Wer es auf eine Affäre mit seinem Professor anlegt, sollte die Elite-Uni Yale ab sofort meiden. Die amerikanische Hochschule hat ihren Dozenten nun offiziell verboten, Sex mit Studenten zu haben. So steht es im neuen Handbuch für alle Fakultäten.
Mit dem Liebesverbot will Vizekanzler Charles Long Schaden vom Nachwuchs abwenden: "Ich glaube, wir haben die Verantwortung, die Studenten vor einem Verhalten zu schützen, das ihnen und ihren Zielen schadet", sagt der Vizekanzler. Das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Dozenten und Studenten sei wahrlich keine gute Basis für eine Liebesbeziehung. Außerdem könnten die Hörsaalaffären die "Lernatmosphäre" an der ganzen Fakultät verschlechtern.
"Wenn es passiert, dann passiert es eben"
Bisher hatte Yale die Beziehungen zwischen Professoren und Studenten geduldet. Bedingung: Die Dozenten durften keine Affären mit Teilnehmern aus ihren eigenen Kursen starten. Diese Toleranz soll es jetzt nicht mehr geben. Die neue Regelung sei einfach eine "Idee, deren Zeit gekommen ist", wird Charles Long zitiert.
Der Vizekanzler hat 27 Jahre lang für das Verbot gekämpft. Debattiert wurde bis zum Schluss. Einer seiner Kollegen habe in diesen Diskussionen den Kern des Problems getroffen, sagt Long. "Die Eltern schicken ihre Kinder doch nicht nach Yale, damit sie mit den Professoren schlafen."
Deutsche Unis wollen dagegen große Gefühle auch weiterhin zulassen: "Wenn es passiert, dann passiert es eben", sagt Patrick Honecker, Sprecher der Uni Köln. Solche ungleichen Beziehungen gebe es immer wieder. Einen Kodex hält er unter erwachsenen Menschen für überflüssig. Problematisch werde es nur, wenn etwa der Liebhaber gleichzeitig der Examensprüfer sei.
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