Hunde-Therapie auf dem Campus: Streicheln gegen Prüfungsstress
Prüfungen, Erfolgsdruck, Zeitnot: Vor Weihnachten stehen viele Studenten in Nordamerika kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Zur Entspannung holen sich einige Unis jetzt junge Hunde auf den Campus. Auch eine deutsche Uni bietet ein bisschen Streicheltherapie - allerdings eher unfreiwillig.
Sie kommen, um zu beruhigen: Ein Golden Retriever, ein Dalmatiner, ein Bernhardiner, zwei Shelties, ein Labradoodle und ein Papillon - alle jung und verspielt - verbrachten die vergangenen drei Tage jeweils für ein paar Stunden an der Dalhousie Universität in Kanada. Die Aktion soll den stressgeplagten Studenten in der vorweihnachtlichen Prüfungsphase ein bisschen Entspannung bringen.
Und die ist offenbar nötig: 450 Studenten kamen bereits am ersten Tag in den Kuschelraum, sagt der Initiator Michael Kean. Die meisten blieben fünf bis zehn Minuten, einige sogar bis zu einer halben Stunde. "Alle reagierten positiv", sagt Michael. "Sie spielten mit den Hunden und unterhielten sich. Natürlich ist das nicht die Lösung gegen Stress, aber es ist eine gute Möglichkeit, mal für ein paar Minuten vom Lernen zu entspannen."
Michael, 21, weiß, wovon er spricht. Dem Studenten der Umweltwissenschaften stehen in den kommenden fünf Tagen vier Klausuren bevor. Stress pur also. Zufällig hatte er von ähnlichen Aktionen an anderen kanadischen Universitäten gehört: Junge Hunde werden auf den Campus gekarrt, um die Studenten mal ein paar Minuten vom Schreibtisch wegzulocken. Das Streicheln und Spielen mit den Tieren soll die Prüflinge vor Nervenzusammenbrüchen und Depressionen bewahren.
"Studenten wollen in ihrem Fach die Besten sein"
Super Sache, fand Michael und schlug seiner Uni die Idee vor. Das Studentenwerk stellte sofort einen Raum zur Verfügung. Die Hunde wurden von der Organisation "Therapeutische Pfoten Kanadas" gebracht, die ehrenamtlich mit Hunden in Krankenhäuser und Schulen fährt, um Menschen in Stress-Situationen zu beruhigen und aufzuheitern. Hunde werden in vielen Bereichen als Therapietiere eingesetzt. Studien haben gezeigt, dass der Umgang mit ihnen Blutdruck senkend und Stress abbauend wirkt und allgemein das Befinden verbessert.
"Studenten stehen heute unter einen enormen Druck", sagt Lindsay Dowling vom Studentenwerk der Dalhousie Universität. "Sie wollen die Besten in ihrem Fach sein, um hinterher einen tollen Job zu ergattern - nicht leicht bei der derzeitigen Arbeitsmarktsituation."
Auch sonst ist die Uni in Sachen Stressreduktion vorbildlich: Es gibt ein rund um die Uhr geöffnetes Arbeitszimmer mit kostenlosen Snacks und Kaffee, ein Wellness-Zimmer, wo man Yoga, Meditation oder einfach ein kurzes Nickerchen machen kann. Zudem stehen ständig Berater bereit, um bei Prüfungsstress und Panik erste Hilfe zu leisten. Die Hunde-Idee, bislang vor allem in Kanada und den USA populär, hat weltweit Interesse geweckt: "Wir hatten Anfragen aus der ganzen Welt zu unserer Aktion", sagt Dowling.
"Campus Cat" in Augsburg
Aus Deutschland sind derartige Aktionen noch nicht bekannt, doch akademische Tierliebe gibt es auch hier durchaus. Die Universität Augsburg zum Beispiel hat neben ihren mehr als 18.000 Studenten auch eine Campuskatze, die mittlerweile sogar eine kleine Berühmtheit geworden ist. Die rote Katze streunt auf dem Campus herum, lässt sich von Studenten streicheln und hat sogar eine eigene Facebook-Seite.
Ihr vielleicht größter Fan ist Akilnathan Logeswaran. Der BWL-Student kennt die "Campus Cat" schon lange. Während seiner Prüfungsvorbereitungen in diesem Frühjahr saß das Tier Tag für Tag auf einem Holzsteg bei der Bibliothek und ließ sich von Studenten streicheln. "Das wurde fast schon Routine und hat jedem ein bisschen den Stress genommen", erzählt der 24-Jährige.
Akilnathan richtete daraufhin im Sommer eine Facebook-Seite für die Katze ein. "Zunächst nur mit zwei Fotos, die ich am selben Tag geschossen hatte", sagt er. Mittlerweile erreichen ihn wöchentlich mehrere E-Mails mit Fotos der Katze, oft friedlich schlummernd in den Armen von Studenten. Uni-Sprecher Klaus Prem legt Wert darauf, dass die "Campus Cat" kein Streuner ist, sondern "eine völlig normale und liebevoll versorgte Hauskatze" aus dem Uni-Viertel. Die Besitzerin sei ihm seit vielen Jahren wohlbekannt.
lgr/dpa
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- Freitag, 07.12.2012 – 13:00 Uhr
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Alarmierend ist der TK zufolge die hohe Zahl von Burnout-Patienten. 2008 sind demnach "ausgebrannte" Berufstätige fast zehn Millionen Tage krankgeschrieben worden. Damit fehlten rund 40.000 Menschen das ganze Jahr über am Arbeitsplatz. Dies entspricht einer Zunahme von 17 Prozent verglichen mit 2003.
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