Spitzensport und Studium: Ich bin dann mal Olympionike

Wer in seiner Sportart zur Weltklasse gehören will, muss viel trainieren - das ist nicht nur in China so. Mehr deutsche Spitzensportler denn je leisten sich jedoch neben ihrem Sportlerdasein auch noch ein Hochschulstudium. Das klappt nicht immer - und dauert oft deutlich länger als gedacht.

Olympioniken als Studenten: Höher, schneller, weiter? Fotos
DPA

Während der Olympischen Spiele ist Sport alles - zumindest für die Athleten, die derzeit in Großbritannien gegeneinander antreten. Für manche Spitzensportler gibt es auch vor und nach einem solchen Großereignis: Training, Wettkämpfe und noch mehr Training. Ein Zustand, den die Olympia-Zweite Lu Ying, 23, über 100 Meter Schmetterling für ihr Heimatland so beschrieb: "In China heißt es nur lernen, lernen und trainieren, trainieren und dann ausruhen."

Solche Phasen sind auch deutschen Spitzenathleten bekannt, die neben ihrer Sportkarriere noch ein Studium absolvieren. Die einen suchen intellektuellen Ausgleich zur körperlichen Arbeit auf Laufbahn, Pferd und im Schwimmbecken, andere wollen sich den Weg in einen soliden Beruf ebnen.

Im 392-köpfigen deutschen Olympia-Team stecken rund 40 Prozent der Sportler in einem Studium, während etwa die Hälfte schon einem Beruf nachgeht (Wer welchen Beruf ausübt, verrät das Berufe-Quiz der Olympioniken im KarriereSPIEGEL). Berufssportler nennt sich heute nur noch etwa jeder Zehnte.

Bildungsexpansion bei den deutschen Olympia-Sportlern

Seit den Spielen in Sydney vor zwölf Jahren steigt die Quote der studierenden deutschen Olympioniken ständig an. War es damals noch gut ein Viertel, studierte 2004 in Athen bereits jeder Dritte. In Peking 2008 war ihr Anteil bereits auf 37 Prozent gewachsen, rechnet der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband vor.

Der Altersdurchschnitt der Studenten im aktuellen Olympia-Team liegt bei 25,5 Jahren. Zu den Teilnehmern, die Sport und Studium kombinieren, gehören zum Beispiel die Schwimmerin Britta Steffen, die Speerwerferin Christina Obergföll und der Judoka Ole Bischof, Oympia-Zweiter in der Gewichtsklasse bis 80 Kilo.

Klicken Sie auf die Bilder, um herauszufinden, wie diese Athleten Hörsaal und Sportplatz oder -halle unter einen Hut bringen - und warum das oft ein bisschen länger dauert.

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Olympioniken als Studenten: Höher, schneller, weiter?

son/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Eine ideale Kombination
tastenklimperer 03.08.2012
...bieten das amerikanische Systen! Achten Sie mal auf die Kommentare der Reporter, wie viele sehr junge (19-23) amerikanische und aus anderen Ländern kommende Sportler Collegesportler sind! Das ist die in meinen Augen ideale Kombination von Studium und Sport und nach einer Sportkarriere gelingt ein nahtloser Übergang in den Beruf. Das funktioniert etwa so: Gute Sportler aus Amerika und aller Welt werden mit Stpenien an die amerikanischen Universität geholt, wo sie einen auf beides abgestimmten Studien- und Trainingsplan erhalten. Meist bedeutet das: früh 6.00 Uhr Fitness und erste Trainingseinheit, ab 8.00 Uhr Uni, ab ca. 14.00 Uhr Training bis zum Abend und ab ca. 20.00 Uhr lernen. Dabei stehen die Universitäten in einer harten Konkurrenz untereinander, die immer wieder durch Wettkämpfe getestet wird. Am Ende stehen, wie in London zu sehen, viele Olympiasieger
2. diszipliniert
Alprinceton 03.08.2012
Solch erfolgreiche Sportler sind sehr diszipliniert. Dass sie dabei noch ein Studium absolvieren können, ist dieser Eigenschaft zu verdanken. Hut ab!
3.
Wololooo 03.08.2012
Zitat von AlprincetonSolch erfolgreiche Sportler sind sehr diszipliniert. Dass sie dabei noch ein Studium absolvieren können, ist dieser Eigenschaft zu verdanken. Hut ab!
Multitasking führt immer zu einer Verschlechterung der einzelnen Aktivitten. Das Ganze lässt sich natürlich auch auf der Makroebene betrachten. Was denken Sie, warum die Chinesen so erfolgreich sind? Das sind alles Berufssportler. In den USA werden die Sportler gefördert, indem das ganze Curriculum an die Trainingsbedürfnisse angepasst werden. In Deutschland gibt es, bis auf die Bundewehr- und Bundespolizeisportler keine Berufssportler, sondern es ist meistens ein Hobby. Das die deutschen Schwimmer dann regelrecht absaufen, wundert mich überhaupt nicht.
4.
bafibo 03.08.2012
Zitat von sysopSpitzensort und Studium: Ich bin dann mal OlympionikeManche Sportler bei Olympia in London machen auch ein Studium - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,847666,00.html)
Der inflationäre Gebrauch des Terminus "Olympionike" nervt kolossal. Das bedeutet nämlich nicht Olympiateilnehmer, wie offenbar die meisten Verwender meinen, sondern Olympiasieger - und das sind ja wohl die wenigsten.
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