Liebesverbot an Elite-Uni Yale: Kein Sex mit Dozenten

Affären zwischen Professoren und Studenten kommen vor - nur nicht mehr offiziell an der US-Elite-Uni Yale. Im neuen Fakultätenhandbuch ist der Beischlaf von Lehrenden mit Lernenden explizit untersagt. Deutsche Unis sehen Campus-Techtelmechtel dagegen ganz entspannt.

Studentin liebt Dozent, hier in "Der Campus" (1998): ein Klischee, aber eins das stimmtZur Großansicht
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Studentin liebt Dozent, hier in "Der Campus" (1998): ein Klischee, aber eins das stimmt

Wer es auf eine Affäre mit seinem Professor anlegt, sollte die Elite-Uni Yale ab sofort meiden. Die amerikanische Hochschule hat ihren Dozenten nun offiziell verboten, Sex mit Studenten zu haben. So steht es im neuen Handbuch für alle Fakultäten.

Mit dem Liebesverbot will Vizekanzler Charles Long Schaden vom Nachwuchs abwenden: "Ich glaube, wir haben die Verantwortung, die Studenten vor einem Verhalten zu schützen, das ihnen und ihren Zielen schadet", sagt der Vizekanzler. Das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Dozenten und Studenten sei wahrlich keine gute Basis für eine Liebesbeziehung. Außerdem könnten die Hörsaalaffären die "Lernatmosphäre" an der ganzen Fakultät verschlechtern.

"Wenn es passiert, dann passiert es eben"

Bisher hatte Yale die Beziehungen zwischen Professoren und Studenten geduldet. Bedingung: Die Dozenten durften keine Affären mit Teilnehmern aus ihren eigenen Kursen starten. Diese Toleranz soll es jetzt nicht mehr geben. Die neue Regelung sei einfach eine "Idee, deren Zeit gekommen ist", wird Charles Long zitiert.

Der Vizekanzler hat 27 Jahre lang für das Verbot gekämpft. Debattiert wurde bis zum Schluss. Einer seiner Kollegen habe in diesen Diskussionen den Kern des Problems getroffen, sagt Long. "Die Eltern schicken ihre Kinder doch nicht nach Yale, damit sie mit den Professoren schlafen."

Deutsche Unis wollen dagegen große Gefühle auch weiterhin zulassen: "Wenn es passiert, dann passiert es eben", sagt Patrick Honecker, Sprecher der Uni Köln. Solche ungleichen Beziehungen gebe es immer wieder. Einen Kodex hält er unter erwachsenen Menschen für überflüssig. Problematisch werde es nur, wenn etwa der Liebhaber gleichzeitig der Examensprüfer sei.

