Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Neues Hochschulranking: Such dir deine Uni

Von

Individuelles Hochschulranking: Mein Fach, mein Land, meine Uni Fotos
REUTERS

Wo studiert es sich am besten? Die EU-Kommission stellt vollmundig das "größte Hochschulranking der Welt" vor. Doch klare Sieger liefert sie nicht - und nur maue Infos über Unis außerhalb Europas.

Wenn alles möglich wäre, keine Stadt zu fern und kein Aufnahmekriterium zu hart: Wo würde ein angehender BWL-Student, der weltweit nach einem Studienplatz sucht, die besten Bedingungen vorfinden?

Das neue Hochschulranking U-Multirank versucht jetzt, diese Frage zu beantworten. Seit Dienstagmittag ist die Seite online. Wie bei der Suche nach einer Urlaubsunterkunft sollen die Nutzer in einer Suchmaske ihre persönlichen Präferenzen angeben und so die Ergebnisse eingrenzen. Von der groben Suche (Welches Fach interessiert dich?) bis hin zu der Feinauswahl (Schließen die Bachelor-Studenten in der Regelstudienzeit ab?), sollen sich Studieninteressierte so bis zu ihrer Wunsch-Uni durchklicken können.

"Eine der Stärken ist die Tatsache, dass Nutzer selbst entscheiden können, welche Indikatoren wichtig sind und ihr eigenes Ranking erstellen können", sagte EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou.

"U-Multirank ist das größte Hochschulranking der Welt", sagt Franz van Vught vom niederländischen Forschungszentrum Center for Higher Education Policy Studies. 850 Hochschulen aus 74 Ländern wurden untersucht, alle Kontinente sind darunter, doch der Schwerpunkt liegt auf Europa: Alle EU-Staaten sind mit Hochschulen vertreten, Deutschland mit 63. Dabei ist U-Multirank laut eigener Aussage das erste internationale Ranking, das alle Typen von Hochschulen berücksichtigt: Universitäten, Fachhochschulen und auch Privathochschulen.

Master in den USA? Die Seite hilft nicht so richtig

Allerdings ist die Endauswahl noch begrenzt: Sucht man nach einem Bachelor in BWL, an einer Uni in den USA mit internationaler Ausrichtung, spuckt die ansonsten nutzerfreundliche Seite aus: nichts. Keine große Hochschule in den Vereinigten Staaten, die international aufgestellt ist, bietet einen Business-Bachelor an? Und einen Master in Sozialwissenschaften, Wirtschaft oder Jura bietet nur die University at Buffalo an? Obgleich der Fächerfokus in diesem ersten Jahr auf Maschinenbau, Elektro- und Informationstechnik, Physik und Betriebswirtschaft liegt?

So wenig wie das Ranking den Anspruch auf eine große Auswahl erfüllt, gibt es einen Gesamtsieger, eine beste Uni oder eine Rangliste der hundert besten Hochschulen. Vielmehr werden einzelne Bereiche - 31 Indikatoren insgesamt - in fünf Notenstufen von A ("sehr gut") bis E ("schwach") bewertet.

In Deutschland haben unter anderem die TU München, die Universität Witten/Herdecke, die Uni Erlangen, die Berliner Humboldt-Uni, die Universität des Saarlandes und die Jacobs University in Bremen in mehreren Bereichen gut abgeschnitten.

Deutsche Hochschulen schneiden dem Ranking zufolge besonders gut ab in den Bereichen "Veröffentlichung von Forschungsergebnissen", "Einwerbung von Drittmitteln" und "Co-Publikationen mit Partnern aus der Industrie". Eher schlecht schneidet Deutschland hingegen ab in den Bereichen "Abschlussraten" und "Abschlüsse in der Regelstudienzeit".

Auffällig sei dabei die extreme Bandbreite zwischen Stärken und Schwächen: Diese Diversität der Hochschulen sei noch in keinem anderen internationalen Ranking sichtbar geworden, teilt das an dem Ranking beteiligte Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) mit. So landeten zwar 90 Prozent der untersuchten Hochschulen zumindest mit einem Indikator in der Spitzengruppe, allerdings würden nur 12 Prozent der untersuchten Hochschulen, also ungefähr hundert, über die gesamte Breite sehr gut abschneiden.

Heftige Kritik an Rankings

Das unabhängige Ranking wurde von der EU-Kommission finanziert und von einer internationalen Forschergruppe druchgeführt, vor allem aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Um an dem Ranking teilzunehmen, konnten sich die Hochschulen selbst registrieren. Zusätzlich haben die Forscher darauf geachtet, die 500 forschungsstärksten Hochschulen der Welt mitaufzunehmen. Die Daten stammen aus unterschiedlichen Quellen: von den Hochschulen selbst, aus öffentlich zugänglichen Datenbanken sowie aus einer der größten internationalen Studentenbefragung.

Hochschulrankings gibt es viele, auch die Kritik ist immer wieder groß: Die Ranglisten hätten nur die großen und forschungsstarken Universitäten im Blick, lautet ein Argument. Sie verließen sich zu stark auf die Reputation einzelner Hochschulen, die zudem nur von einer kleinen Gruppe Wissenschaftlern bestimmt wird, lautet ein anderes. So räumte der Macher des bekannten "Times" Ranking, Phil Baty, vor einigen Jahren ein, dass die bisherigen Ranglisten praktisch wertlos waren - viel zu wenig Hochschullehrer seien befragt worden, um substanzielle Ergebnisse zu erhalten.

