situation schlimmer als an Fachhochschulen.

Sie sitzen auf dem Boden, lehnen sich an die Wand oder stellen sich Stühle vor die offene Tür: Mehr als jeder vierte Student (27 Prozent) hat mit überfüllten Lehrveranstaltungen zu kämpfen. Das geht unter anderem aus dem Studienqualitätsmonitor 2012 hervor, einer Online-Umfrage des HIS-Instituts für Hochschulforschung.

Besonders schlimm ist die Platznot demnach an Universitäten. Dort sitzt fast jeder Dritte (32 Prozent) regelmäßig in übervollen Vorlesungen und Seminaren. An den Fachhochschulen kennen hingegen nur 15 Prozent der Studenten das Problem.

Für die Studie wurden im Sommersemester 2012 rund 49.000 Studenten befragt. Trotz einer eher geringen Rücklaufquote von elf Prozent ist die Studie repräsentativ. Im Großen und Ganzen ergab die Umfrage ein positives Bild: So sind die meisten deutschen Studenten (61 Prozent) mit den Studienbedingungen an ihren Hochschulen zufrieden oder sogar sehr zufrieden.

Die Details zeigen jedoch: Nicht nur die Platznot in den Hörsälen und Seminarräumen sorgt bei vielen Studenten für Stress. Zwei Drittel (67 Prozent) klagen auch über Zeitdruck: Es sei ihnen nicht möglich, einen Auslandsaufenthalt zu machen und trotzdem in der Regelstudienzeit zu bleiben. Dieses Problem ist an Unis ebenfalls ausgeprägter: 70 Prozent der Uni-Studenten beschweren sich darüber, von den FH-Studenten waren es 61 Prozent.

Zumindest der Ärger mit vollbesetzten Räumen wird sich so schnell allerdings nicht ändern: Die Studentenzahl insgesamt hatte im Wintersemester 2012/13 einen neuen Höchststand erreicht. Rund 2,5 Millionen Studenten waren an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 waren noch 1,9 Millionen Menschen in Deutschland immatrikuliert, zehn Jahre später waren es bereits 2,4 Millionen - laut Statistischem Bundesamt ein Anstieg um 27 Prozent.


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lgr/dpa

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1. Tja
lini71 05.08.2013
Zitat von sysopDPADie Luft ist schlecht und die Beine schmerzen vom Stehen: 27 Prozent der Studenten müssen regelmäßig in dicht besetzten Hörsälen und Seminarräumen lernen. An Unis ist die Situation schlimmer als an Fachhochschulen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/hochschulen-jeder-vierte-student-sitzt-in-ueberfuellten-hoersaelen-a-914872.html
Wenn ich mich in die Hochschule begebe, die warum auch immer hip ist, muss ich mich wundern.. Wer im "nahem Osten" studiert hat Platz und tolle Hochschulen...
2. Die Lösung ist einfach:
experiencedsailor 05.08.2013
Alle Mitarbeiter des Bildungsministeriums und die Rektoren der Universitäten einmal in die Schweiz an die Uni St. Gallen und die ETH fahren. Dort zuhören und lernen. Und zurück in Deutschland das Gelernte umsetzen.
3. Zu viele Masterbewerber
r_w 05.08.2013
Wenn Medien und Arbeitsmarkt den Bachlor-Absolventen immer vorhalten, was sie alles nicht können, braucht man sich nicht wundern, wenn jeder einen Master machen will. Es geht auch anders, siehe USA, dafür fehlt in Deutschland aber die Einsicht.
4. ...
ralph.behr 05.08.2013
Zitat von lini71Wenn ich mich in die Hochschule begebe, die warum auch immer hip ist, muss ich mich wundern.. Wer im "nahem Osten" studiert hat Platz und tolle Hochschulen...
Bitte lesen sie mal die Bildunterschrift. Wichtiger ist es wohl keines der hippen Fächer zu studieren. Habe noch von keinem Physiker gehört, der sich in überfüllten Hörsälen bewegt hätte.
5. Vorschlag
Schäfer 05.08.2013
Zitat von sysopDPADie Luft ist schlecht und die Beine schmerzen vom Stehen: 27 Prozent der Studenten müssen regelmäßig in dicht besetzten Hörsälen und Seminarräumen lernen. An Unis ist die Situation schlimmer als an Fachhochschulen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/hochschulen-jeder-vierte-student-sitzt-in-ueberfuellten-hoersaelen-a-914872.html
Das sind dann etwa 12,5%, wenn also 3 von 4 Studenten und 4 von 4 Studentinnen überfüllte Hörsäle nicht für einen Grund zum Klagen halten. Mag sein, dass jemand darin einen Handlungsbedarf sieht, aber in der U-Bahn sieht es oft genauso aus. Man könnte dem begegnen, indem man Leerstände eliminiert (Semesterferien, Nächte, Wochenenden) und die Studenten möglichst zeitlich gleich verteilt.
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