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insgesamt 25 Beiträge
albert schulz 24.05.2010
Manchmal was prüde, die Amis. Andrerseits größte Pormonation. Das Beiwohnungsverbot für Profs ist völlig in Ordnung. In ihrem Alter sind die meisten nicht mehr in der Lage Leben zu reprozieren (statistisch ist es mit vierzig [...]
Manchmal was prüde, die Amis. Andrerseits größte Pormonation. Das Beiwohnungsverbot für Profs ist völlig in Ordnung. In ihrem Alter sind die meisten nicht mehr in der Lage Leben zu reprozieren (statistisch ist es mit vierzig vorbei damit). Ich bin mir auch keineswegs sicher, daß diese Dozenten ihre Macht und die Abhängigkeit ausnutzen. Die mir bekannten recht jungen Damen, die erfolgreich die glückliche Ehe ihrer Lehrer zerstört haben, kamen mir recht zielbewußt vor und keineswegs unkundig.
dandelionne 24.05.2010
Als ich 1986 in den USA begann an einem College zu unterrichten war ich ziemlich schockiert zu sehen, dass ein Kollege, die dafür bekannt waren Studentinnen gegen Sex gute Zensuren anzubieten, so gut wie nichts passierte (der eine [...]
Als ich 1986 in den USA begann an einem College zu unterrichten war ich ziemlich schockiert zu sehen, dass ein Kollege, die dafür bekannt waren Studentinnen gegen Sex gute Zensuren anzubieten, so gut wie nichts passierte (der eine wurde irgendwann nicht mehr befördert und wurde danach Impresario (!!). Gegen sexuelle Kontakte zwischen Dozenten und Studenten außerhalb ihrer Kurse hatte offensichtlich niemand etwas. Ein Konzept wie Unzucht mit Abhängigen gab es hier lange nicht, inzwischen gibt es "Sexual Harrassment". Von deutschen und französischen Unis kannte ich sowas damals nicht (und habe immerhin 10 Jahre an solchen verbracht), und erinnere mich noch gut daran, was für ein Skandal es war, als ein Gynmasialdirektor 8 Jahre nach ihrem Abitur eine ehemalige Schülerin heiratete (1984). Hier in USA sind Sie nach Berichten von Bekannten z.B. als Künstlerin bei Suche nach Ausstellern regelmäßig von Galeriebesitzern solchen Angeboten ausgesetzt (um nur ein Beispiel zu nennen). Ich hoffe, dass sich Deutschland inzwischen nicht auch in diese Richtung entwickelt hat, sonst brauchten wir vielleicht noch ein paar junge Damen mit Drachentätowierung.
Anton 100 24.05.2010
Der Artikel unterlässt, bei amerikanischen Universitäten auf die wichtige Unterscheidung zwischen College (durchschnittliches Besuchsalter 17/18-21/22 Jahre) und Graduate School, der "eigentlichen" Uni im europäischen [...]
Der Artikel unterlässt, bei amerikanischen Universitäten auf die wichtige Unterscheidung zwischen College (durchschnittliches Besuchsalter 17/18-21/22 Jahre) und Graduate School, der "eigentlichen" Uni im europäischen Sinn, hinzuweisen. Dazu kommt die Tatsache, dass in verschiedenen US-Bundesstaaten die Großjährigkeit nach wie vor bei 21 liegt. Das Herzstück einer jeden prominenten amerikanischen Universität ist nach wie vor das College. In diesem Sinn fungieren an amerikanischen Colleges - gerade die Elite-Unis haben für ihre Colleges fast ausnahmslos ein Internatssystem - deren Professoren bzw. der ranghöchste (Dean of Students oder Universitätspräsident) gegenüber den Minderjährigen "in loco parentis", d.h. als Erziehungberechtigte. Dies ist von allen drei Seiten, Lehrkörper, Eltern und Studierenden normalerweise ohne jede Diskussion als Teil der allgemeinen Bedingungen anerkannt. In solchem Zusammenhang erscheint diese Meldung in einem etwas anderen Licht.
Hugh 24.05.2010
---Zitat--- Einer seiner Kollegen habe in diesen Diskussionen den Kern des Problems getroffen, sagt Long. "Die Eltern schicken ihre Kinder doch nicht nach Yale, damit sie mit den Professoren schlafen." [...]
---Zitat--- Einer seiner Kollegen habe in diesen Diskussionen den Kern des Problems getroffen, sagt Long. "Die Eltern schicken ihre Kinder doch nicht nach Yale, damit sie mit den Professoren schlafen." ---Zitatende--- Seine Argumente wären nur stichhaltig, wenn es sich wirklich um Kinder handeln würde. Vielleicht sollte Herr Long mal dran denken, dass die Studenten eben keine Kinder mehr sind. Andererseits ist es natürlich bekannt, das in den USA sich Schulen gegenüber ihren Studenten (man denke nur an die Schulmitarbeiter, die sich genüßlich die Nacktbilder einer Schülerin zu Gemüte führten von einem Handy, dass sie ihr vorher abgenommen hatten, oder dass an anderen Schulen noch 17-18jährige Frauen geprügelt werden) und Arbeitgeber gegenüber ihren Arbeitnehmern Etliches heraus nehmen, das in anderen Ländern so nicht möglich wäre. Und in Texas ist es nun Lehrsatz, dass die UNO als gefährlich für die Freiheit anzusehen ist.
fxe1200 25.05.2010
..des Professors, als mit seinen Studentinnen zu schlafen?
Zitat von sysopAffären zwischen Professoren und Studenten kommen vor - nur nicht mehr offiziell an der US-Elite-Uni Yale. Im neuen Fakultätenhandbuch ist der Beischlaf von Lehrenden mit Lernenden explizit untersagt. Deutsche Unis sehen Campus-Techtelmechtel dagegen ganz entspannt. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,696244,00.html
..des Professors, als mit seinen Studentinnen zu schlafen?
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