Kinder-Uni im Netz: Fernstudium für Knirpse

Vorlesungen für Kinder haben sich an vielen deutschen Hochschulen als echter Renner entpuppt. In Heidelberg ist jetzt die erste Kinder-Uni ins Internet gegangen. Neugierige Schüler können dort zum Beispiel erfahren, warum Blut rot ist oder wie Gummibärchen entstehen. Auch eine Kinder-Redaktion mischt mit.

Schädel-Vorlesung (in Hannover): In Zukunft auch im Internet
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Heidelberg - Die erste Kinder-Uni im Netz ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Heidelberg und der Rhein-Neckar-Zeitung. Im Oktober starteten die Initiatoren ihr Kinderprogramm zunächst mit vier Vorlesungen an der Heidelberger Universität, die mehr als 800 Kinder besuchten.

Die kleinen Studenten erfuhren von den Professoren, warum Blut rot ist, Gummibärchen lecker und gesund sein können, was Fossilien zu erzählen haben und wie die alten Griechen die Schrift erfanden. Doch natürlich gab es auch Kinder, Geschwister und Eltern, die nicht dabei sein konnten. So musste etwas Beständiges her für alle, die Wissenschaft am liebsten kinderleicht erklärt bekommen - eine "Kinder-Uni im Netz".

Die Knirpse wollen bei Laune gehalten werden

Die Idee der Kinder-Uni ist mittlerweile in Deutschland weit verbreitet. Es begann in Tübingen vor knapp zwei Jahren, nun sind auch erste Bücher sind bereits unter diesem Motto erschienen. Hochschulen, Lehrer und Eltern staunten, wie gut echte Vorlesungen bei den Mini-Akademikern ankommen. Und mitunter staunen die Professoren, wie schwierig es ist, das quirlige Publikum bei Laune zu halten und mitzureißen. "Leicht ist schwer", musste beispielsweise ein Berliner Philosoph kürzlich feststellen, als seine erkenntnistheoretischen Exkurse im Lärm von 1200 Grundschülern nahezu untergingen.

Mini-Akademiker (in Münster): Mitunter segeln die Papierflieger tief
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Diese Gefahr droht im Internet nicht. Im bundesweit bislang einmaligen Projekt hat die Heidelberger Universität die Inhalte aller Vorlesungen für Kinder aufbereitet und illustriert zu finden. Ergänzt werden die Beiträge durch Hintergrundinformationen, die ein Erwachsenen-Team zusammenstellt. Die Redakteurin Kirsten Baumbusch, der Naturwissenschaftler Stefan Zeeh und die Kinderbuchautorin Andrea Liebers liefern zu den Artikeln Porträts über Forscher sowie Interviews und Lexikon-Links zu den Themen der Vorlesungen.

Außerdem wirkt an der Internetplattform eine Redaktion von Jungen und Mädchen mit. Für ihre Altersgenossen leuchten sie bestimmte Aspekte der Themen aus, die in den Vorlesungen behandelt werden. Die Kinder-Redaktion berichtet zum Beispiel, ob es heute noch lebende Fossilien gibt, was eine Blutbank ist, was genau eigentlich bei einem Mückenstich passiert und ob es auch vegetarische Gummibärchen gibt.

Kinder-Uni (in Erfurt): Quirliges Publikum
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Der Wissens-Kosmos des Erwachsenen- und Kinder-Teams ist für alle Interessierten im Netz frei zugänglich. Doch es gibt auch einen Part, der exklusiv den Acht- bis Zwölfjährigen vorbehalten ist. Im Forum ist zunächst eine Anmeldung notwendig, dann erhalten die kleinen Studenten eine Art Matrikelnummer und ein Passwort. Fragen, Anregungen und Kritik sind in diesem interaktiven Teil der Netz-Uni ausdrücklich erwünscht.

Im Forum können die Studenten außerdem an Schreibworkshops zu den Themen teilnehmen. Hier sollen die Kinder ihr frisch erworbenes Forscher-Wissen in spannende Geschichten umsetzen. Mögliche Themen sind zum Beispiel "Ein Tag im Land der Dinosaurier" oder "Alarm im Körper: Ein Mensch hat sich geschnitten". Die Nachwuchs-Talente haben hier schon die erste Möglichkeit, ganz groß raus zu kommen: Die fünf besten Geschichten sollen auf die Homepage der Netz-Uni kommen.

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