Kampf um den Titel: Koch-Mehrin klagt gegen Doktorentzug

Silvana Koch-Mehrin bleibt uneinsichtig: Die FDP-Europapolitikerin klagt nun vor dem Karlsruher Verwaltungsgericht gegen die Aberkennung ihres Doktorgrades. Zuvor hatte die Uni Heidelberg ihren Widerspruch gegen die Entziehung des Titels zurückgewiesen.

FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin (Archivbild): Nächste Runde vor Gericht Zur Großansicht
dapd

FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin (Archivbild): Nächste Runde vor Gericht

Die Uni hatte ihren Widerspruch abgelehnt, nun geht sie vor Gericht: Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin klagt gegen die Aberkennung ihres Doktortitels. Die Klage gegen die Universität Heidelberg sei am Mittwoch eingegangen, teilte das Verwaltungsgericht Karlsruhe mit (Az. 7 K 3335/11).

Der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät der Uni Heidelberg hatte Koch-Mehrin ihren Doktortitel im Juni entzogen. Er war der Überzeugung, dass ihre Dissertation "in substantiellen Teilen" aus Plagiaten bestehe. Die Europa-Politikerin hatte dagegen versichert, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse ihrer Arbeit auf ihrer eigenen Leistung beruhten und kämpft bereits seit Monaten darum, ihren Doktorgrad zurückzuerhalten.

Einen von Koch-Mehrin im Juli eingereichten Widerspruch gegen die Entziehung des Doktortitels hatte die Universität am Freitag zurückgewiesen.

Wegen der Plagiatsvorwürfe hat die ehemalige FDP-Spitzenpolitikerin bereits im Mai alle Parteiämter niedergelegt und war als Vizepräsidentin des EU-Parlaments zurückgetreten. Zudem zog sie sich aus dem EU-Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie zurück. Eine Niederlegung ihres Abgeordnetenmandats lehnte sie allerdings ab.

Ob und wann es zu einer Verhandlung kommt, steht noch nicht fest.

seh/dpa/dapd

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insgesamt 129 Beiträge
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1.
kdshp 14.12.2011
Zitat von sysopSilvana Koch-Mehrin bleibt uneinsichtig: Die*FDP-Europapolitikerin klagt nun* vor dem Karlsruher Verwaltungsgericht gegen die Aberkennung ihres Doktorgrades. Zuvor hatte die Uni Heidelberg ihren Widerspruch gegen die Entziehung des Titels zurückgewiesen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,803787,00.html
Hallo, dann sollte sie aber auch verurteilt werden wenn die richter das wie die uni sehen! Und der FDP bringt das sicherlich keine punkte!
2. Niederlagen...
BlakesWort 14.12.2011
Versuchen kann sie es, aber die Belege sind doch allzu deutlich. Dass sie sich aus den Ämtern zurück gezogen hat, ist den meisten wohl nicht aufgefallen, da sie vielerorts eher mit Abwesenheit und mangelnder fachlicher Kompetenz glänzte. Ich wünschte man könnte sagen, eine intellektuelle Frau wurde abgesägt. Leider sieht die Wahrheit wohl so aus, wie sie sich gerade darstellt.
3. Nicht daß
Foul Breitner 14.12.2011
ich was dagegen hätte, wenn jemand klagt. Im Gegenteil. Aber eine Spitze kann ich mir nicht verkneifen. Fürs Klagen hat SKM ja auch Zeit - das Wahlkreisbüro scheint ja nach panorama-Bericht nur eine Art Briefkastenfirma zu sein, damit von der Wahlkreispauschale genug auf dem eigenen Konto bleibt.
4. Genug Zeit hat sie ja
mascha1234 14.12.2011
Zitat von sysopSilvana Koch-Mehrin bleibt uneinsichtig: Die*FDP-Europapolitikerin klagt nun* vor dem Karlsruher Verwaltungsgericht gegen die Aberkennung ihres Doktorgrades. Zuvor hatte die Uni Heidelberg ihren Widerspruch gegen die Entziehung des Titels zurückgewiesen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,803787,00.html
im Europaparlament lässt sie sich ohnehin nicht sehen und streicht nur das Geld ein. Da kann man sich dann um andere Dinge kümmern, zB zum Anwalt zu rennen.
5. Für zu leicht befunden
Brand-Redner 14.12.2011
Zitat von sysopSilvana Koch-Mehrin bleibt uneinsichtig: Die*FDP-Europapolitikerin klagt nun* vor dem Karlsruher Verwaltungsgericht gegen die Aberkennung ihres Doktorgrades. Zuvor hatte die Uni Heidelberg ihren Widerspruch gegen die Entziehung des Titels zurückgewiesen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,803787,00.html
Zunächst was Positives: Frau SKM liegt mit ihrem Verhalten voll auf der Linie ihrer Partei - Motto: Nur keinen Fettnapf auslassen! Doch was will man auch erwarten?! Offensichtlich war die Gute nicht nur mit der _eigenständigen_ Anfertigung einer Dissertation überfordert (scheint eine Politikerkrankheit zu sein); auch ihr einfachstes Rechtsverständnis lässt zu wünschen übrig! Sonst wüsste sie, dass die meisten Gesetze und Spielregeln in Deutschland auch für Politiker gelten und dass die Beibehaltung eines unrechtmäßig erworbenen Doktorgrades _nicht_ unter die verfassungsmäßige Immunität oder Indemnität von Abgeordneten fällt! Ander aber ist ihre peinliche Empörung, ihr geradezu infantiler Trotz kaum noch zu erklären.
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