Auch um dieser Kritik zu begegnen, nutzt U-Multirank eine andere Methode und errechnet keinen Gesamtwert. Ganz neu ist jedoch auch das nicht. Der Ansatz ähnelt dem des jährlichen CHE-Hochschulranking, das laut CHE "umfassendste und detaillierteste Ranking deutscher Universitäten und Fachhochschulen". Auch dieses Ranking bezeichneten einige deutsche Forscher in Vergangenheit als subjektiv und unseriös; mehrere Hochschulen, Fachbereiche und Institute boykottierten es deshalb in den vergangenen Jahren sogar.

Diese 25 US-Unis sollte man sich sparen

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 17 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Nicht viel Infos...
hobbyleser 13.05.2014
Zitat von sysopREUTERSWo studiert es sich am besten? Die EU-Kommission stellt vollmundig das "größte Hochschulranking der Welt" vor. Doch klare Sieger liefert sie nicht - und nur maue Infos über Unis außerhalb Europas. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/hochschulranking-u-multirank-bewertet-die-besten-unis-der-welt-a-969004.html
wirklich schlau wird man aus dem Artikel jetzt aber auch nicht. Der Ansatz scheint doch plausibel zu klingen und ist zumindest seriöser als die Marketing-und-Selbstbeweihräucherungs-Industrie der US-Unis. Studierende haben eben unterschiedliche Ansprüche und finanzielle Möglichkeiten, deswegen sind Unis nicht einfach in ein monokausales Raking zu pressen.
2. Unbrauchbar
catcargerry 13.05.2014
Zitat von sysopREUTERSWo studiert es sich am besten? Die EU-Kommission stellt vollmundig das "größte Hochschulranking der Welt" vor. Doch klare Sieger liefert sie nicht - und nur maue Infos über Unis außerhalb Europas. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/hochschulranking-u-multirank-bewertet-die-besten-unis-der-welt-a-969004.html
Ich habe mir einmal die Liste Deutschland für meinen Bereich angesehen. Die Bewertung ist ziemlich besemmelt, haben sich wieder die Schaumschläger in Szene gesetzt. Wichtige und gute Unis fehlen.
3. Da fehlen ja Unis
Jay's 13.05.2014
zB Bochum (RUB). Auch sehe ich kein Overall Ranking. Weiterhin spielt es eine Rolle, was man studiert. Wenn man Agrarwirtschaft oder Vet Medizin in den USA studieren will, geht man zB nach UC Davis. Wenn man Chemie studieren will, ist UC Santa Barbara angesagt. Ich halte Statistiken wie auf der Seite fuer nicht relevant fuer Studenten.
4. Sehr Deutsch Zentriert
henrik-flemming 13.05.2014
An den meisten Unis ausserhalb Deutschlands gibt es keinen Master Abschluss. Das ist eine typische Deutsche Errungenschaft, dass alle Studies einen Master haben müssen, sozusagen dass alle Studienabsolventen in Deutschland von der Meisterklasse sein müssen. Deutsche Überheblichkeit? In anderen Staaten wird, das was in den deutschen Master eingeht auf der Bachelor-Ebene angeboten. So schliessen ca. 80% der Briten ihr Studium mit einem Bachelor ab und 15% mit einem Doktor. Nur 5% haben einen Master.
5. Sehr seltsam
henrik-flemming 13.05.2014
Fällt einem auf, dass gerade in Grossbritannien, die wichtigen Unis ausgelassen wurden: Manchaster, Imperial London, Southhampton, Bristol, Glasgow Strathclyde. Nur diejenigen Unis, an denen es deutsche Professoren gibt (Newcastle-upon-Tyne) wurden ins Ranking aufgenommen…
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Das andere Ranking: Die besten Uni-Tassen

Fotostrecke
Elite-Unis: So sehen Sieger und Verlierer aus
Die wichtigsten Rankings im Überblick
Das Times Higher Education Ranking
Das Times Higher Education Ranking erscheint in der Londoner Zeitung "Times Higher Education Supplement". Das Ranking basiert auf dem Ansehen von Hochschulen in der Fachwelt und bei Arbeitgebern. Auch spielen Zitationsraten, Betreuungsverhältnis von Lehrenden und Studierenden und der Anteil ausländischer Studierender und Dozenten eine Rolle.
Ranking der Shanghai Jiao Tong University
Die Jiao-Tong-Universität in Shanghai vergleicht Unis seit 2004 auf der Basis von sechs Indikatoren, die sich auf die Forschung konzentrieren. Neben Publikationen bringen Forscher und Alumni, die einen Nobelpreis oder einen wichtigen Mathematikpreis gewonnen haben, Punkte.
Professional Ranking of World Universities
Professional Ranking of World Universities, etabliert 2007 von der École Nationale Supérieure des Mines in Paris. Kernkriterium ist die Zahl der Alumni, die in den 500 Top-Industrieunternehmen der Welt eine Führungsposition bekleiden.

Fotostrecke
Ranking: Die besten Studentenstädte der Welt